DJI Avata & DJI FPV Drone im Vergleich: Upgraden?

Im Gegensatz zur Vorstellung einer neuen Kameradrohne, brauchen wir uns mit dem Launch der DJI Avata eigentlich keine großen Gedanken zu sinnvollen Upgrades von älteren Modellen machen. Aber was ist mit Besitzern der DJI FPV Drone? Sollte euch die neue DJI Avata interessieren?

Mit der Avata hat DJI seine zweite rein auf den FPV-Flug ausgerichtete Drohne vorgestellt.

Im Gegensatz zur DJI FPV Drone macht die DJI Avata aber keinen hybriden Ansatz, sondern ist ganz klar auf das Erstellen von Videos fokussiert – eine so genannte Cinewhoop-Drohne.

Doch wie genau unterscheiden sich die DJI FPV Drone und die neue DJI Avata voneinander? Wir haben beide Modelle für euch im Detail verglichen.

Tipp: Unseren ausführlichen Testbericht der DJI Avata Drohne findet ihr hier.

DJI Avata kommt mit neuer Kamera

Bei der DJI FPV Drone brachte man im letzten Jahr den damaligen Standardkamerasensor mit einer Diagonale von 1/2,3-Zoll und einer Auflösung von 12 MP zum Einsatz. Diesen CMOS-Sensor findet man in der großen Mehrheit der Consumer-Drohnen der letzten Jahre und er ist sicherlich ein guter Kompromiss aus Leistung und Kosten.

Für eine Drohn aus 2022 ist der Chip aber nicht mehr zeitgemäß, denn dank der schnellen Entwicklung im Smartphonemarkt sind neue Sensoralternativen aufgetaucht. Genau davon macht die neue DJI Avata Gebrauch und setzt auf einen größeren 1/1,7-Zoll-Sensor mit 48 MP Auflösung durch eine Quad-Bayer-Kodierung.

Detailansicht der neuen Avata Kamera
Die neue Kamera sitzt präsent in der Front der Drohne.

Fotos können beide Drohnen zwar nur mit 12 MP und als JPEG aufzeichnen, dafür ist die Kamera der Avata aber rein technisch lichtempfindlicher.

Auch beim Objektiv haben sich einige Veränderungen ergeben. Gleichgeblieben ist, dass auch die neue FPV-Drohne eine fixe Blende von f/2.8 verwendet. Die Brennweite der Linse ist mit 12,6 mm ein wenig weitwinkliger (DJI FPV Drone: 14,66 mm).

Ansonsten bringt die neue Kamera wieder die Fähigkeit mit, Videos auch im D-Cinelike-Farbprofil aufzuzeichnen. So nennt DJI sein flaches Farbprofil, das Enthusiasten mehr Flexibilität bei der Postproduktion ermöglicht.

Als Codec verwendet die Drohne H.264. Insgesamt ermöglicht der neuere SoC der Avata eine leicht höhere maximale Bitrate von 150 Mbit/s (DJI FPV Drone: 120 Mbit/s) für mehr Details.

Die Stabilisierung des Bildes erfolgt nun mithilfe der neuen RockSteady Technologie und alternativ kann bei der Avata nun der von der DJI Action 2* bekannte HorizonSteady-Horizontausgleich aktiviert werden. Das 1-Achsen-Gimbal zur Neigungsverstellung der Kamera behält die neue Drohne ebenfalls bei.

In Sachen Videoaufzeichnung ist die Avata ihrer größeren Schwester nur in Sachen Flexibilität leicht überlegen. Das Maximum sind weiterhin 4K mit 60 fps bzw. 1080p mit 100 oder 120 fps (je nach verwendeter Videobrille).

NameDJI AvataDJI FPV Drone
Sensorgröße1/1,7 Zoll1/2,3 Zoll
Native Auflösung48 MP12 MP
Max Videoauflösung4K4K
Max. Framerate 4K60 fps60 fps
Max. Framerate 2,7K100 fps / 120 fps-
Max. Framerate 1080p100 fps / 120 fps120 fps
Max. Bitrate150 Mbit/s120 MBit/s
CodecH.264H.264 / H.265
Gimbal1 Achsen1 Achsen
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Hinzugekommen ist die Option nun auch Videos mit 2,7K mit bis zu 100 bzw. 120 fps aufzuzeichnen, was ein guter Kompromiss für Anwendungsfälle ist, bei denen die Auflösung von Full-HD nicht ganz ausreicht.

