DJI Inspire 3 im Flug - Schrägansicht von unten

Test: DJI Inspire 3 – Die ultimative Kinodrohne?

Publiziert von Nils Waldmann

am

Die Inspire 3 ist die neue Kinodrohne für professionelle Filmaufnahmen aus dem Hause DJI. Die Drohne richtet sich gleichermaßen an professionelle Filmemacher und Medienproduktionsunternehmen. Wir haben die DJI Inspire 3 auf Herz und Nieren für euch getestet.

Als die Inspire 3 im April 2023 vorgestellt wurde, war das Interesse entsprechend groß. Nach mehr als 6,5 Jahren schickt DJI die vielfach bewährte Inspire 2 Serie in den Ruhestand und damit gleichzeitig die vollständig überarbeitete dritte Generation ins Rennen.

Gleich zu Beginn des Artikels müssen wir natürlich erwähnen, dass es sich bei der Inspire-Drohnenserie um ein Werkzeug für professionelle Anwender handelt, die auf Funktionen Wert legen, die im Consumer-Segment nicht oder weniger wichtig sind. Dementsprechend fällt der direkte Vergleich mit den anderen Kameradrohnen von DJI schwer, da das gesamte Konzept der Inspire-Serie vollständig auf die professionelle Film- und TV-Produktion ausgelegt ist.

Am Anfang des Testberichtes möchten wir euch darüber informieren, dass das Produkt direkt vom Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt wurde. Diese Tatsache hat aber keinen Einfluss auf die Objektivität unserer Meinung/das Testergebnis.

Inspire 3: Der fliegende Transformer ist zurück

Das wichtigste zuerst: Die DJI Inspire 3 bleibt ihren Vorgängern treu. Konkret bedeutet das, dass auch die dritte Generation sich wieder mit dem ikonischen Transformer-Modus im Flug „verwandeln“ kann.

DJI Inspire 3 Drohne - Schrägansicht
Schrägansicht der Inspire 3

Dazu ist in der Mitte der Drohne ein solider Antrieb verbaut, der das Heben und Senken des Landegestells ermöglicht. Auch am allgemeinen Aufbau der Drohne hat sich nicht allzu viel geändert. Pro Seite gibt es weiterhin einen Ausleger, der jeweils den vorderen und hinteren Antrieb hält. Am Ende der Arme sitzen hingegen die vollständig neu überarbeiteten Motoren inklusive ESCs und Kühlung.

Den Hauptrahmen der Drohne hat DJI hingegen neu geformt. Charakteristisch ist jetzt die neigbare FPV-Kamera, die als einzelnes Auge in der Stirn des UAV sitzt. Insgesamt ist der Rumpf nun schmaler und aerodynamischer gestaltet, als bei der Inspire 2. Die hauptsächlich dunkle Farbgebung in Kombination mit dem silbergrauen Rücken lässt das neue Modell noch ein wenig ernster wirken.

Das Hinterteil der Inspire 3 wird vollständig von dem schmalen Akkuträger eingenommen, der pro Seite einen der neuen TB51-Flugakkus aufnehmen kann. Die Akkus werden dabei durch eine massive Metallverriegelung sicher an Ort und Stelle gehalten und das Lösen braucht richtig Kraft. An solchen Stellen merkt man immer wieder: Die Inspire 3 ist für Profis und den schweren Einsatz gebaut.

Als Besonderheit wurde der Transformationsmechanismus leicht angepasst. Die Arme sind jetzt in einem leichten Winkel angebracht, sodass die Drohne im Transportmodus möglichst flach ist und gleichzeitig im Betriebsmodus am Boden ihre Front stark anhebt. Das ist wichtig, damit die große Zenmuse-Kameraeinheit samt Gimbal genug Platz findet.

Am Boden sorgt dies dafür, dass das Hinterteil deutlich unter der Front liegt. In der Luft, das heißt mit hochgeklappten Landegestell (typische V-Form), liegt dann auch der Hauptteil wieder waagerecht in der Luft. Technisch faszinierend umgesetzt.

Ebenfalls beeindruckend ist die Qualität der Komponenten, aus denen DJI die Inspire 3 zusammensetzt. Die Hauptaufmerksamkeit ziehen dabei ohne Frage die Ausleger und Querarme aus Carbon auf sich. Alle Materialien sind auf höchstem Niveau verarbeitet und zusammengefügt. In diesem Punkt kommen Käufer also voll auf ihre Kosten.

