DJI OcuSync 2.0 / 3.0: Der ultimative OcuSync & Lightbridge Guide

OcuSync 2.0 ist eines der fortschrittlichsten digitalen Übertragungsprotokolle auf dem Drohnenmarkt. Zwar wird in Zeiten von Fertigdrohnen weniger über Funktprotokolle gesprochen, als in den Anfängen der Drohnen-Ära. Nichts desto trotz wollen wir uns in diesem Artikel das OcuSync 2.0 Protokoll von DJI genauer ansehen.

Eingeführt wurde OcuSync mit der ersten DJI Mavic Generation. Seit dem hat sich einiges getan. Spätestens seit mit der Mavic 2 Drohnenfamilie OcuSync 2.0 auf dem Markt ist, hat DJI bewiesen, dass man auch die Funkstrecke zwischen Drohne und Fernsteuerung beherrscht.

Mit Funktionen, wie automatischem Bandwechsel und dynamischer Bandbreitenanpassung spielt die Technologie aktuell weit vorne mit. Grund genug, sich die Thematik einmal genauer anzuschauen.

Was kann OcuSync?

Mit OcuSync betitel DJI sein neustes Übertragungssystem. Es kommt zwischen der Drohne und der Fernsteuerung zum Einsatz und ist für die Übermittlung aller Daten zuständig.

OcuSync 2.0 wird auch vom DJI Smart Controller unterstützt
Der DJI Smart Controller basiert vollständig auf dem OcuSync 2.0 Protokoll.

Im Gegensatz zu anderen RC-Protokollen, wie EXBus von Jeti oder Futaba S-Bus, überträgt OcuSync nicht nur Steuersignale und Telemetriedaten. Auch die komplette Übertragung des Live-Feeds von der Drohnenkamera (also das FPV-Bild) wird bei OcuSync digital übertragen.

Die Geschichte von OcuSync und seine verschiedenen Versionen

Bevor wir in die technischen Details des OcuSync Protokolls abtauchen, wollen wir uns gemeinsam einen Überblick über den Werdegang von OcuSync verschaffen.

OcuSync (1.0) wurde mit der Mavic Pro Drohne eingeführt. Es kann 1080p und 720p Video übertragen, wobei Full-HD nur auf kurze Distanz zur Verfügung steht. Die maximale Reichweite beträgt 4,3 Meilen (etwa 7 km). Der größte Vorteil von OcuSync gegenüber anderen digitalen FPV-Systemen ist die niedrige Latenz von nur 160 bis 170 ms. OcuSync der ersten Generation nutzt ausschließlich das 2,4-Ghz-Band. Dank der digitalen Übertragungstechnik war es mit OcuSync erstmals möglich mehrere Geräte parallel mit einer Drohne zu Verbinden (Controller und DJI Googles).

OcuSync Air (OcuSync 1.5) wurde zeitgleich mit der DJI Goggles Race Edition eingeführt. Das Protokoll ist speziell für FPV angepasst worden. Die maximale Auflösung liegt bei 1280 x 960 Pixel, was die Latenz gegenüber dem Ur-OcuSync deutlich senkt. Für Piloten, für die Latenzzeit Priorität hat, erreicht OcuSync Air bei 480p Latenzen von nur 50 ms. Außerdem war OcuSync Air erstmals in der Lage das 2,4- und 5,8-GHz-Band zu verwenden und automatisch zwischen beiden Bändern zu wechseln.

Eine weitere Evolutionsstufe von OcuSync wurde mit der DJI Phantom Pro V2.0 Drohne* vorgestellt. Das hier verwendete System ist eine Mischung aus OcuSync 1.0 und OcuSync Air. Im Gegensatz zum OcuSync Air System steht zwar Dual-Band zur Verfügung, das Band wird aber nicht automatisch gewechselt, sondern muss durch den Piloten manuell gewählt werden. In Sachen Reichweite besteht kein Unterschied zu OcuSync 1.0 und auch die Übertragung von 720p und 1080p ist möglich. Die Latenzzeit hängt bei dieser Version stark vom verwendeten Controller ab. Der DJI Phantom Plus Controller erreicht zwischen 160 und 180 ms die geringsten Latenzwerte, wird ein Smartphone verwendet liegen die Werte bei bis zu 220 ms. Update: Die aktuelle Version der P4P V2.0 unterstützt ebenfalls OcuSync 2.0

