Test: Drone Pod – ein Rucksack für die Drohne

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Wer eine Drohne sein Eigen nennt, hat sicherlich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Gegenstände daran zu befestigen und diese anschließend durch die Luft zu transportieren. Mit dem Drone Pod soll das nun möglich sein.

Überblick

Das uns völlig neuartige Produkte über einen einfachen Presseverteiler erreichen, ist tatsächlich selten geworden. Der Drone Pod war wieder einmal eine solche überraschende Ausnahme. Wenige Tage später war das Produkt aus den USA bereits in Deutschland angekommen und wir konnten mit unserem Test beginnen. Im Folgenden wollen wir unsere Erfahrungen mit dem Drone Pod von buildPl8 Manufacturing mit euch teilen, der uns ein Exemplar für unseren Test zur Verfügung gestellt hat.

Der Drone Pod ist ein kleiner Behälter, der in Form einer Munitionskugel an der Front abgerundet ist, um den Luftwiderstand im Flug zu minimieren. Der ansonsten zylinderförmige Container ist vollständig im 3D-Drucker entstanden und auch die restlichen Komponenten, wie die Befestigungsgurte wurden additiv gefertigt. Auf die genaueren Materialien gehen wir weiter unten ein. Konzipiert wurde der Drone Pod zur Befestigung auf  „Uni-Body“-Drohnen, wie der DJI Mavic*, DJI Mavic 2* oder DJI Phantom 4 Serie*. Auch Drohnen mit einem X-Frame können den Drone Pod grundsätzlich tragen, dann ist aber ein zusätzlicher Befestigungsgurt nötig, um den Drohnen-Rucksack sicher am Fluggerät zu befestigen.Drone Pod - Lieferumfang

Im Endeffekt ermöglicht es der Drone Pod kleine Gegenstände aus der Luft zur Verfügung zu stellen. Die Anwendungszwecke dafür sind vielfältig. Mögliche Einsatzszenarien, wie z.B. der Transport von Werkzeug zwischen zwei Schiffen auf hoher See, oder das Bereitstellen von Verbandsmaterial oder Wasser für Personen in Not, haben wir bereits in unserem ersten Post zum Drone Pod aufgelistet. Da sich potenziell auch verbotene Dinge mit einem solche Drohnen-Rucksack transportieren lassen, wird es spannend, wie die Politik auf Produkte wie den Drone Pod in Deutschland und der EU reagiert. In den USA sieht sich der Hersteller buildPl8 auf rechtlich sicherem Grund mit dem Vertrieb des Drone Pods – schließt sämtliche Haftung für die Entstehung bei Schäden währen der Nutzung des Produktes jedoch aus – sofern erlaubt.

Design & Material

Der Drone Pod besteht im Grunde aus zwei verschiedenen Teilen. Der Fuß, welcher am Multicopter befestigt wird, ist L-förmig gefertigt und stellt gleichzeitig die Rückseite des Transportbehälters da. Mit einem Schraubgewinde lässt sich der Hauptteil des Drone Pods abnehmen und befüllen. Das Verschrauben der beiden Teile funktioniert sehr gut und geht leicht von der Hand. Trotzdem hält das Gewinde ohne Probleme, auch bei Vibrationen im Flug hat sich in unseren Versuchen nichts gelöst. Der gesamte Drone Pod ist in Orange gehalten, lediglich der Aufsatz des Fußes und die Befestigungsbänder kommen in schwarzer und weißer Farbe. Damit macht der Drone Pod auch in der Luft etwas her und trägt zur optischen Erkennbarkeit des Luftfahrzeugs im Betrieb bei.Drone Pod - Gewindestück