Design und Flugperformance

Zum Design brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht viel schreiben, denn beide FPV-Drohnen verfolgen ganz unterschiedliche Philosophien.

Die DJI FPV Drone ist auch als Racing-Drohne konzipiert, die DJI Avata ist klar eine Cinewhoop-Drohne und macht mit ihren integrierten Propeller-Guards auch keinen Hehl daraus, dass es ihr nicht um maximale Geschwindigkeit geht.

Trotzdem haben die Drohnen auch einige Gemeinsamkeiten: Der Akku wird weiterhin von hinten eingeschoben, die Kamera lässt sich in der Neigungsachse verstellen und der Rahmen ist so gebaut, dass die wichtigsten Komponenten im Inneren geschützt werden.

NameDJI Avata DJI FPV Drone
Abmessungen180 × 180 × 80 mm255 × 312 × 127 mm
Diagonalabstand120 mm245 mm
Gewicht410 g795 g
GNSSGPS + Galileo + BeiDouGPS + GLONASS + Galileo
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In Sachen Flugmodi bieten beide Drohnen dieselben Optionen, der M-Modus ist bei der Avata aber nur mit dem optionalen DJI FPV Controller V2 verfügbar.

In Sachen Top-Speed ist die DJI FPV Drone der deutlich kleineren DJI Avata natürlich voraus. Das liegt auch daran, dass das Antriebssystem der DJI FPV Drone mit einem 6S-Setup arbeitet, bei der Avata setzt man hingegen auf eine geringere Betriebsspannung mit 4S-Akkus.

In Bezug auf die Flugzeit pro Akkuladung gibt DJI für die Avata mit 18 Minuten einen leicht geringeren Wert als bei der DJI FPV Drone (20 Min) an. Das ist in unseren Augen schwer zu vergleichen, denn die DJI FPV Drone hält aufgrund ihrer „fetzigen“ Abstimmung häufig deutlich kürzer. Mit der Avata chillt man hingegen häufig lieber durch die Luft, auch wenn die kleine Cinewhoop-Drohne auch anders kann. Am Ende führt das im Schnitt für die Avata zu eher längeren Flugzeiten.

NameDJI Avata DJI FPV Drone
Max. Geschwindigkeit97,2 km/h (M-Mode)

50,4 km/h (S-Mode)
140 km/h (M-Mode)

97,2 km/h (S-Mode)
Max. Flughöhe5.000 m6.000 m
Flugzeitbis zu 18 Minbis zu 20 Min
Flugakku4S Li-Ion / 35,71 Wh (2420 mAh bei 14,76 V)6S LiPo / 44,4 Wh (2000 mAh bei 22,2 V)
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Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Drohnen ist noch das Gewicht. Die DJI FPV Drohne ist mit 795g fast doppelt so schwer wie die kompakte DJI Avata (410 g). Das hat auch Auswirkungen auf den Betrieb, der in der EU durch die verschiedenen Betriebskategorien geregelt wird. Mehr zu diesem Thema lest ihr hier.

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Sensoren und Hinderniserkennung

Bei der Sensorausstattung ist die DJI FPV Drone der neuen Avata hingegen überlegen. Beide Modelle verfügen über Stereokameras zur Sichtpositionierung im Schwebeflug und IR-Sensoren für die Unterstützung der Abstandsmessung für die automatische Landung / Start.

Die Sensoren an der Unterseite in der Nahaufnahme
Für eine Cinewhoop-Drohne hat die Avata viele Sensoren.

Damit hört es bei der DJI Avata aber auch schon auf. Die DJI FPV Drone hat zusätzlich zwei nach vorne gerichtete Kameras, um auch Hindernisse in Flugrichtung zu erkennen (nur im N-Modus aktiv). Darauf müsst ihr bei der Avata verzichten.

NameDJI AvataDJI FPV Drone
HinderniserkennungJa, Unterseite (Stereokameras)Ja, Front, Unterseite (Stereokameras)
AirSenseJaJa (laut Handbuch)
LED-Spot UnterseiteNeinJa
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GNSS-Positionierung haben beide Drohnen an Bord. Für die Avata läuft das über GPS, Beidou und Gelileo, bei der FPV Drone kommt noch GLONASS statt Beidou zum Einsatz.