Kamera: Zenmuse X9-8K Air im Detail

Neben der soliden Grundkonstruktion dürfte für die meisten Piloten aber wohl die neue Zenmuse X9-8K Air Kamera das Herzstück der Inspire 3-Plattform sein.

DJI Zenmuse X9-8K Air Kamera mit 18 mm Objektiv
Das 18-mm-Objektiv mit f/2,8-Blende.

Die Air-Version ist dabei eine angepasste Variante der Zenmuse X9-8K, die DJI zusammen mit der Ronin 4D Kinokamera vorgestellt hat. Um euch nicht zu lange mit der Aufzählung technischer Details zu langweilen, hier das Wichtigste in Kürze:

Als Basis kommt ein 35-mm-Vollformat-CMOS mit einer nativen Auflösung von knapp 45 MP zum Einsatz. Damit könnt ihr mit der Inspire 3 erstmals 8,1K-Video aufzeichnen. Der Sensor unterstützt auch einen Super35-Modus mit maximal 5,5K und kann natürlich bei Bedarf auch 4K DCI (4,1K) und 4K aufnehmen.

DJI Zenmuse X9-8K Air Kamera von oben
Die Zenmuse X9-8K Air Kamera.

Ein besonderer S&Q-Modus erlaubt außerdem das genaue Anpassen der Framerate des Sensors, sodass auch Framerates größer 60 fps möglich sind. Abhängig von Codec und Auflösung könnt ihr dann mit 72 bis 120 fps filmen.

Natürlich lassen sich die Objektive der Kamera wechseln. Das bringt uns zu einem wichtigen Punkt: Objektive müsst ihr euch separat beschaffen. Gute Neuigkeiten gibt es für Inspire 2 Besitzer, denn die Zenmuse X9-8K Air nutzt weiterhin den DL-Mount und ihr könnt somit eure Gläser weiterverwenden.

Im eingeschalteten Zustand hat die Kamera auch eine gute Bodenfreiheit, was dem angehobenen Rahmen im Landemodus zu verdanken ist. Sobald die Drohne ausgeschaltet ist, baumel das Gimbal mit knapp 1 Zentimeter über dem Boden. Hier ist also stets auf möglichst ebene Untergründe zu achten.

Als Code könnt ihr zwischen H.264 (maximal 4K), Apple ProRes 422 HQ (max. 8,1K) und CinemaDNG (maximal 8,1K) unterstützt. Auch Apple ProRes RAW kann verwendet werden, bedeutet aber, dass ihr weitere 999 Euro (UVP) in einen passenden Lizenzschlüssel investieren müsst. Dafür gibt es dann die Videos natürlich in einem Format, was in nahezu allen professionellen Produktionsumgebungen unkompliziert verarbeitet werden kann.

Nicht vernachlässigen sollte man im Übrigen die Folgekosten, die eine Drohne mit der Fähigkeit Videos in 8,1K mit 60 fps und ProRes RAW aufzeichnen zu können, mitbringt. Speicherplatz und ein potenter Schnittrechner sind hier ein Muss. Aber die meisten Interessenten der Inspire 3 haben das ohnehin auf dem Plan.

DJI Zenmuse X9-8K Air Kamera im Vergleich mit DJI Mini 3 Pro - Sensorshot im Fokus
Der große CMOS-Sensor macht Eindruck.

Apropos Speicher: Die Inspire 3 unterstützt keine microSD-Karte – auch nicht für H.264-Aufnahmen. Die Kamera „frisst“ ausschließlich DJIs eigene PROSSD, die es mit 1 TB Kapazität zu kaufen gibt. Eine davon schlägt mit 799 Euro (UVP) zu buche. Wie weit ihr mit einem SSD-Modul kommt, haben wir weiter unten für euch ausprobiert.

Zuletzt wollen wir nicht verschweigen, dass die Zenmuse X9-8K Air auch wunderbare Standbilder schießt. Dank voller Kontrolle über ISO, Blende und Belichtungszeit sowie Aufnahmen in DNG-RAW kommen hier auch Fotografen mit dem Vollformatsensor auf ihre Kosten. Beachten müsst ihr nur, dass die Kamera keinen mechanischen Verschluss hat und Rolling-Shutter somit – je nach Aufnahmesituation – nicht auszuschließen ist.