Da sämtlichen Komponenten des Drone Pods mit dem 3D-Drucker* gefertigt wurden, wollen wir an dieser Stelle noch auf die verschiedenen eingesetzten Materialien eingehen. Der Hauptbehälter ist aus mit Glykol modifiziertem PET (PETG-Filament*) gefertigt, das im Hohlkammerverfahren eingesetzt wird. Somit ist der Behälter extrem stoßresistent und trotzdem leicht. Der Fuß an sich ist ebenfalls zweigeteilt. Die Auflagefläche, welche den Kontakt zur Drohne herstellt, besteht aus TPE-Filament* (Thermoplastische Elastomere) und haftet durch die gummiartigen Eigenschaften des Materials gut auf der Drohnenoberfläche. Das ist wichtig, damit der Drone Pod im Flug, z.B. beim Abbremsen oder in Kurvenflügen, nicht verrutscht. Die Befestigungsbänder sind ebenfalls aus TPE (vollständig gefüllt) und fühlen sich sehr strapazierbar an. Die Verbindungselemente für die Enden der Bänder sind hingegen aus Polycarbonat (PC-Filament*) gefertigt.Drone Pod - Fußteil

So sieht also ein Produkt aus, das direkt von einem professionellen, additiven Fertigungsunternehmen entwickelt worden ist. Die beiden Elemente des Fußes sind im Übrigen nicht miteinander verklebt, sondern werden auf Spannung aneinander gehalten. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt auf der Hand: Sollten sich während des Fluges die Gurte öffnen oder beschädigt werden, löst sich der Drone Pod von der Drohne, sodass diese im besten Fall flugfähig bleibt.

Die Fertigungsqualität aller Teile sieht für unsere Augen gut aus. Natürlich gibt es bei additiv gefertigten Teilen immer wieder einmal Fäden und Grate, die sich jedoch einfach mit der Hand entfernen lassen. Die Qualität eines auf Stückzahl in Serie gefertigten Spritzteils aus Kunststoff darf man an dieser Stelle jedoch nicht erwarten – das ist unserer Meinung nach aber kein Problem.

Montage

Das Anbringen des Drone Pods am Quadcopter ist relativ schnell erledigt. In der Regel reichen zwei Befestigungsbänder, die um den Bauch der Drohne geschlungen werden. Am Drone Pod selbst gibt es zwei Durchführungen, die den zwei quer verlaufenden Bändern nur relativ wenig Spiel nach hinten und vorne lassen. Somit kann die gesamte Konstruktion bei straffer Fixierung der Gurte nicht groß verrutschen. Auch die Befestigungsgurte und die dazugehörigen Verbinder ebenfalls mit dem 3D-Drucker zu fertigen, ist ein nette Gimmick.Drone Pod - Montiert auf Gravitx 280

In unseren Augen gibt es aber bereites bewährte Verbindungsmethoden, sodass man das Rad hier nicht hätte neu erfinden müssen. Wir haben daher ebenfalls sehr gute Erfahrungen mit Rovaflex Softbindern* gemacht, die sich sehr einfach wieder lösen lassen und extrem gut haften. Diese gibt es ebenfalls direkt in passender Länge, sodass nicht zwei Gurte verbunden werden müssen, um die Drohne umfassen zu können. Das aber nur am Rande, denn auch die mitgelieferten Gurte funktionieren. Nur das Anbringen in einer „Notfallsituation“ dauert damit länger, als es müsste. An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass die kleinen schwarzen Stücke, die je zwei Gurte verbinden, mit einem Schraubverschluss ausgestattet sind. Dieser hält die Gurte zusammen. Beim Zuschrauben ist Vorsicht geboten, da die Kunststoffgewinde schnell überdreht werden können.

Überstehendes Material des Gurtes zu verstauen, ist je nach Drohne, gar nicht so leicht. Wir haben unsere Tests mit einem Fossils Stuff* Gravity 280 FPV Racing Quad durchgeführt (sieh dir auch unser Build Log zum Gravity 280 an). Bei diesem Rahmen besteht ein großer Vorteil darin, dass er ebenfalls Öffnungen in den Armen besitzt, durch die sich die Gurte führen lassen.

