Regeln für Mavic Mini & Co in Deutschland und der EU (<250 Gramm)(In nur 4 Minuten gelesen)

Drohnen mit einem Gewicht von unter 250 Gramm genießen in vielen Ländern weniger strenge Regulierungen, was den Betrieb angeht. Was genau ist aber der Unterschied in Deutschland und der EU?

Zugegeben: Drohne unter 250 Gramm Abfluggewicht (AUW) waren bis auf einige Micro-FPV-Racing-Quads bisher nicht sonderlich spannend. In der überwiegenden Mehrzahl handelte es sich dabei um „Spielzeuge“ für wenig Euro aus dem Discounter oder Fabrikate aus Fernost, die sich oft mit mehr Funktionen rühmen, als dass sie diese wirklich bieten.

Mit der Vorstellung der neuen Mavic Mini Drohne von DJI ändert sich dieses Bild schlagartig. Auf einmal steht tatsächlich eine kompakte Faltdrohne mit ausgereifter DJI App zur Verfügung, die genau 249 Gramm wiegt und mit einem Akkus bis zu 30 Minuten in der Luft bleiben soll.

Aber was genau bringt dir das geringe Gewicht und Deutschland und in der EU? Das wollen wir im Folgenden klären.

Leichtgewicht für weniger strenge Drohnengesetze in Deutschland?

Während sich die positiven Stimmen in Kanada und den USA* zur neuen Mavic Mini von DJI* beinahe überschlagen, ist in Deutschland zwar auch generelles Interesse zu vernehmen, dass schlagende Argument, wie in Nordamerika scheint aber zu fehlen. Woran liegt das?

Mavic Mini ZusammengeklapptBildquelle: DJI | ©
Die neue Mavic Mini Drohne ist leicht und kompakt zugleich.

Ganz einfach: Das US-Luftfahrtgesetz macht für Drohnen unter 250 Gramm eine Ausnahme und behandelt dieses quasi als Spielzeug und nicht als Teilnehmer am Luftverkehr. Daher dürfen diese Drohnen somit aller Voraussicht nach auch in sogenannten NFZ (No Fly Zones) starten und betrieben werden. Das klingt im ersten Moment gefährlicher als es ist. Im Grunde bedeutet das nur, dass diese Drohne damit auch in öffentlichen Parks oder auf Grundstücken größerer Städte geflogen werden dürfen, die im erweiterten Einzugsgebiet von Flughäfen liegen. In Kanada* verhält sich das Ganze rechtlich ähnlich. Auch in Japan gibt es einen entsprechenden Paragraphen (hier erfährst du alles über die Drohnegesetze in Japan).

Aber was ist mit Deutschland? Ist die Mavic Mini auch hier eine Art Freifahrtschein? Die Antwort lautet klar: Nein!

In Deutschland gibt es im Luftfahrtgesetz und der angeschlossenen Luftfahrtverordnung keine Gewichtsgrenze, die eine Drohne von der Geltung des Gesetzestextes ausnehmen würde. Sehr wohl gibt es jedoch Verschärfungen des Gesetzes für Drohnen ab 2kg, 5kg und 25kg. Das ist aber eine anderes Thema (Sprichwort: Kenntnisnachweis).

Auch die Mavic Mini fällt damit ohne Frage unter die üblichen Regeln der Drohnen-Verordnung in Deutschland.

Aber irgendetwas muss das geringe Gewicht doch bringen?

Ganz so pauschal stimmt die Aussage oben dann doch nicht. Denn zwei kleine Vorteile bieten Drohen, wie die Mavic Mini*, durch ihr geringes Gewicht von unter 250 Gramm.

Keine Kennzeichnungspflicht: Das Drohnenkennzeichen ist erst ab 250 Gramm Pflicht und kann damit entfallen.

Flüge über Wohngrundstücken: Diese sind für Drohnen leichter als 250 Gramm nicht generell verboten. Zu beachten ist aber, dass ein Verbot weiterhin vorliegt, wenn die Drohne „oder [ihre] Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen“.

Auch für den Überflug eines Wohngrundstückes mit einer Mavic Mini muss also die Erlaubnis des Eigentümers / des in seinen Rechten betroffenen Bewohners vorliegen. Auf seinem eigenen Grundstück darf eine Sub-250g-Drohne demnach aber geflogen werden, wenn du dabei keine anderen Grundstücke und Personen filmst.

FPV-Betrieb: Drohnen bis 250 Gramm dürfen ohne Spotter bis zu einer Höhe von 30 Metern mit Videobrille geflogen werden.