Antrieb & Handling

In die Lüfte schwingt sich die Inspire 3 mit vollständig neu gestalteten Antrieben, die auf die neuen 3511-Motoren und jetzt ebenfalls faltbare Propeller setzen (DJI 1671). Damit ist die Inspire 3 auch mit montierten Propellern, ohne Probleme zu tragen, auch wenn das Gewicht von ziemlich genau 4 kg nicht mehr unbedingt als kompakte Reisedrohne qualifiziert.

Motoren der DJI Inspire 3 in der Nahaufnahme
Die neuen Antriebe haben mächtig Power.

Die notwendige Energie für den Flug kommt aus den neuen TB51-Akkus, von denen jeweils zwei benötigt werden, damit die Drohne abhebt. Ein Akku bietet dabei 98,8 Wh an Energie. Die Systemspannung liegt bei 23,1 V, sodass die zwei Akkus jeweils parallel geschaltet werden.

Ihr könnt die Inspire 3 dabei auch mit nur einem Akku einschalten, sodass Hotswapping der Akkus möglich ist. Das bedeutet, nach einem Flug kann erst der eine und dann der andere Akku getauscht werden, ohne die Drohne ausschalten zu müssen.

Bei einem Einsatzbereich zwischen -20 °C bis 40 °C hat DJI den TB51-Akkus auch eine Heizung spendiert, die unter 18 Grad automatisch anspringt und die Akkus aufwärmt, sofern die Drohne eingeschaltet ist.

Größenvergleich Propeller - Mini 3 Pro - Mavic 3 - Inspire 3
Die neuen Propeller im Größenvergleich.

Geladen werden die Akkus ausschließlich über die TB51 Akkuladestation, die acht Akkus (vier Paare) auf einmal aufladen kann. Dabei werden immer zwei Akkus (ein Paar) parallel geladen und alle Paare dann in Reihe. Mit 411 Watt Ladeleistung kann der Schnelllademodus die Akkus von 0 auf 90 % in nur 35 Minuten vollpumpen. Zusätzlich gibt es noch einen parallel mit 65 W belastbaren USB Type C Port, der die DJI RC Plus Fernsteuerung (zum Testbericht) oder das WB37-Ladehub mit Spannung versorgen kann.

Insgesamt lässt sich die Inspire 3 trotz ihrer Größe und des Gewichtes leicht bedienen und die seitlich an den Akkus angebrachten Status-LEDs geben auch im Vorbeiflug schnell Aufschluss über den Ladestand, wenn man auf Sicht fliegt.

Sensoren und Spotlight Pro

Eine große Neuerung der Inspire 3 ihren Vorgängerinnen gegenüber, ist die vollständige Abdeckung mit Kameras zur Erkennung der Umwelt.

DJI hat der Drohne dazu insgesamt vier Weitwinkelkameras direkt am Ende jedes Armes angebracht, die Front, Heck und die Seiten überwachen. Zusätzlich gibt es zwei Kameras auf der Oberseite und zwei Kameras sowie IR-Sensoren auf der Unterseite. Damit kann die Inspire 3 Hindernisse in alle Richtung wahrnehmen.

Hinderniserkennungskamera am Arm der Inspire 3 in der Nahansicht
Unter jedem Antrieb sitzt eine Kamera zur Hinderniserkennung.

Wichtig zu wissen: Wer mit abgesenktem Landegestell fliegt, muss sich über zwei kleine tote Winkel der vorderen Sensoren bewusst sein.

Alle erkannten Hindernisse zeigt die Pilot 2 App in der unteren linken Ecke an, wenn hier statt der Kartenansicht die „Radaransicht“ gewählt wird. In den erweiterten Einstellungen lassen sich außerdem die Schwellen in Metern für die Warnung und das Abbremsen einstellen. Gegenüber den Consumer-Drohnen von DJI bremst das System im manuellen Flug lediglich vor Hindernissen ab, umfliegt diese aber nicht automatisch.

Für optimiertes RTH werden die Sensoren genutzt, um einen optimierten Rückkehrpfad zum Home Point zu berechnen, der sich wahlweise auch auf die Position des Controllers setzen lässt.

