Remote ID: Wer sollte den Standort des Piloten sehen können?

Der Verordnungsvorschlag zum Thema Remote ID der US-amerikanischen FAA hat in den letzten Wochen für viel Unmut unter Drohnenpiloten gesorgt. Die Demonstration des Drone-to-Phone Remote ID Systems von DJI hat nun eine weitere Frage aufgeworfen.

Die Identifizierung von Drohnen aus der Ferne ist im Allgemeinen ein wichtiger Baustein, um den Verkehr am Himmel zu regeln und ultimativ ein sogenanntes UTM (UAV Traffic Management) zu ermöglichen.

Mit der Vorstellung von DJIs Remote ID Variante, kamen nun neue besorgte Stimmen auf, die sich über die Freigabe des Pilotenstandortes beschweren. Nun hat DJI kommentiert.

Pilotenstandort durch FAA-Vorschlag gefordert

In der aktuellen Variante des Notice of Proposed Rulemaking (NPRM) der FAA wird die Übermittlung des Standort des Drohnenpiloten über das Remote ID System klar gefordert.

DJI Drone to Phone Remote ID DemoBildquelle: DJI | ©
Das Drone-to-Phone Remote ID System von DJI als App.

Zusammen mit anderen Daten, wie der Flugrichtung, der Geschwindikeit, der Höhe und des bereits zurückgelegten Flugpfades soll also auch der aktuelle Standort der steuernden Person (Pilot) in nahe Echtzeit via Remote ID übertragen werden.

DJI zeigte in der letzten Woche, wie die selbstentwickelte ID-Lösung über die Drone-to-Phone Remote ID App funktioniert. Hierbei ist über eine App auf einem Smartphone die Identifikation von DJI Drohnen über die WiFi Aware Standard möglich, ohne dass dafür eine Internetverbindung vorhanden sein muss.

Jeder der sich in der Nähe der Drohne befindet und über ein Smartphone mit der DJI App verfügt, kann eine Drohne am Himmel identifizieren und die Flugdaten auslesen.

In dem DJI Video wird aber auch sichtbar, dass der Standort des Piloten genau so einsehbar ist, wie die aktuelle Position der Drohne. DJI setzt damit in seiner Demo lediglich die die Inhalte der FAA NPRM um.

Diese Tatsache sorgte bei einige Piloten nun – verständlicherweise – für besorgte Kommentare im Netz gesorgt. Viele rechtmäßig agierende Drohnenpilote fürchten nun um ihre Privatsphäre, andere um ihre Unversehrheit.

Drohnenpiloten sehen Standortfreigabe als gefährlich

An einigen Stellen wurden nun Stimmen laut, die sich generell für Remote ID jedoch entschieden gegen die Publikation des Pilotenstandortes aussprechen.

DJI schließt sich in seinem aktuellen Kommentar dieser Sichtweise an.

Die Angst, dass die Allgemeinheit mit den Positionsinformationen für den Piloten negative Dinge anstellen könnte, scheint in Anbetracht der nicht unbedingt positiven Einstellung einiger Mitbürger gegenüber der Drohnentechnologie nicht vollständig an den Haaren herbeigezogen.

Auf der Seite des „Pilot Institutes“ findet sich eine ganze Liste an teilweise bewaffneten Angriffen auf legal betrieben Drohnen, die mit dem zusätzlichen Wissen über den Pilotenstandort hätten noch viel schlimmer ausgehen können.

Das muss man aus europäischer Sicht sicher etwas relativieren, denn der allgemeine Griff zur Schusswaffe, dürfte in Europa / Deutschland durchschnittlich geringer ausfallen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nichts desto trotz gibt es schon heute immer wieder Situationen, in den auch hierzulande Drohnenpiloten unberechtigt von nicht oder falsch informierten Mitmenschen des illegalen Fliegens bezichtigt werden. Solche Auseinandersetzungen dürften sich mit Standortzugriff mehren.

Weitere Stimmen gegen die Standortfreigabe haben Angst, dass auch Polizei-Drohnen und B.O.S.-Drohnen ihre Position freigeben und somit taktische Vorteile verlieren könnten. Außerdem könnte das Auslesen der Standortinformationen Verbrecher auf Wohnorte hinweisen, an denen es teure Drohnen zu stehlen gibt.

Das der Standort des Piloten für die behördliche Arbeit auf der anderen Seite unglaublich wichtig sein kann, um einen Piloten schnell zu identifizieren, ist ohne weitere Frage richtig.

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Quelle: DJI

Bis zum 2. März besteht weiterhin die Möglichkeit, die NPRM der FAA zum Thema Remote ID zu kommentieren und Vorschläge zur Änderung einzubringen.

Auch aus europäischer Sicht ist dieser Remote ID Entwurf mit Sicherheit nicht unbedeutend, da sich die EASA an ein bestehendes US-System anlehnen könnte.

Wie genau Remote ID funktioniert und welche verschiedenen Systeme es gibt, haben wir in unserem Remote ID Guide für euch zusammengefasst.

Quelle: DJI, Pilote Institute

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Bildquellen

  • DJI Drone to Phone Remote ID Demo: DJI | ©

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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