Technische Daten

ProduktnameDrone Pod
HerstellerbuildPl8 Manufacturing
Gewicht197 g
Maximale Zuladungca. 225 bis 350g
MaterialPETG, TPE, PC
LieferumfangDrone Pod, 3x Gurte
Kompatible DrohnenListe kompatibler Drohnen laut Hersteller
Preis29,95 US-$

Flugbetrieb

Im Flug verhielt sich unser FPV Mini Racing Quad (Was ist FPV Racing?) mit geschultertem Rucksack erstaunlich gutmütig. PIDs mussten nicht angepasst werden, es ist aber wichtig, dass der Drone Pod bereits möglichst gut ausbalanciert über dem COG des Frames platziert wird. Sollten schwerer Gegenstände transportiert werden, beispielsweise eine Getränkedose, ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass sich die Frachte im Flug nicht innerhalb des Drone Pods bewegen kann. Durch die Massenträgheit kann das zu einem Aufschaukeln führen, was potenziell gefährlich sein kann. Aus unseren Versuchen lässt sich ableiten: Je schwerer die Zuladung, desto langsamer sollte man es mit Kurven und abrupten Abbremsen angehen lassen.

Unsere Testdrohne war mit T-Motor MN2206 Motoren* und 5×4,5 Propellern ausgestattet. Damit hat das dieser Quad wahrscheinlich deutlich mehr Maximalschub, als andere Consumer Drohnen (DJI Mavic*, o.Ä.). Nichts desto trotz würden wir nicht empfehlen, viel mehr als die bereits genannte Getränkedose mit circa 340 Gramm Zuladung zu transportieren.

Da wir den Drone Pod auf der Oberseite unserer FPV-Drohne befestigt haben, war die Landung kein Problem (vorausgesetzt es ist genug Platz vorhanden). Auch das Entnehmen der Ladung durch einen Dritten ist bei gelandetem Fluggerät schnell erledigt. Der Drone Pod spielt aber nur dann seine Stärke als Retter aus, wenn Personen in potenzieller Not in einer Lage sind, in der die Drohne irgendwo nahegelegen landen kann. Die Fracht während des Flugs aus dem Drone Pod entnehmen ist niemals zu empfehlen und wäre aufgrund der rotierenden Propeller extrem gefährlich!

Da der Drone Pod den Schwerpunkt und die Angriffsfläche des Gravity 280 anhebt, war vor allem bei leerem Drone Pod eine höhere Windanfälligkeit merkbar. Ist der Drone Pod beladen, relativiert sich dieses Verhalten jedoch.

Unboxing Video

Fazit

Insgesamt hat uns die Idee des Drone Pods auf den ersten Blick überzeugt. Es gibt etliche Situationen im Alltag, in denen der schnelle Lufttransport von kleinen Gegenstände der schnellste und günstigste Weg ist. Der Drone Pod ist hochwertig gefertigt und lässt sich relativ schnell montieren. Der Pilot sollte sich über das leicht geänderte Flugverhalten (je nach eingesetzter Drohne) in jedem Fall bewusst sein. Auch sollte man es nicht mit der Zuladung übertreiben, um immer genug Leistungsreserven zu haben, unvorhergesehene Situationen abfangen zu können. Zusätzlich ist daran zu erinnern, dass eine höhere Zuladung auch eine geringere Flugzeit bedeutet, was bei der Planung der Flugroute zwingen zu beachten ist!

Aktuell arbeitet buildPl8 Manufacturing aufgrund der hohen Nachfrage aus dem pharmazeutischen Bereich bereits an einer neuen Variante, die speziell für den Transport von Medikamenten gedacht ist. Wir können den Drone Pod allen empfehlen, die sich den möglichen Gefahren, Dinge durch die Luft zu transportieren, vollständig bewusst sind und die die Möglichkeit haben, dies testweise über einem abgesperrten Gelände zu tun. Für einen Preis von 29 US-$ plus Versand erhält man ein cooles Produkt, welches aktuell mit Sicherheit für Hingucker auf dem Modellflugplatz sorgt!

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...studierter Wirtschaftsingenieur und Wirtschaftsinformatiker, leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und freier Redakteur bei dem Computer-Onlinemagazin Allround-PC.com.

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