Die Positionierung der Inspire 3 erfolgt im Normalfall über GNSS (GPS + Galileo + BeiDou). Das Fluggerät findet Satelliten dabei sehr fix und hat häufig über 30 SATs für eine sehr genaue Positionsbestimmung verfügbar. Sollte kein GNSS verfügbar sein, kann das UAV auch auf die Kameras zum Halten der Position zurückgreifen – vorausgesetzt, es ist hell genug.

Für erweiterte Funktionen, wie Waypoint Pro oder 3D Dolly ist außerdem ein RTK-Empfänger mit an Bord, der zentimetergenaue Positionierung via GNSS ermöglicht. Dazu wird eine entsprechende DRTK2-Basisstation als Referenzpunkt benötigt oder es muss ein Network-RTK-Anbieter via Internet verwendet werden. (In Ermangelung an beiden Optionen, konnten wir die RTK-Funktionen daher leider nicht im Detail testen.)

Weiterhin verfügt auch die Inspire 3 wieder über Spotlight Pro. Das Feature kann Motive automatisch erkennen, die sich zum Verfolgen anbieten. Geflogen wird mit der Inspire 3 dann weiterhin durch den Piloten, die Funktion nimmt einem aber das Führen der Kamera und das nahezu perfekte Zentrieren des Motives vollständig ab. Das funktioniert beinahe erschreckend präzise und im Übrigen auch im Fotomodus. Alle Details lest ihr in unserem Spotlight Pro Guide für die Inspire 3.

Lieferumfang: Eine Kinodrohne im Koffer, bitte!

DJI liefert die Inspire 3 in einem großen Koffer, den ihr direkt mit auf Reisen nehmen könnt.

Das Case ist ziemlich robust gebaut, dabei aber nicht zu schwer. Es gibt vier Rollen, um den Koffer einfach zu schieben und einen ausziehbaren Griff, um die Drohne und ihr Zubehör einfach von A nach B zu ziehen. Auch zwei TSA-kompatibel Zahlenschlösser sind vorhanden, wenn es auf Flugreise geht (Achtung: Die Akkus unterliegen bestimmten Beschränkungen der Airlines!)

Im Lieferumfang befinden sich dann folgende Komponenten:

  • Inspire 3
  • DJI RC Plus (1x)
  • Zenmuse X9-8K Air Kamera
  • TB51 Flugakkus (6x)
  • PROSSD mit 1 TB (1x)
  • TB51 Akkuladestation
  • Propellerpaare (3x)
  • RC Plus Tragegurt
  • RC Plus Bauchstütze
  • Rollkoffer
  • Kamera-Case
  • Objektiv-Case
  • USB-C auf USB-C Hochgeschwindigkeits-Datenkabel
  • USB-C auf USB-A Datenkabel
  • Ersatz Gimbal-Dämpfer (2x)
  • Netzkabel
  • Aufkleber für Akkupaarung
  • Schraubendreher

All diese Komponenten finden in dem genau geformten Innenteil des Rollkoffer Platz. Hier könnt ihr aber auch noch mehr unterbringen: Für weitere Akkus, weitere SSDs, WB37-Akkus und mehr sind bereits Plätze und Fächer im Koffer vorbereitet.

Der Koffer gepackt mit Inspire 3 und Zubehör
Passt alles rein!

Wichtig: Objektive sind nicht im normalen Lieferumfang enthalten – nur das Case dafür. Hier habt ihr die Wahl zwischen vier Festbrennweiten mit 18 mm, 25 mm, 35 mm und 50 mm und einer Lichtstärke von f/2,8.

Zusätzlich gibt es natürlich auch für die Inspire 3 entsprechende Schutzpläne, die DJI unter dem Namen DJI Care Pro anbietet.

Technische Daten der Inspire 3

NameDJI Inspire 3DJI Inspire 2
Abmessungen (Transport)176 x 709,8 x 500,5 mm 317 × 425 × 427 mm
Diagonalabstand695 mm605 mm
Gewicht (m. Kamera, o. Objektiv)3995 g3889 g
GNSSGPS + GALILEO + BeidouGPS
RTKJaNein
BezugsquelleCamforpro.com*
Globe-Flight.de*
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DJI Pilot 2 App & Controller: Die Steuerzentrale

Die Inspire 3 wird mit der DJI RC Plus Fernsteuerung ausgeliefert, die mit ihren vielen frei belegbaren Tasten ordentlich Flexibilität für Piloten bildet.