OcuSync 2.0 kam hingegen mit der Mavic 2 Drohnenserie auf den Markt. Es ist das erste OcuSync Protokoll, welches per Firmware aktualisiert werden kann. Das System wurde grundlegend überarbeitet und funktioniert im Dual-Band-Modus mit vollständig automatischer Bandwahl. Das Video- und Steuer-/Telemetriesignal kann dabei auf unterschiedlichen Bändern übertragen werden. Des Weiteren bietet OcuSync 2.0 erstmals auch Long-Range 1080p-Übertagung bis zu 5 Meilen (circa 8 km). Trotz der Verbesserungen wurde die Latenz auf bis zu 130 ms gesenkt, was ein spürbar flüssigeres Flugerlebnis bietet.

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Mit der Matrice 300 RTK Drohne der Enterprise-Serie hat DJI außerdem das neue OcuSync Enterprise Protokoll vorgestellt. Dieses basiert im Kern auf OcuSync 2.0 hat aber einige Erweiterungen, die es noch besser für den industriellen Einsatz rüsten sollen.

Dazu zählt unter anderem die Reichweite von bis zu 15 km (FCC) bzw. 8 km (CE). Außerdem ist die gesamte Kommunikation zwischen Drohne und Fernsteuerung verschlüsselt.

Mit der DJI FPV Drohne wurd das neue OcuSync 3.0 System (kurz als O3 bezeichnet) eingeführt .

Grundlegend haben OcuSync 2.0 und OcuSync 3.0 viele Gemeinsamkeiten. O3 ist jedoch weiter auf den FPV-Betrieb optimiert und bietet kürzere Latenzzeiten, die beim schnellen FPV-Flug wichtig sind.

Wie funktioniert OcuSync 2.0?

Jetzt wird’s technisch! Wer keine Lust hat, in die Tiefe von OcuSync 2.0 abzutauchen, der springt am besten direkt zum nächsten Kapitel.

DJI nutzt OcuSync 2.0 als Funkprotokoll für drei Datenarten: Videosignal, Steuersignal und Telemstriesignal.

Das Videosignal wird dabei im OFDM-Verfahren (Orthogonales Frequenzmultiplexverfahren) übertragen. Bei OFDM wird ein Datenstrom mit hoher Datenrate in mehrere Teildatenströme mit niedrigerer Datenraten aufgeteilt. Jeder dieser Teilstöme wird dann einzeln moduliert und übertragen.

Im Gegensatz zur Modulation des gesamten Datenstroms, kann eine schmalbandige Störungen im Bereich eines Teilträgers von der Übermittlung ausgeschlossen werden, sodass zumindest der Rest des Bildes noch am Controller ankommt. Von diesen Teilträgern kommen bei OcuSync 2.0 dutzende zum Einsatz. Sodass OFDM ein sehr stabiles digitales Videosignal ermöglicht.

Für das OFDM-Signal wird beim Start der Drohne ein freier Kanal gesucht auf dem die Videoübertragung für diesen Flug stattfindet. Dieser Vorgang wird mit jedem Start der Drohne neu wiederholt. Der Kanal wird lediglich gewechselt, wenn es zu Interferenzen kommen sollte oder wenn der Kanal manuell durch den Piloten angepasst wird. Ansonsten wird das Video auf einem fixen Kanal übertragen, solange bis du deine Drohne ausschaltest.

Das Steuer- und Telemstriesignal nutzt hingegen die bekannte FHSS-Modulation. FHSS steht für Frequency Hopping Spread Spectrum. Einzelne Pakete des Datenstroms werden dabei auf verschiedenen Trägerfrequenzen moduliert. Diese springen wild und zufällig über das gesamte Funkband hin und her. Die zufällige Verteilung der einzelnen Pakete macht FHSS-Signale sehr tolerant gegenüber Interferenzen auf einzelnen Trägerfrequenzen.

Daher ist es auch kein Problem, wenn FHSS-Pakete in den Bereich des OFDM-Signals fallen. Zwar kann es hier zum Verlust des Paketes kommen, das nächste Paket wird aber auf einer völlig anderen Frequenzen übertragen und die Drohne bleibt so steuerbar.

