eID FAQ: Registrierung für Drohnenbetreiber / UAS Operator (EU-Regeln)

Die neuen EU-Drohnenregeln erfordern unter anderem die Ausstellung einer eID und damit die Registrierung jedes Drohnenbetreibers (UAS Operator) für Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 250g. Aktuell gibt es noch einige Unklarheiten zur genauen Umsetzung dieser Registrierung. Wir fassen zusammen, was bereits feststeht.

Bevor wir uns konkret mit der Registrierung eines Drohnenbetreibers (umgangssprachlich auch Drohnenpiloten – aber das ist falsch, dazu später mehr) beschäftigen, hier noch einige wichtige Hinweise für euch:

Den allgemeinen Aufbau der neuen EU-Drohnen-Regulierung haben wir euch in unserem Artikel zu den Betriebskategorien und Drohnenklassen vorgestellt. Konkrete Fragen zu speziellen Themen haben wir außerdem versucht in unseren ausführlichen FAQ zu den neuen EU-Drohnenregeln zu beantworten.

Wenn ihr noch ganz am Anfang eurer Recherche in Bezug auf die neuen Drohnenregulierung der EU steht, empfehlen wir euch dringend, mit den beiden obigen Artikeln zu starten, um einen ersten Überblick zu bekommen. Wenn euch dann der Kopf raucht: Nicht verzweifeln, uns ging es am Anfang nicht anders.

Disclaimer: Dies ist keine Rechtsberatung. Bei Unklarheiten sollte in jedem Fall direkt die EASA, die zuständige Luftfahrtaufsichtsbehörde oder ein Fachanwalt konsultiert werden. Wir übernehmen ausdrücklich keine Haftung und Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen. Die Recherche erfolgte nach besten Wissen und Gewissen. Die Verwendung der Informationen geschieht ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Wer muss sich registrieren?

Bevor wir auf den zukünftigen Registrierungsprozess eingehen, ein kurzer Überblick, wer sich überhaupt registrieren muss und warum.

EU-Drohnenregeln Teaser eID

Die neuen EU-Drohnenregeln sehen erstmals die Registrierung für Drohnenbetreiber (UAS Operator) in einer zentralen Datenbank vor. Diese Registrierung soll einen Betreiber eu-weit eindeutig identifizieren können. Die Registrierung geschieht auf nationaler Ebenen (in der Regeln in dem EU-Land mit ersten Wohnsitz) und gilt dann in allen anderen EU-Mitgliedsstaaten.

Nach der erfolgreichen Registrierung wird jedem UAS Operator eine eindeutige Nummer (eID) zugewiesen. Diese muss dann an allen Drohnen / Flugmodellen im Besitz des Betreibers angebracht werden und dient zur Identifizierung bei Unfällen oder Verlust des Fluggerätes.

Was ist ein UAS Operator / UAS-Betreiber?

Im Gegensatz zu zentralen Datenbanken, die bereits in anderen Ländern umgesetzt wurden, gilt in der EU ein Prinzip nach dem Haltermodell. Es ist wichtig zu verstehen, dass der UAS Operator (Drohnenbetreiber) nicht dasselbe wie der Drohnenpilot (Remote Pilot) ist. Oft nimmt eine Person aber beide Rollen ein.

Als UAS Operator ist die Person zu verstehen, die die Drohne besitzt. Man kann sich das Ganze analog zu dem Halter eines KFZ vorstellen. Nur weil ich Halter eines Autos bin, bin ich nicht gleichzeitig der Fahrer. Der Fahrer wäre in diesem Beispiel dann der Drohnenpilot (Remote Pilot).

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In unserem Video gehen wir noch einmal auf alle Details zur eID ein.

In vielen Fällen (vor allem im privaten Bereich) sind UAS Betreiber und Remote Pilot natürlich oft dieselbe Person. Das ist auch der Grund, warum jeder, der eine Drohne über 250g Abfluggewicht betreiben will, sich registrieren muss.

Im gewerblichen Kontext kann das anders aussehen: Hier kann beispielsweise der Unternehmensinhaber (oder das Unternehmen) als UAS Operator registriert werden. Die Mitarbeiter, die die Drohnen zur Erbringung von Dienstleistungen verwenden, sind dann lediglich Drohnenpiloten und müssen sich in diesem Kontext nicht registrieren.

Wichtig: Alleine die Registrierung als UAS Betreiber befreit natürlich nicht von den Pflichten, die zusätzlich für Drohnenpiloten (Remote Pilot) gelten können (Kentnissnachweis, Onlinetest, etc).

Ist eine Registrierung immer notwendig?

Ja, es sei denn bei der geflogenen Drohne handelt es sich um ein Modell der Drohnenklasse C0 oder um einen Selbstbau mit weniger als 250g. Das heißt: Auch traditionelle Flugmodelle, die diese Anforderungen nicht erfüllen (d.h. schwerer sind), werden in Zukunft mit der eID-Registrierungsnummer des UAS Operators gekennzeichnet werden müssen.