DJI RC Plus lieht neben der DJI Inspire 3 Drohne
Neben der Inspire 3 sieht die RC Plus beinahe klein aus.

Alle Details zu dem Controller lest ihr in unserem Testbericht der DJI RC Plus, sodass wir uns an dieser Stelle nicht wiederholen wollen. Nur so viel: Die Inspire 3 und die DJI RC Plus harmonieren sehr gut.

Die Schnittstelle zwischen Drohne und Pilot ist die Pilot 2 App, die DJI speziell für die Inspire 3 angepasst hat. Anbei findet ihr einen ausführlichen Videorundgang durch die App, in dem wir auf alle Menüs und Funktionen eingehen:

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Teilen macht Freude: Inspire 3 im Dual-Operator-Betrieb

Eine Besonderheit der DJI Inspire 3 ist, dass sie sich – wie auch ihre Vorgängerinnen – nicht nur von einem Piloten sondern auch im Dual-Operator-Betrieb fliegen lässt.

Dazu wird eine zweite DJI RC Plus Fernsteuerung benötigt, die ebenfalls mit der Drohne verbunden wird. Anschließend lässt sich die Inspire 3 zu zweit betreiben. Ein Controller übernimmt dabei die Flugsteuerung, die andere Fernsteuerung wird zur Bedienung der Kamera und des Gimbals verwendet.

DJI Inspire 3 Dual Operator-Betrieb im Flug 2
Die Inspire 3 wird von zwei Piloten gesteuert.

Es gibt dabei keine vorab festgelegten Rollen für die einzelnen Controller mehr. Die Steuerung lässt sich jederzeit (auch im Flug) vom einen auf den anderen Bediener übergeben. Das funktioniert reibungslos und macht außerdem unglaublich viel Spaß.

Zu erwähnen ist, dass die maximale Entfernung im Dual-Piloten-Modus leicht sinkt. Sie beträgt für die Hauptkamera laut DJI unter CE-Bedingungen dann aber immer noch 2,4 km, selbst wenn der 4K/30fps-Downlink aktiv ist (bis zu 5,6 km in 1080p).

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In dem Video zeigen wir euch, wie sich die Steuerung einfach übergeben und wechseln lässt.

Praktische Erfahrungen mit der Inspire 3

Wer das Fliegen mit anderen Drohnen von DJI gewohnt ist, fühlt sich auch bei der Inspire 3 direkt zu Hause. Das liegt vor allem daran, dass man die aufgeräumte Nutzeroberfläche der DJI Fly App auch beim Design der Pilot 2 App in Teilen übernommen hat.

DJI Inspire 3 im Flug - Schrägansicht

Damit sind die Kernfunktionen, wie Abheben, RTH, Kameraeinstellungen und Co sofort klar, was den Betrieb auch für eine professionelle Kinodrohne erstaunlich einfach macht.

Im Flug ist die Inspire 3 gutmütig und liegt aufgrund ihres Gewichtes auch bei Wind ruhig in der Luft. Das Gimbal der Zenmuse-Kamera bügelt aber sowieso kleinste Bewegungen platt, sodass auch wildes Umherfliegen in smoothen Videos resultiert.

Apropos wild: Der Antriebe der Kinodrohne hat richtig Kraft. Im Sportmodus ist die Inspire 3 extrem wendig und vor allem schnell. Hier solltet ihr euch langsam herantasten und euch nicht von dem großen Profil der Drohne täuschen lassen.

In Hinblick auf die Flugzeit gibt DJI unter optimalen Bedingungen maximal 28 Minuten pro Akkupaar an. Wir sind in der Praxis bei nicht nennenswertem Wind auf knapp 19 Minuten bis Erreichen der 25%-Akkugrenze gekommen. Dabei wurde eigentlich durchgehend gefilmt (ProRes RAW) und es waren in der Regel zwei Controller verbunden.

Wer die Hinderniserkennung aktiviert hat, muss sich einen Startplatz suchen, der ausreichend Platz zu allen Seiten besitzt – und zwar so viel, dass die definierte Bremsdistanz nicht unterschritten wird. Ansonsten verweigert die Inspire 3, sich „in Gefahr“ zu begeben.