Auch die DJI Avata hat einen integrierten ADS-B Empfänger zur Erkennung von bemannten Flugzeugen in der Nähe der Drohne. Bei DJI nennt sich diese Technologie AirSense und ist uns von anderen Modellen aus der Mavic- und Air-Serie bereits bekannt.

Fernsteuerung und Funksystem

Beim System zur Übertragung des FPV-Bildes von der Drohne in die Videobrille gibt es ein kleines Upgrade.

Der DJI Motion Controller neben den DJI Goggles 2
Gesteuert wird die Drohne mit den Googles 2 und dem DJI Motion Controller.

Die Avata kann das FPV-Signal direkt in Full-HD (1080p) übertragen, womit man auf die höhere Auflösung der neuen Goggles 2 Videobrille eingeht. Das funktioniert dann mit bis zu 60 fps im HQ-Modus bzw. bis zu 100 fps im Low-Latency-Modus.

NameDJI AvataDJI FPV Drone
Sensorgröße1/1,7 Zoll1/2,3 Zoll
Native Auflösung48 MP12 MP
Max Videoauflösung4K4K
Max. Framerate 4K60 fps60 fps
Max. Framerate 2,7K100 fps / 120 fps-
Max. Framerate 1080p100 fps / 120 fps120 fps
Max. Bitrate150 Mbit/s120 MBit/s
CodecH.264H.264 / H.265
Gimbal1 Achsen1 Achsen
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Damit das alles auch in 1080p klappt, bringt DJI das von der Mavic 3 bekannt O3+ Protokoll (OcuSync 3+) zum Einsatz. 

Bei der DJI FPV Drone wird hingegen O3 (OcuSync 3.0) verwendet, was aufgrund der Auflösung von 810p in Kombination mit den DJI FPV Goggles V2 auch völlig ausreichend ist.

Ob die DJI FPV Drone auch mit den neuen Goggles 2 kompatibel gemacht wird und somit ebenfalls ein Upgrade auf O3+ ansteht, bleibt abzuwarten. Derzeit ist es laut DJI nicht geplant.

Die Reichweite der Avata fällt unter CE-Bedingungen im Übrigen mit 2 km geringer aus als bei der DJI FPV Drone (bis zu 6 km). In der Praxis macht das aber weniger einen Unterschied, denn das neue O3+-System zeigt sich als sehr stabiler Videolink.

DJI Avata: Ein Upgrade oder eine andere Klasse?

Wer jetzt neben seiner DJI FPV Drone sitzt und sich die Frage stellt, wie das neue Modell einzuordnen ist, hat unser volles Verständnis.

Denn die Sache ist gar nicht so leicht zu bewerten. Auf der einen Seite macht die Avata viele Sachen besser, auf der anderen Seite fehlt die Hinderniserkennung an der Front und die Kamera der DJI FPV Drohne ist ebenfalls weiterhin gut.

Die DJI Avata bereit für den Start

Am besten man geht die Sache vollgendermaßen an: Wenn man sich die DJI FPV Drone gekauft hat, um damit eigentlich nur Videos mit besonderer Dynamik aus FPV-Perspektive aufzunehmen, darf die Avata als „Upgrade“ in den Fokus nehmen.

Wer hingegen auch Spaß am ultraschnellen Fliegen oder sogar Racing hat, der bleibt klar bei der DJI FPV Drone. Denn dafür ist die Avata schlicht nicht konzipiert worden.

Es gibt aber einen Lichtblick: Die DJI Avata gibt es auch als Stand-Alone-Paket (also nur die Drohne und notwendiges Zubehör). Damit könnt ihr dann eure bestehende Videobrille und Controller von der DJI FPV Drone einfach weiterverwenden, die Teile sind nämlich alle kompatibel. Und beide Drohnen zur Auswahl zu haben, ist natürlich die beste (Luxus-)Situation

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Schlusswort

Wir hoffen, euch hat unser Vergleich der DJI FPV Drone und der neuen DJI Avata geholfen zu verstehen, wie die beiden FPV-Modelle von DJI zueinander stehen und ob ihr das neue Modell als Alternative oder gar als Ergänzung für eure DJI FPV Drohne in Betracht ziehen solltet.

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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