5 Gründe die gegen die Mavic 3 sprechen

Mit der Mavic 3 hat DJI seine neue Highend-Drohne präsentiert. Doch ist wirklich alles Gold was glänzt? Wir haben euch fünf Punkte zusammengefasst, bei der die neue Drohne Schwachpunkte hat.

Eines direkt vorweg: Die Mavic 3 ist eine ausgezeichnete Drohne, die der Mavic 2 Pro als Nachfolgerin mehr als gerecht wird. Die neue Kamera ist ein absolutes Erlebnis und die allgemeine Flugperformance dürfte viele Piloten glücklich machen.

Trotzdem gibt es auch bei diesem Produkt einige Punkte über die man sich als potenzieller Käufer im Klaren sein sollte. Einige dieser Dinge fallen zugegebenermaßen in die Kategorie Meckern auf hohem Niveau. Wer jedoch ein Premiumprodukt kauft, sollte auch über diese Tatsachen Bescheid wissen. Auf geht’s.

Tipp: Unseren ausführlichen Testbericht der DJI Mavic 3 findet ihr direkt hier.

1. Die DJI Fly App

In unseren Augen ist die Fly App Plattform der alten Go 4 App in vielen Dingen überlegen. Dazu gehört vor allem der insgesamt übersichtlichere Aufbau und die intuitivere Menüstruktur. Viele wichtige Funktionen haben außerdem direkt einen prominenten Platz auf dem Hauptbildschirm erhalten und sind nicht weiter in Untermenüs versteckt.

Diese Ansatz hat aber ohne Frage auch seine Nachteile. Denn die vielen Menüs (Einstellungsmenü, Kameramenü, Aufnahmemenü etc) haben auch einen großen Vorteil: Sie bieten Platz für viele Knöpfe und Schalter, um Einstellungen nach Lust und Laune zu treffen. Wer sich daran einmal gewöhnt hat, dem kommt die Fly App vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas „einfach“ vor.

Im Flug macht sich das aber nicht unbedingt negativ bemerkbar. Ein visueller Nachteil, den sich DJI mit der Fly App erlaubt ist in unseren Augen die Anzeige der verbleibenden Flugzeit. Die ist in der Go 4 App mit dem farbigen Balken am oberen Rand einfach immer noch schöner und präsenter gelöst.

Zusammengefasst bedeutet das: DJI-Neulinge oder Nutzer die von anderen DJI Drohnen mit Fly App auf die Mavic 3 wechseln, werden sich direkt zu Hause fühlen. Wer von der Go 4 App kommt, braucht vielleicht ein wenig Umgewöhnung. Ist im Endeffekt sicher Typsache.

2. Kein Way Point-Flug

Eine Funktion die wir schmerzlich gegenüber der Mavic 2 Serie vermissen ist der Way Point Flug. Dass DJI die Mavic 3 um diese Funktion erleichtert, ist ehrlich gesagt nicht wirklich nachvollziehbar.

Das Planen und Ausführen von Way Point Missionen ist ein sehr mächtiger Tool, auch für Videomacher. Denn wann immer es darauf ankommt, einen Shot mehr als nur einmal zu reproduzieren, leistet die Way Point Funktion der Mavic 2 exzellente Arbeit. Außerdem lassen sich damit spannende Flugbahnen um Motive erstellen. Flüge auf dem Sofa zu planen, war ebenfalls eine tolle Sache.

Ganz Weg sind die Way Points nicht. Die Mavic 3 kann diese noch für Hyperlsape-Aufnahmen nutzen. Das ist aber nicht dasselbe, wie die umfassende Missionsplanung der Mavic 2.

3. Kein HDR-Modus / HLG

Zwar ist die neue Hasselblad-Kamera der Mavic 3 über jeden Zweifel erhaben und übertrifft die Kamera ihrer Vorgängerin relativ mühelos, dafür geht der neuen Drohne aber eine HDR-Videofunktion ab.

Auf 8-Bit-Pseudo-HDR-Video können Piloten in der Mavic 3 Klasse wahrscheinlich ohnehin verzichten. Diesem Modus trauern wir auch gar nicht nach. Etwas unverständlich ist es jedoch, wieso die M3 keine Aufnahmen in HLG (Hybrid Log Gamma) anfertigen kann. Das war bei der Mavic 2 Pro extrem praktisch, denn das HDR-Material im Rec.2020 Farbraum lässt sich mit tollen Kontrasten auf vielen modernen TVs direkt wiedergeben.

Auch wenn D-Log wohl häufiger zum Einsatz kommt, ist die Wahl auch HLG filmen zu können, eine gute Option gewesen. Übrigens: Der Air 2S (zum Testbericht) gewährt DJI diese Funktion ebenfalls. Das schreit eigentlich nach einem Update für die Mavic 3.