Wo wir gerade über Gefahr sprechen: Für Freunde des manuellen Fluges kann der Flugmodus der Drohne auch auf ATTI umgestellt werden, sodass keine Stabilisierung auf Position und Höhe mehr stattfindet. Damit seid ihr dann maximal flexible, aber auch ohne Schutz der integrierten Helfer unterwegs.

So laut ist die Inspire 3

Aufgrund der MTOM von etwas über 4 kg hat die Inspire 3 eine C3-Zertifizierung nach den offiziellen EU-Drohnenklassen erhalten. Damit einher gibt DJI einen Schalldruck von 98 dB an.

Das C3 Label der Inspire 3 in der Nahaufnahme
Die Drohne ist maximal 98 dB laut.

Das liest sich im Vergleich zur Mavic 3 Pro (82 dB) erst einmal deutlich lauter. Durch die viel größeren Propeller und die damit einhergehende niedrigere Drehzahl ist das Betriebsgeräusch aber merklich tiefer und somit weniger aufdringlich. Wohl gleich die Motoren mit dem dumpfen Propellergeräuch stets mitteilen: Hier steckt Leistung hinter.

Wir haben euch für die bessere Vergleichbarkeit den Start der Inspire 3 aus etwa 3 m Entfernung aufgenommen. Zum Vergleich findet ihr auch das Geräusch der DJI Mini 3 Pro (Testbericht) und der DJI Air 3 (Testbericht).

DJI Inspire 3 Geräuschemission:

DJI Air 3 Geräuschemission:

DJI Mini 3 Pro Geräuschemission:

Bitrateanalyse: ProRes RAW und mehr

Gerade bei einer Drohne (oder besser gesagt Kamera) wie der Inspire 3, haben wir natürlich auch dieses Mal einen Blick in die Details des aufgezeichneten Videomaterials geworfen.

DJI Zenmuse X9-8K Airvon der Seite
Das „kurze“ 18-mm-Objektiv.

Da die Zenmuse X9-8K eine riesige Vielfalt an Kombinationen aus Auflösungen, Framerates, Codes und Farbräumen unterstützt, beschränken wir uns in diesem Kapitel auf D-Log (10 Bit) als Farbraum beschränkt (wo anwendbar) und haben jeweils die höchste Framerate für die unterschiedlichen Codes und Auflösungen für diesen Test herangezogen. Wir haben uns dabei auf die Standardmodi außerhalb des S&Q-Modus fokussiert.

Auf geht’s! (Wie immer gilt: Wem diese Details nichts sagen, der springt einfach zum nächsten Kapitel).

H.264 – 10 Bit (D-Log)

SensormodusVollformatVollformatSuper35Super35
Modus4,1K / 60 fps4K / 60 fps4,1K / 60 fps4K / 60 fps
Auflösung4096 x 21603840 x 21604096 x 21603840 x 2160
Ratio17:916:917:916:9
Avg. Framerate60 fps60 fps60 fps60 fps
Avg. Bitrate213 MBit/s213 MBit/s212 MBit/s101 MBit/s
Encoding Profile (Codec)High@5.1 (H.264)High@5.1 (H.264)High@5.1 (H.264)High@5.1 (H.264)
InterlacingProgressivProgressivProgressivProgressiv
Farbraum10 Bit / YUV10 Bit / YUV10 Bit / YUV10 Bit / YUV
Sub-Sampling4:2:04:2:04:2:04:2:0

Apple ProRes 422 HQ

SensormodusVollformatVollformatVollformatVollformatSuper35Super35
Modus8,1K / 30 fps8K / 30 fps4,1K / 60 fps4K / 60 fps4,1K / 60 fps4K / 60 fps
Auflösung8192 x 43207680 x 43204096 x 21603840 x 21604096 x 21603840 x 2160
Ratio17:916:917:916:917:916:9
Avg. Framerate30 fps30 fps60 fps60 fps60 fps60 fps
Avg. Bitrate3942 MBit/s3695 MBit/s1966 MBit/s1849 MBit/s1970 MBit/s1847 MBit/s
Encoding Profile (Codec)Apple ProRes 422HQApple ProRes 422HQApple ProRes 422HQApple ProRes 422HQApple ProRes 422HQApple ProRes 422HQ
InterlacingProgressivProgressivProgressivProgressivProgressivProgressiv
FarbraumBT.709BT.709BT.709BT.709BT.709BT.709
Sub-Sampling4:2:24:2:24:2:24:2:24:2:24:2:2

