Der Kamera- und Drohnenhersteller DJI bringt heute die neue DJI Mini 5 Pro an den Start. Die fünfte Mini-Generation kommt erstmals mit einem 1-Zoll-Sensor und soll dank neuer Hinderniserkennung auch ohne GNSS navigieren können.
Bereits im Vorfeld waren etliche Details zu der DJI Mini 5 Pro ans Licht geraten (wir berichteten). Heute kommt das neueste Modell der Mini-Serie offiziell auf den Markt und schickt damit die DJI Mini 4 Pro (zum Testbericht) in Rente.
Tipp: Schon unseren ausführlichen Testbericht der DJI Mini 5 Pro gesehen?
DJI Mini 5 Pro bekommt 1-Zoll-Sensor
Das neue Modell bringt erstmals seit der DJI Mini 3 Pro einen größeren Kamerasensor mit. Die Mini 5 Pro setzt auf einen CMOS-Sensor mit einer Diagonale von 1 Zoll, während das Vorgängermodell noch auf dem häufig von DJI verwendeten 1/1,3-Zoll-Sensor basierte. Die Auflösung des neuen Chips beträgt jetzt 50 MP, die DJI bei der Mini 5 Pro zum ersten Mal dafür verwendet, einen digitalen 48-mm-Telezoom-Modus zu integrieren. Die native Brennweite des Objektives beträgt erneut 24 mm bei einer fixen Blende von f/1,8.
Mit dem neuen Sensor soll die Mini 5 Pro jetzt einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendstufen einfangen können. Die maximale Videoauflösung bleibt bei 4K mit bis zu 60 fps in HDR. Natürlich werden auch Aufnahmen mit 10 Bit Farbtiefe unterstützt.
Im normalen Farbprofil kann der ISO-Wert für Videos jetzt für Nachtaufnahmen auf bis zu 12.800 erweitert werden. In D-Log M und HLG liegt das Maximum bei ISO 3.200. (Mini 4 Pro: Normal – ISO 6.400 und D-LOG M/HLG – ISO 1.600).
Die DJI Mini 5 Pro übernimmt die Fähigkeit für echte Hochkantaufnahmen von der Mini 3- bzw. Mini 4-Serie, welche durch das Drehen der Kamera um 90° erreicht werden. Zusätzlich spendiert DJI dem neuen Modell ein verbessertes Gimbal, welches bis zu 225° Rollrotationen für weitwinklige Vertikalaufnahmen erlaubt.
LiDAR-Sensor und verbessertes GNSS-System
Auch im Bereich der Sensorausstattung zieht die DJI Mini 5 Pro mit den zuletzt vorgestellten Drohnenmodellen in Form der DJI Air 3S (Testbericht) und der DJI Mavic 4 Pro (Testbericht) nach: Auch die kleine Mini 5 Pro besitzt jetzt einen LiDAR-Sensor in der Front.
Damit soll die neue Mini-Drohne jetzt auch bei Dunkelheit sicher zum Homepoint zurückkehren, auch wenn die Helligkeit der Umgebung für das visuelle Hinderniserkennungssystem nicht mehr ausreicht.
Bildquelle: DJI | ©Des Weiteren erlaubt der LiDAR-Sensor in Kombination mit den Kamerasensoren das Erstellen einer Echtzeitkarte der Umgebung der Drohne, sodass sich die DJI Mini 5 Pro auch ohne ausreichendes Satellitensignal (GNSS) orientieren und ihren Weg zurückfinden soll. Für dieses Feature muss die Umgebung jedoch hell genug beleuchtet sein, sodass das visuelle Sichtsystem funktioniert.
Für einen allgemein besseren GNSS-Empfang hat DJI seiner neusten Schöpfung außerdem einen Dualbandempfänger spendiert, der Satellitensignale im L1- und L5-Band empfangen kann. Dadurch kann die Drohne mehr Satelliten für eine genauere Positionierung verwenden.
