B.O.S.-Drohnen: Behörden & Organisationen mit Sicherheitsaufgaben(In nur 6 Minuten gelesen)

Drohnen für B.O.S. richten sich an einen ganz bestimmten Anwenderkreis. Im Fokus stehen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Dazu zählen die Polizei, die Feuerwerk oder der Katastrophenschutz. Wir wollen in diesem Artikel eher auf B.O.S. Drohnen und ihre Besonderheiten eingehen.

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Ein besonderes Merkmal von B.O.S. Drohnen ist ihre Spezialisierung auf bestimmte Aufgaben, die der Erfüllung von Sicherheitsaufgaben oder der Rettung von Menschen dienen. Zudem sind B.O.S. Drohnen durch eine schnelle Einsatzbereitschaft unter den verschiedensten Bedingungen charakterisiert.

Was bedeuten B.O.S.?

Die Abkürzung B.O.S. steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Gemeint sind damit unter anderem:

  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Technisches Hilfswerk
  • Katastrophenschutz
  • Allgemeine Rettungskräfte
  • Gemeinnützige Hilfsorganisationen – z.B: DLRG, ASB, DRK, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe, etc.
Yuneec Drohne mit WärmebildkameraBildquelle: Powie | Pixabay License

Warum gibt es spezielle B.O.S. Drohneneinsätze?

Der Begriff B.O.S. – oder besser gesagt die ausgeschriebene Form Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – findet ihren Ursprung in der 2017 in Kraft getretenen Drohnen-Verordnung.

In der damit einhergehenden Novellierung der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) wird erstmals die Entscheidung zwischen B.O.S. Drohneneinsätzen und allen übrigen Drohnenflügen gemacht. Das Besondere bei Drohneneinsätzen durch B.O.S. ist, dass bestimmte Erlaubnispflichten der LuftVO nicht vorgeschrieben sind, wenn die Drohne im Zusammenhang mit einem Notfall- oder Katastropheneinsatz oder der Erfüllung weiterer behördlicher Aufgaben verwendet wird. Das ergibt sich aus LuftVO § 21a Absatz 2.

DJI Matrice 200 V2 Drohne mit Zenmuse Gimbal KameraBildquelle: DJI
Die DJI Matrice 200 V2 ist eine Drohne, die sich für BOS-Einsätze eignet.

So müssen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben keine Erlaubnis einholen, wenn:

  • eine Drohne mit mehr als 5kg Startmasse betrieben wird.
  • eine Drohne mit Verbrennungsmotor in geringerer Entfernung als 1,5 km zu Wohngebieten betrieben wird.
  • eine Drohne in geringerer Entfernung als 1,5 km von Flugplätzen betrieben wird (auf Flugplätzen ist weiterhin die Zustimmung der Luftaufsichtsstelle und der Flugleitun notwendig (!).
  • eine Drohne bei Nacht betrieben wird.

Außerdem brauchen B.O.S. keinen Kenntnisnachweis für Drohnen über 2 kg, so wie es LuftVO § 21a Absatz 4 für alle anderen Piloten vorschreibt.

Also sind B.O.S. Drohnen gar kein eigener Drohnentyp?

Streng genommen lauter die Antwort: Nein. Jede Drohne kann eine B.O.S. Drohne sein, wenn sie im Kontext von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eingesetzt werden.

In der Umgangssprache spricht man immer dann von B.O.S. Drohnen, wenn Drohnen gemeint sind, die speziell für die Aufgaben von B.O.S. entwickelt worden sind.

Welche Anwendungsgebiete gibt es für behördliche Drohnen?

Die Anwendungsgebiete von Drohnen für BOS sind dementsprechend vielfältig. Wir haben euch einmal eine Auswahl typischer Anwendungsgebiete von B.O.S. UAVs zusammengestellt. Die Liste aber mit Sicherheit nicht vollständig und wird sich in der Zukunft ohne Frage erweitern.

  • Suche von Vermissten oder Personen auf der Flucht (auch in der Nacht)
  • Bergung von Verletzten (Echtzeitinformationen aus der Luft)
  • Lageerkundung (zur Einsatzoptimierung)
  • Überwachung von Großveranstaltungen
  • Unfallanalytik: Unfalldokumentation / Erstellung von Unfallskizzen / Unfallrekonstruktion
  • Klärung von Schuldfragen durch hochauflösende 3D-Gutachten
  • Katastrophenbekämfpung (Lageerkundung, Personensuche, Koordination von Hilfskräften)
  • Brandbekämpfung (Analyse von Bränden und Hitzezonen)
  • Beweissicherung

Welche Funktionen hat ein B.O.S. UAV?