Apple ProRes RAW

SensormodusVollformatVollformatVollformatVollformatSuper35Super35
Modus8,1K / 60 fps8K / 60 fps4,1K / 60 fps4K / 60 fps5,5K / 60 fps5,2K / 60 fps
Auflösung8192 x 43207680 x 43204096 x 21603840 x 21605568 x 29525248 x 2952
Ratio17:916:917:916:917:916:9
Avg. Framerate60 fps60 fps60 fps60 fps60 fps60 fps
Avg. Bitrate5840 MBit/s5524 MBit/s2685 MBit/s2329 MBit/s2882 MBit/s2735 MBit/s
Encoding Profile (Codec)Apple ProRes RAWApple ProRes RAWApple ProRes RAWApple ProRes RAWApple ProRes RAWApple ProRes RAW
InterlacingProgressivProgressivProgressivProgressivProgressivProgressiv
FarbraumBT.709BT.709BT.709BT.709BT.709BT.709
Sub-Sampling------

CinemaDNG

Alle Aufzeichnungen mit CinemaDNG-Codec werden von der Inspire 3 als Bildreihen von DNG-RAW-Dateien abgelegt. Bei 25 fps speicher die Drohne also 25 einzelne Bilddateien. Diese können im späteren Workflow dann zu Videosequenzen zusammengesetzt werden. Wir geben im Folgenden die Daten für die Einzelbilder und errechnete Daten für eine 5-Sekunden-Sequenz an.

SensormodusVollformatVollformatVollformatVollformatSuper35Super35
Modus8,1K / 25 fps8K / 25 fps4,1K / 60 fps4K / 60 fps5,5K / 50 fps5,2K / 50 fps
Auflösung8192 x 43207680 x 43204096 x 21603840 x 21605568 x 29525248 x 2952
Ratio17:916:917:916:917:916:9
Avg. Framerate25 fps25 fps60 fps60 fps50 fps50 fps
Größe pro Frame29,6 MB27,9 MB9 MB8,5 MB15,1 MB14
Berechnete Bitrate5920 MBit/s5580 MBit/s4320 MBit/s4080 MBit/s6040 MBit/s5600 MBit/s
Encoding Profile (Codec)CinemaDNGCinemaDNGCinemaDNGCinemaDNGCinemaDNGCinemaDNG
Farbraum16 Bit16 Bit16 Bit16 Bit16 Bit16 Bit

Speichereichweite (DJI PROSSD)

Hier noch ein kurzer Überblick, wie lange ihr je Auflösung / Codec mit der 1 TB großen DJI PROSSD aufnehmen könnt. Pro SSD stehen etwa 949,9 GB nutzbarer Speicherplatz im formatierten Zustand zur Verfügung.

SensormodusVollformatVollformatVollformatVollformatSuper35Super35Super35Super35
Auflösung / Codec8,1K8K4,1K4K5,5K5,2K4,1K4,1K
H.264 (fps)--609 Min (60 fps)609 Min (60 fps)--611 Min (60 fps)1284 Min (60 fps)
ProRes 422 HQ32,9 Min (30 fps)35 Min (30 fps)65,9 Min (60 fps)70,1 Min (60 fps)65,8 Min (60 fps)70,2 Min (60 fps)--
ProRes RAW22,2 Min (60 fps)23,4 Min (60 fps)48,3 Min (60 fps)55,6 Min (60 fps)45 Min (60 fps)47,4 Min (60 fps)--
CinemaDNG21,9 Min (25 fps)23,2 Min (25 fps)30 Min (60 fps)31,7 Min (60 fps)21,5 Min (50 fps)23,1 Min (50 fps)--

Die Angaben basieren auf den oben gemessenen Bitrates in der jeweils höchsten Framerate ohne S&Q-Modus. In der Praxis werden diese Werte, je nach gefilmtem Motiv, leicht abweichen.

Die PROSSD wird in die Inspire 3 Drohne eingelegt.
Der SSD-Slot befindet sich oben an der Inspire 3.

Kurz um: Wer es darauf anlegt, kann knapp 1 TB Speicherplatz mit knapp 21 Minuten Videomaterial befüllen.