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Wie wird die Registrierung durchgeführt?

Diese Frage ist auch Stand Oktober 2020 noch nicht 100% zu beantworten. Wir fassen zusammen, was wir wissen.

Die zuständige Behörde für den Aufbau und den Betrieb der deutschen Datenbank für UAS Betreiber ist das Luftfahrt Bundesamt. Wir wissen durch Informationsschreiben unseres eigenen Haftpflichtversicherungsanbieters, dass ein Prozess zur Registrierung bereits im Aufbau ist.

Einige Drohnenversicherungsanbieter haben aus diesem Grund ihrer Kunden bereits aufgefordert, die notwendigen Informationen für eine Registrierungen zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet: Die Registrierung als UAS Operator erfolgt in diesem Fall automatisch. Das ist jedoch nur Möglich, weil die beiden großen Modellflugverbände DMFV und DAeC die Möglichkeit bekommen haben, ihre Mitglieder „En-Block“ (d.h. in einem Rutsch und auf automatischem Wege) zu registrieren.

Natürlich könnt ihr der Weitergabe eurer Daten auf diesem Weg auch widersprechen. Macht aber wenig Sinn, denn euch wird ja die ganze Arbeit abgenommen.

Für alle übrigen UAS Betreiber (die weder Mitglied in einem der Verbände sind und/oder auch nicht über ihren Versicherungsanbieter Zugriff auf diese Möglichkeit haben) wird das Luftfahrt Bundesamt ein Onlineportal zur Registrierung bereitstellen. Wann genau das der Fall ist, steht noch nicht fest. Es wird laut Aussage des Luftfahrt Bundesamtes aber rechtzeitig vor dem 31. Dezember 2020 der Fall sein.

Welche Daten müssen angegeben werden?

Die Registrierung zur Erzeugung einer eID-Nummer setzt die vollständige Angabe der folgenden Daten des UAS Operators voraus:

  • Vorname
  • Nachname
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Versicherungsnummer

Aller Voraussicht nach wird die eID wohl auf elektronischem Wege per Mail zugestellt.

Was kostet die Registrierung / Bezug der eID?

Ob für die En-Block-Registrierung über die beiden Verbände DMFV und DAeC eine Gebühr anfällt, ist derzeit noch offen.

Die Individualregistrierung über das in der Entstehung befindliche Portal des Luftfahrt Bundesamtes soll gegen Gebühr erfolgen. Nach einer Meldung des DMFV wird sich diese in einem „niedrigen zweistelligen Bereich“ bewegen.

Wer hat Zugriff auf die Daten in der Datenbank?

Im Gegensatz zur bisherigen Kennzeichnungspflicht mit der bekannten „Drohnenplakette“ bzw. einem „Drohnenkennzeichen“, hat die eID sicherlich einen Vorteil in Sachen Datenschutz: Denn auf der bisherigen Plakette stehen direkt alle persönlichen Daten des UAS Operators sichtbar drauf. Wer die Drohne findet, weiß damit sofort, wem sie gehört.

An die mit der eID verknüpften personenbezogenen Daten des UAS Betreibers sollen in Zukunft nur noch Behörden im Rahmen eines berechtigten Interesses, zum Beispiel bei einer Strafverfolgung kommen. Auch müssen dann nicht immer alle Daten herausgegeben werden (wobei das wohl eine wenig sinnvolle Einschränkung ist, denn fast alle der geforderten Daten führen ja – wenn auch über Umwege – ohnehin recht schnell zu einer eindeutigen Identifizierung des Drohnen-Halters).

Andere EU-Staaten können im Übrigen Anfragen an die deutsche Datenbank stellen. Genauso, wie deutsche Behörden Anfragen zur Identifizierung eines UAS Betreibers auf Basis einer eID aus einem anderen Mitgliedsstaat stellen kann. Eine gemeinsame, zentrale EU-Datenbank wird es aber voraussichtlich nicht geben.

Ab wann gilt die Registrierungspflicht?

Die Pflicht zur Registrierung und das Anbringen der eID an Drohnen / Flugmodellen gilt ab dem 1. Januar 2021. Ab diesem Datum muss die Registrierung erfolgt sein, wenn eine Drohne betrieben werden soll.

Wie muss die eID an der Drohne befestig werden?

Auch hier sind uns die zuständigen Behörden noch Details schuldig. Vielleicht reicht ein Beschreiben mit einem wasserfesten Stift oder ein Aufkleber. Vielleicht muss es aber auch wieder eine feuerfestes Schild mit Gravur sein. We will see.

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Schlusswort

Wir hoffen, dir hat diese kurze Überblick über die neue Registrierungsplicht für UAS Operator zur Anforderung einer eID geholfen zu verstehen, was ab 2021 auf dich zukommt, wenn du eine Drohne in der EU betreiben willst.

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Quellen: Luftfahrt Bundesamt, DMFV

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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