Um diese breite Palette an Einsatzgebieten abdecken zu können, sind die meisten Drohnen für Behörden modular aufgebaut. Den Kern bildet eine Flugplattform, die in der Regel mehrere Kilogramm Zuladung tragen kann. Außerdem sind alle wichtigen System im Normalfall redundant ausgelegt, sodass die Drohne auch bei einem technischen Defekt noch sicher gelandet werden kann (mehrere IMUs, Kompasse, Akkus, etc).

Yuneec H520 RTK Drohne Image Source YuneecBildquelle: Yuneec
Auch die Yuneec H520 Drohne (hier mit RTK) kann für BOS-Missionen genutzt werden.

Die Zuladung besteht aus verschiedensten Sensoren, die die oben aufgeführten Anwendungen ermöglichen. Oft wird auch eine Kombination aus verschiedenen Sensoren und Kameras verwendet, um mehr Informationen sammeln zu können.

Der Klassiker ist eine hochauflösende Sichtkamera, die die Identifizierung und Aufklärung von Situationen bei Tageslicht ermöglicht. Speziell Zoom-Kameras erlauben es darüber hinaus, Personen und Gegenstände auch aus einer großen Entfernung mit hohem Detail zu verfolgen.

Ebenfalls häufig eingesetzt werden Drohnen mit Wärmebildkamera (auch Thermal Cam). Diese Art von Kamera erkennt die Hitzesignaturen von Lebewesen und Gegenständen. Damit können Wärmebildkameras vielfältig eingesetzt werden. Zum einen unterstützen sie die Suche von Personen in unübersichtlichem Terrain oder bei Nacht oder sie lassen sich zur Analyse von Bauwerken und Anlagen einsetzen.

Des Weiteren ermöglichen GPS- und GLONASS-Empfänger in Kombination mit RTK-Modulen eine extrem genaue Vermessung von Tatorten oder Unfallschauplätzen.

Darüber hinaus werden viele B.O.S. Drohne mit einer leistungsstarke Beleuchtung ausgestattet, die auch den sicheren Einsatz bei Nacht möglich macht. Automatische Flugfunktionen, wie RTH, automatisiertes Starten und Landen oder eine allseitige Hinderniserkennung und Hindernisvermeidung sind bei vielen professionellen B.O.S. UAVs bereits standardmäßig an Bord.

Besondere Aufmerksamkeit gilt im behördlichen Sektor auch der Einsatz von Verschlüsselungstechnologien. So wird sichergestellt, dass die gesamte Kommunikation zwischen Drohne und Basisstation für Dritte verschleiert wird und kein Zugriff auf die Telemetrie- und Steuersignale besteht. DJI bietet eine solche Lösung bei seinen Enterprise Drohnen an und auch Yuneec hat mit seinem SkyHopper System ein entsprechendes Produkt im Angebot.

Benötigen B.O.S. Drohnen eine besondere Versicherung?

Ja! Für B.O.S. Einsätze ist eine spezielle Haftpflichtversicherung notwendig. Das ergibt sich aus den besonderen Gefahren, die solche Einsätze mit sich bringen. Im Gegensatz zu normalen Drohnenflügen, die in der Nähe von Einsatzorten strikt verboten sind, bewegen sich Drohnen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben genau an diesen Stellen.

DJI Mavic 2 Enterprise Dual Drohne WärmebildkameraBildquelle: DJI
Die DJI Mavic 2 Enterprise Dual Drohne ist eine besonders kompakte B.O.S. Drohne.

Diese Art von Flugmissionen wird in der Regel nicht von einer normalen Drohnen-Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Außerdem ist es natürlich essentiell, dass die Piloten von Drohnen im B.O.S. Umfeld ausreichend geschult sind und Erfahrung im Umgag mit Drohnen in Krisensituationen haben.

Was sind typische Drohnenmodelle?

Wer auf der Suche nach passenden Drohnen für die oben genannten Aufgabengebiete ist, kann aktuell bereits auf eine breite Produktpalette zurückgreifen. Im Folgende eine Auswahl:

Schlusswort

In diesem Artikel haben wir geklärt, was B.O.S. Drohnen sind, warum es sie gibt und wozu sie eingesetzt werden. Wir hoffen, dir haben diese Informationen weitergeholfen.

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Bildquellen

  • Yuneec Drohne mit Wärmebildkamera: Powie | Pixabay License
  • DJI Matrice 200 V2 Drohne mit Zenmuse Gimbal Kamera: DJI
  • Yuneec H520 RTK Drohne Image Source Yuneec: Yuneec
  • DJI Mavic 2 Enterprise Dual Drohne Wärmebildkamera: DJI
Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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