Das Material lässt sich dabei einfach an das zentrale Footage-Storage oder den Schnitt-PC übertragen. Dafür wird die SSD einfach oben aus der Drohne entnommen und kann direkt per USB-Type C an PC oder NAS angeschlossen werden.

Für diejenigen, die es interessiert, hier noch ein kleiner Leistungstest der DJI PROSSD mit 1 TB an einem Macbook Pro (M1 Max, 2021):

Über eine USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) erreicht das Laufwerk beim sequenziellen Lesen und Schreiben also etwa 900 MB/s. Das genügt im Übrigen auch, um das 8,1K-Material in ProRes RAW direkt von der SSD wiederzugeben. Die PROSSD ist damit vor allem beim Schreiben deutlich schneller als die interne SSD der Mavic 3 (Pro) Cine Drohnen.

Das könnte die DJI Inspire 3 besser machen

Folgende eher negative Eigenschaften der Inspire 3 Plattform, die uns unter anderem während des Tests aufgefallen sind, wollen wir euch nicht verschweigen.

Software

ProRes RAW kostet extra: Leider ist der für die meisten Anwender wohl wichtigste Codec (Apple ProRes RAW) mit einem Aufpreis von 999 Euro behaftet.

Hardware

Zusätzlicher Speicher ist teuer: Im Vergleich zu anderen externen SSDs der gleichen Leistungsklasse, ist die PROSSD von DJI mit 799 Euro (UVP) für 1 TB kein Schnäppchen.

Kein mechanischer Verschluss: Die Zenmuse X9-8K Air hat keinen mechanischen Verschluss. Fotografen, die Rolling-Shutter für ihre Arbeit also vollständig ausschließen müssen, sind hiermit also nicht optimal bedient.

Bezugsquellen für die Inspire 3

Die DJI Inspire 3 sowie das passende Zubehör könnt ihr unter anderem bei folgenden Partnern kaufen und uns so mit eurem Kauf unterstützen!*

Fazit

Bleibt uns nur noch, ein Fazit aus all den Messungen, Versuchen und Erfahrungen zu ziehen. Kurz gesagt: Die Inspire 3 ist eine solide, hochwertig verarbeitete und vor allem gut durchdachte Kameraplattform für höchste Ansprüche.

Mit dem Wissen, dass die DJI Inspire 2 bereits an beinahe unzähligen Film- und TV-Produktionen beteiligt war, dürfen sich Filmfreunde nur darauf freuen, was kreative Köpfe mit der Inspire 3 erschaffen werden.

In Bezug auf Funktion, Handling und die Flugleistung können wir der Drohne ein durchweg positives Zeugnis ausstellen. Vor allem die gut gelungene Integration der Zenmuse Kamera in die Pilot 2 App auf der DJI RC Plus wird vielen Piloten Freude machen.

Für die Investition müssen Interessenten 14.999 Euro (UVP) einplanen. Dazu gesellen sich dann noch einmal zwischen 1.349 Euro und 1.499 Euro (UVP) für ein passendes Objektiv sowie optional die 999 Euro für die ProRes RAW Lizenz. Weitere Folgekosten für mehr SSDs und Akkus müsst ihr einplanen.

Schlussendlich bedeutet das: Profis bekommen hier für deutlich unter 20.000 Euro eine kompakte und vor allem flexible Produktionsmaschine, für die es neben der Sony Airpeak S1, derzeit wenig Alternativen gibt und die in der Praxis abliefert.

Pro

  • gigantische Bildqualität
  • maximale Flexibilität in Bezug auf Codecs, Auflösungen und Framerates
  • einfach Handhabung
  • gutes Tracking via Spotlight Pro
  • RTK-fähig
  • schnelles Laden der Akkus möglich
  • sehr gute Verarbeitungsqualität
  • geniales Aussehen in der Luft
  • guter Transportkoffer

Contra

  • Apple ProRes RAW kostet extra
  • Lieferung ohne Objektiv
  • hoher Preise für zusätzliche SSDs
  • Kamera hat keinen mechanischen Verschluss

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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Der Drohnenhersteller DJI und die Rosenbauer Gruppe sind eine strategische Partnerschaft im Bereich der Lösungen für Rettungsdienste und der Brandbekämpfung eingegangen. Das Unternehmen Rosenbauer entwickelt und produziert Fahrzeuge, Brandbekämpfungssysteme, Brandschutz- ... jetzt lesen!

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