ActiveTrack 360 und weitere Helferlein wieder an Bord
Wenig überraschend feilt DJI auch bei der neuen DJI Mini 5 Pro weiter an den bekannten automatischen Flugmodi. ActiveTrack 360 wurde seinerzeit beispielsweise zusammen mit der DJI Mini 4 Pro eingeführt.
Die DJI Mini 5 Pro hat laut DJI jetzt eine verbesserte Version dieser Tracking-Technologie an Bord. Die Drohne soll damit selbstständig die verfolgte Sportart (z.B. Spaziergang vs. Fahrradtour) erkennen und die Faktoren Sicherheit, Geschwindigkeit und Agilität (Dynamik der Shots) automatisch so ausbalancieren, dass die Aufnahme im Ergebnis optimiert wird.
Natürlich kann die Mini 5 Pro auch weiterhin auf Features wie MasterShots, die bekannten QuickShots und den freien Panoramamodus zurückgreifen. Darüber hinaus ist auch ein Way-Point-Modus für geplante Bildkompositionen verfügbar.
Knapp 250g und mit C0-Label
Auch bei ihren physikalischen Eigenschaften dürfte die DJI Mini 5 Pro ihre neuen Besitzer glücklich machen. DJI schafft es tatsächlich, trotz des größeren Sensors und des zusätzlichen LiDARs das Gewicht weiterhin unter der kritischen 250-g-Marke zu halten.
Damit ist die DJI Mini 5 Pro, wie ihre Vorgänger, auch als C0-Drohne klassifiziert und bietet für Piloten in der EU maximale Flexibilität im Rahmen der Vorgaben der OPEN-Kategorie.
Bildquelle: DJI | ©Die neuen Akkus, welche nicht mit den Vorgängermodellen kompatibel sind, sollen die Mini 5 Pro dabei bis zu 36 Minuten mit einer Ladung in der Luft halten. Dieser Wert liegt damit zwei Minuten höher als bei der DJI Mini 4 Pro (max. 34 Min).
Preis: DJI Mini 5 Pro kommt ab 799 Euro
Die DJI Mini 5 Pro ist ab sofort im autorisierten Fachhandel erhältlich und bestellbar.
Die Basisversion der DJI Mini 5 Pro bekommt ihr mit einem Akku und der DJI RC-N3 Fernsteuerung zu einem Preis von 799 Euro (UVP).
Bildquelle: DJI | ©Das erweiterte Fly More Combo enthält zwei weitere Flugakkus, eine Akkuladestation sowie eine Tragetasche für 999 Euro (UVP).
Außerdem bietet DJI die DJI Mini 5 Pro auch im Fly More Combo mit der Display-Fernsteuerung DJI RC 2 (zum Testbericht) für 1.129 Euro (UVP) an.
Selbstverständlich gibt es für die neue Drohne auch wieder passende DJI Care Refresh Pläne zu kaufen.
Hier findet ihr ab sofort unseren ausführlichen Testbericht der DJI Mini 5 Pro.
Quelle: DJI






DJI hat ein ernstes Problem: Wie in verschiedenen Berichten zu lesen ist, wiegt die Mini 5 Pro offensichtlich knapp über 250 g. Damit fällt sie in den USA unter die strengen FAA-Vorschriften, und in der EU droht ihr der Entzug der C0-Zertifizierung durch die EASA. Warum macht der Weltmarktführer solchen Unsinn?
Bei einer angegebenen MTOM von 249,9g fliegen Besitzer der Mini 5 definitiv illegal, wenn sie einen der mitgelieferten ND-Filter verwenden. Unglaublich!
Hallo Uli,
das war in der Tat ein etwas „unentspannter“ Start für das neue Produkt. Nach dem, was man so liest, scheint es ja doch noch gut auszugehen, da die entsprechende Norm eine Toleranz beim Gewicht zulässt. Wir beobachten das Ganze derzeit genau.
Mich würde es aber persönlich sehr wundern, wenn DJI hier nicht vorab sehr genau in Rücksprache mit den Regulierungsbehörden gegangen ist.
Viele Grüße,
Nils