FHSS ist dabei keine neue Technologie und Industriestandard für alle 2,4-GHz-Fernsteuerungssystem im Modellbaubereich. DJI kombiniert die Technik jedoch gekonnt mit seinem OFDM-Videoträgersignal.

OcuSync 2.0 vs. Lightbridge – Was sind die Unterschiede?

In Bezug auf die Implementierung des Funkprotokolls sind sich OcuSync und Lightbridge sehr ähnlich. OcuSync hat quasi alle Vorteile von Lightbridge übernommen.

Der größte Unterschied besteht in der verwendeten Hardware. Während DJI zu Zeiten von Lightbridge teuer herzustellende FPGAs (Field Programmable Gate Array) nutzen musst, – das sind speziell für einen Anwendungsfall designte Microcontroller – kann OcuSync auf Standardhardware zurückgreifen.

Für DJI bedeutet das: Das Potenzial von Lightbridge lässt sich nun mit herkömmlichen Komponenten umsetzen, die als Massenware frei auf dem Markt verfügbar sind. Damit wird OcuSync eher zu einem Softwarethema, während Lightbridge immer spezielle Hardware- und Software angewiesen ist.

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Für die Update-Fähigkeit von Lightbridge ist das eindeutig nachteilig, da der Softwareumfang im Verlauf der Zeit nur in sehr geringem Umfang an die stark individuelle Hardware angepasst werden kann. Hier ist OcuSync deutlich flexibler.

Wie hoch ist die Reichweite von OcuSync 2.0?

Die maximale Reichweite des OcuSync 2.0 Systems hängt immer von deinem Standort und der dort geltende Gesetzgebung ab. So haben Europa und die USA beispielsweise unterschiedliche Grenzwerte für die maximale Sendeleistung auf dem 2,4- und 5,8-GHz-Band vorgeschrieben.

Da dieser Wert in Europa (oft mit CE abgekürzt), deutlich niedriger ausfällt als beispielsweise in den USA (FCC), ist auch die maximale Reichweite von OcuSync 2.0 in Europa niedriger als in den Vereinigten Staaten von Amerika. Auch in China (SRRC) und Japan (MIC) gelten niedrigere maximal Sendeleistungen, als in den USA.

Die erlaubte Sendeleistungen unterscheiden sich dabei zwischen dem 2,4- und 5,8-GHz-Band von Land zu Land. Für die maximale Reichweite ist aufgrund der größeren Wellenlänge jedoch im Normalfall nur das 2,4-GHz-Band und die dort verfügbare Sendeleistung ausschlaggebend. Hier ergeben sich folgende Werte aus den gesetzlichen Bestimmungen:

Land / Region2,4 GHz Band5,8 GHz Band
Europa (CE)≤20 dBm (100 mW)≤14 dBm (25 mW)
USA (FCC)≤26 dBm (398 mW)≤26 dBm (398 mW)
China (SRRC)≤20 dBm (100 mW)≤26 dBm (398 mW)
Japan (MIC)≤20 dBm (100 mW)-

Diese Leistungsunterschiede äußern sich wie folgt in der maximalen Reichweite des Systems:

DrohneDJI Mini 2Mavic 2Mavic Air 2Matrice 300 RTKPhantom 4 Pro V2.0
SystemOcuSync 2.0OcuSync 2.0OcuSync 2.0OcuSync EnterpriseOcuSync 2.0
FCC10.000 m8000 m 10.000 m10.000 m15.000 m8000 m 10.000 m
CE6000 m5000 m 6000 m6000 m8000 m5000 m 6.000 m
SRRC6000 m5000 m 6000 m6000 m8000 m5000 m 6.000 m
MIC6000 m5000 m 6000 m6000 m8000 m5000 m 6.000 m

Wichtig ist dabei noch zu erwähnen, dass die passenden Leistungswerte von OcuSync 2.0 automatisch von der Drohne eingestellt werden, abhängig von dem per GPS ermittelten Standort. Darum brauchst du dich als Pilot also nicht zu kümmern.

Natürlich müssen die oben genannten Werte aus den technischen Daten von DJI mit Vorsicht genossen werden. Hierbei handelt es sich um die maximale Reichweite des Systems. Diese dürfte sich nur unter extrem freundlichen Bedingungen (freie Flächen, keine Hindernisse, keine Interferenzen) realisieren lassen.