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4. Kein optischer Zoom

Vielen von euch wird bereits bekannt sein, dass die M3 nicht nur über eine sondern eigentlich zwei Kameras verfügt. Die Hauptkamera übernimmt dabei die normalen Filmaufgaben, die Zweitkamera erlaubt das Zoomen, um die Umgebung nach Motiven zu durchsuchen.

Im Gegensatz zur Mavic 2 Zoom, die ein echtes optisches Zoom-Objektiv an Bord hatte, muss die Mavic 3 aber mit zwei Festbrennweiten zurecht kommen. Das hat klar auch Vorteile bei der Schärfe und der Detailtreue, aber geht auch auf die Bildqualität, wenn es um vergrößerte Aufnahmen gibt.

Im Grunde kann die Mavic 3 ohne Digitalzoom somit nur zwei Brennweiten nativ abbilden: 24 mm und 162 mm (jeweils 35-mm-Äquivlante). Das entspricht einem optischen Zoom von 7x.

Wenn ihr Zwischenstufen nutzen wollt, wird lediglich digital gezoomt, d.h. das Bild wird in einem vergrößerten Ausschnitt dargestellt. Das ist zwangsweise mit Qualitätsverlust im Verhältnis zur vollen Auflösung ohne Zoom verbunden. Mehr dazu findet ihr hier.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Zoom-Fähigkeiten der Mavic 3 sind beachtlich. Ihr bekommt aber keinen (stufenlosen) optischen Zoom wie noch bei der Mavic 2 Zoom.

5. Kein mechanischer Verschluss

Der letzte Punkt der uns ein wenig schmerzt betrifft die Hauptkamera. Leider verpasst die Mavic 3 die Chance die allgemeine Wunderwaffe auch für die Vermessungsbranche zu werden.

Die Kamera der P4P V2.0 hat einen 1-Zoll-Sensor
Die Kamera der P4P V2.0 hat einen mechanischen Verschluss.

Denn DJI verzichtet bewusst auf den Einsatz einer Kamera mit mechanischem Verschluss und verzichtet auch auf einen elektronischen „Global Shutter“ . Das ist für den Alltag nicht besonders wild, denn die wenigstens sind auf absolut verzerrungsfreie Aufnahmen wirklich angewiesen.

Trotzdem ist die Mavic 3 damit potenziell dem Rolling-Shutter-Effekt unterlegen und fällt für einige Spezialanwendungen damit durch das Anforderungsraster. Wer das benötigt, muss im DJI Lager weiterhin zur P4P V2.0 (zum Testbericht) greifen.

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6. Der Preis?

Als „Bonuspunkt“ wollen wir noch kurz den Preis der Drohne anführen, den viele in der Community bereits ausführlich kommentiert haben. Objektiv betrachtet muss man festhalten, dass das Einstiegest der Mavic 3 mit 2.099 Euro (UVP) deutlich über dem Preis des damaligen Einführungspreis des Mavic 2 Pro Standard Combos mit 1.449 Euro (UVP) liegt.

Das Fly More Combo hat ebenfalls ein deutliches Plus beim Preis zu verbuchen.

Die Mavic 3 richtet sich auf der anderen Seite aber auch an einen anderen Käuferkreis und nimmt mehr die professionellen Anwender in den Fokus. Der Preisanstieg ist sicherlich unter anderem darauf zurückzuführen. Denn wer die Drohne als Werkzeug für seine Arbeit anschafft, greift häufig eher tief in die Taschen, als der reine Hobby-Pilot.

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Das sind die Alternativen

War bei den Punkten tatsächlich ein Deal-Breaker für euch dabei oder die Mavic 3 fällt dadurch in ihrem Gesamtpaket durch eure Preis-Leistungs-Check? Kein Problem (auch wenn wir am Ende noch einmal betonen wollen, dass die Mavic 3 insgesamt ein wirklich gutes Produkt ist. Alle Details dazu gibt’s im Testbericht).

Unsere aktuelle Empfehlung für alle Hobby-Piloten, die nicht direkt 2.000+ € (Standard Combo), knapp 3.000 € (Fly More Combo) oder deutlich über 4.000 € (Cine Premium Combo) für die Mavic 3 ausgeben wollen, ist ganz klar die DJI Air 2s (zum Testbericht).

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Wer nicht das Neuste vom Neuen haben will, der trifft mit der Mavic Air 2 (zum Testbericht) ebenfalls keine schlechte Wahl.

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Wer hingegen den Rolling-Shutter-Effekt zwingend ausschließen muss, der greift bei DJI zur soliden Phantom 4 Serie in Form der P4P V2.0 (zum Testbericht).

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Schlusswort

Wir hoffen, euch haben diese fünf eher negativen Punkte zur Mavic 3 geholfen, die neue DJI Drohne noch besser einzuordnen.

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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