Und was sagen die neuen EU-Drohnenregeln?

Die EU-Drohnenregeln sind entgegen der Kenntnisse vieler Piloten bereits gültig, wir befinden und derzeit bloß gerade in einem Übergangszeitraum. Ab Sommer 2020 gelten diese jedoch auch fix in Deutschland.

Es lohnt also auch ein Blick in das neue Regelwerk der Europäischen Union zum Thema Drohnen. Ausführlich haben wir euch darüber in einem separaten Artikel berichtet.

Hier fallen Drohnen unter 250 Gramm in die kleinste Drohnenkategorie C0. Das bringt einige Vorteile gegenüber größeren Drohnen der Kategorien C1 bis C4 mit sich.

Folgendes ist für Drohnen der Klasse C0 nicht notwendig:

  • Online-Test
  • Theoretischer Test in anerkanntem Prüfungszentrum
  • Registrierung des Piloten und Registrierungsnummer an der Drohne

Darüber hinaus dürfen C0-Drohnen in der am wenigsten restriktivsten „Open“-Kategorie geflogen werden. Genauer gesagt in der Betriebskategorie Open A1, die sogar den Überflug von Menschen (jedoch keinen Menschenansammlungen) erlaubt.

Letztendlich ändert sich damit nicht viel zu den bisher bereits in Deutschland geltenden Regelungen für Drohnen unter 250 Gramm, denn nationale Bestimmungen, wie die Überflugsverbote über Wohngebiete dürften auch nach Inkrafttreten der EU-Drohnenregeln weiterhin Bestand haben.

Schlusswort

Letztendlich bleibt Folgendes festzuhalten: Drohnen mit einem Abfluggewicht von 250 Gramm sind aus rein technischer Sicht mit der Mavic Mini interessant geworden. In Nordamerika* hat das geringe Gewicht teilweise große Vorteile und geht mit einer weniger strengend Regulierung einher.

In Deutschland bringt das Gewicht von unter 250 g aus rechtlicher Sicht eher weniger. Das ändert sich auch aller Voraussicht nach nicht mit den kommenden EU-Drohnenregeln. Bleiben natürlich die rein technischen Vorteile, wie geringes Transportgewicht und hohe Flugzeit bestehen, die trotzdem für eine Drohne mit geringem Gewicht sprechen. Wer viel im Ausland reist, findet mit der neuen „Mavic Mini“-Gattung* den perfekten Begleiter.

Wir hoffe, dir hat unsere Einschätzung zu 250-g-Drohne* aus rechtlichen Gesichtspunkten geholfen! :)

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Bildquellen

  • Mavic Mini Zusammengeklappt: DJI | ©
Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

2 Gedanken zu „Regeln für Mavic Mini & Co in Deutschland und der EU (<250 Gramm)

  • Avatar
    20. November 2019 um 20:14
    Permalink

    Wenn ich aber in einigen Foren darüber nachlese, dann scheint sich langsam die Meinung durchzusetzen, dass es sich bei der Grenze nicht um das Abfluggewicht sondern das max. zulässige Gewicht handelt. Da wäre dann gar kein Vorteil mehr vorhanden, da die Drohne definitiv für den Hersteller auch mit mehr als 249 gr. gefahrenlose fliegen kann. Er bietet ja schließlich auch die Probguards mit der die Drohne an mit der das Gesamtgewicht eben höher wäre und für den Hersteller ist damit das erhöhte Gewicht auch noch zulässig.

    Stellt sich nun nur die Frage:

    Zählt das Gesamtgewicht oder gilt das max. vom Hersteller zulässige Gesamtgewicht!?

    Antwort
    • Nils Waldmann
      21. November 2019 um 04:52
      Permalink

      Hallo Markus,

      interessante Frage. Aus meiner Sicht – nur eine Meinung – muss es sich um das Startgewicht der Drohne handeln. Denn spätestens wenn wir in andere Kategorien kommen in denen sich die Selbstbauten tummeln, wird es sonst mit zumutbarem Aufwand unmöglich das „maximale zulässige Gewicht“ zu bestimmen. Das Abfluggewicht kann hingegen leicht ermittelt (und somit auch leicht kontrolliert) werden.

      Sollte wirklich das „maximale zulässige Gewicht“ (also das Gewicht, was die Drohne noch tragen kann) gelten, dann hätte DJI die Regeln auch falsch interpretiert. Nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.

      Viele Grüße,
      Nils

      Antwort

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