Welche Drohnen und Controller werden unterstützt?

Die Liste von OcuSync 2.0 kompatiblen Drohnen ist aktuell noch überschaubar. Wir haben euch alle OcuSync-fähigen Geräte von DJI in einer Tabelle zusammengefasst.

DrohneProtokollBandKompatibles Zubehör
Mavic ProOcuSync2,4 GHzDJI Goggles / DJI Goggles RE / Originale Fernsteuerung der Mavic Pro
Phantom 4 ProLightbridge2,4 GHz-
OcuSync Air SystemOcuSync Air 2,4 / 5,8 GHzDJI Goggles / DJI Goggles RE / Originale Fernsteuerung der Mavic Pro
Phantom 4 Pro V2.0OcuSync 2.02,4 / 5,8 GHzDJI Goggles White Edition / DJI Goggles RE / DJI Smart Controller
Mavic 2 Pro / ZoomOcuSync 2.02,4 / 5,8 GHzDJI Goggles / DJI Goggles RE / Originale Fernsteuerung der Mavic Pro / Mavic 2 Pro Fernsteuerung / DJI Smart Controller
Mavic 2 Enterprise AdvancedOcuSync 2.02,4 / 5,8 GHzDJI Smart Controller
Mavic Air 2OcuSync 2.02,4 / 5,8 GHzOriginale Mavic Air 2 Fernsteuerung / DJI Smart Controller
DJI Mini 2OcuSync 2.02,4 / 5,8 GHzOriginale Mini 2 Fernsteuerung

Damit einige dieser Kombinationen funktionieren, sind Softwareupdates nötig. Ein Sonderling ist vor allem die Phantom 4 Pro V2.0 Drohne. Sie nutzt eine spezielle Version des ursprünglichen OcuSync Systems, dass zwar mit zwei Bänden arbeitet, die aber manuell gewählt werden müssen.

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Ist OcuSync 2.0 zukunftssicher?

Aus rein technischer Sicht hat DJI mit OcuSync (2.0) ein System geschaffen, dass ohne Frage deutlich zukunftssicherer ist, als Lightbridge. Im Rahmen der technischen Möglichkeiten der verwendeten Funkmodule, lässt sich OcuSync 2.0 per Software erweitern und anpassen.

Die DJI Mavic 2 Pro arbeitet mit OcuSync 2.0
Die Mavic 2 Serie ist die erste Drohnenfamilie von DJI mit OcuSync 2.0 Support.

Der DJI Smart Controller, welcher vollständig auf dem OcuSync 2.0 Protokoll basiert, ist ein anderes Indiz dafür, dass DJI auch für zukünftige Modelle an OcuSync festhalten dürfte.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die nächste Drohnengeneration nicht mit OcuSync 2.0 kompatibel sein wird. In diesem Fall würde DJI eine große Menge an Käufern des Smart Controllers verärgern, die sich die Fernsteuerung als zentrale Steuerplattform für mehrere (zukünftige) Drohnen zugelegt haben.

Das Update der Phantom 4 Pro V2.0 mit neuer Kompatibilität für den DJI Smart Controller oder die Firmware-Aktualisierung zur Erhöhung der Maximalreichweite der Mavic 2 Serie unterstreichen dieses Argument.

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Was ist mit der DJI Spark und der DJI Mavic Air?

Die einzigen aktuellen Drohnen von DJI ohne OcuSync-, OcuSync 2.0- oder Lightbridge-Verbindung sind die DJI Spark und die DJI Mavic Air Drohnen. Anstelle auf ein besonderes Protokoll zu setzen, verwendet DJI bei beiden Modellen ganz einfach eine WLAN-Verbindung.

Der Grund dafür ist zum einen natürlich eine Kostenfrage. Letztendlich ist das aber nur die halbe Wahrheit. Das OcuSync-System (genau so wie Lightbridge) erzeugen eine ganze Menge Abwärme, die abgeführt werden muss. Wer seine Mavic 2 Drohne einmal ein paar Minuten eingeschaltet stehen lässt, weiß wovon wir sprechen: Der interne Lüfter dreht ganz schnell voll auf.

Weder im Gehäuse der Mavic Air noch im Rumpf der Spark ist genug Platz vorhanden, um dieser Wärmequelle Herr zu werden. Zumindest zu der Zeit, als beide Drohnen konstruiert wurden und auf den Markt kamen. Die Limitierung auf WLAN ist daher letztendlich eine technische Hürde, die die Mavic Air und Spark aus dem OcuSync-Club ausschließt.

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OcuSync Enterprise für industrielle Anwendungen

Mit der Vorstellung der Matrice 300 Drohnenfamilie hat DJI außerdem das neuen OcuSync Enterprise Protokoll veröffentlicht.

Dieses arbeitet auf Basis von OcuSync 2.0 wurde aber speziell für den industriellen Einsatz erweitert und ist noch leistungsfähiger. Über die genaue Hardware, die für OcuSync Enterprise verwendet, ist derzeit noch wenig bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass DJI auch hier auf recht ähnliche Komponenten zurückgreift.

Die maximale Reichweite von OcuSync Enterprise steigt auf bis zu 15 km an. Dazu bringt DJI eine neue 3-Kanal-Videoübertragung zum Einsatz. Der Videostream wird weiterhin mit 1080p bei 30 fps übertragen. Das neue Funksystem arbeitet ebenfalls im 2,4 und 5,8 GHz-Band

Außerdem verschlüsselt OcuSync Enterprise die gesamte Kommunikation (Videofeed, Telemetrie, Sensordaten) zwischen Drohne und Controller mit 256 Bit AES. Somit soll sich die Technologie auch für Flugmissionen eignen, die kritische Daten sammeln.

DJI HDL für FPV-Anwendungen

Zwar hatte DJI mit OcuSync Air ein erstes System für FPV-Anwendungen mit geringer Latenz im Angebot, brauchbare Verzögerungen wurden aber nur bei 480p erreicht und selbst dann lag die Latenz noch bei 50 ms. Das ist für professionelle Racer deutlich zu viel.

Mit DJI HDL (DJI HD Low Latency FPV Transmission technology) hat DJI daher ein neues System auf den Markt gebracht, dass speziell an die Anforderungen von Drone Racing Piloten angepasst wurde.

DJI HDL überträgt 720p Video mit 120 fps bei einer Latenz von nur 28 ms. Die Übertragung geschieht dabei, wie auch bei OcuSync, vollständig digital. Das gilt auch für das Steuersignal, welches bei Verwendung des neuen FPV Controllers als Closed Loop System mit einer Latenz von 7 ms übertragen wird.

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OcuSync 3.0 (O3)

Das OcuSync 3.0 (auch als O3 bekannt) ist die nächste Evolutionsstufe der Daten- und Bildübertragung von DJI.

Im Gegensatz zu OcuSync 2.0 bietet das neue System deutlich niedrigere Latenzzeiten zwischen Sender und Empfänger (und umgekehrt).

Im Bestfall können Daten mit einer Verzögerung von nur 28 ms übertragen werden, wenn der Low Latency Modus (810p-Auflösung bei 120 fps) genutzt wird. Die Bitrate des Videofeeds kann außerdem bis zu 50 Mbit/s betragen.

Im Grunde kombiniert OcuSnyc 3.0 viele Funktion von OcuSync 2.0 mit dem DJI HSL Übertragungssystem, das mit dem Digital FPV System eingeführt wurde. O3 ist also eine konsequente Weiterentwicklung beider Technologien.

Kurz gesagt: Auch OcuSync 3.0 ist ein modernes Dual-Band-System mit automatischer Frequenzwahl und Interferenzminimierung. Die Reichweite entspricht daher auch den Zahlen, die wir bereits von OcuSync 2.0 kennen.

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Welche Drohnen unterstützen OcuSync 3.0?

In der Tabelle oben haben wir euch alle Produkte mit O3-Support zusammengefasst.

Wie hoch ist die Reichweite von OcuSync 3.0?

Auch beim O3-System ist die Reichweite natürlich von den in der jeweiligen Region erlaubten Sendeleistungen abhängig. Folgende Werte können laut DJI unter optimalen Bedingungen erreicht werden.

DrohneDJI FPV Drohne
SystemOcuSync 3.0
FCC10.000 m
CE6000 m
SRRC6000 m
MIC6000 m

Schlusswort

Wir hoffen, dir hat unser umfassender Überblick zum DJI OcuSync 2.0 Funkprotokoll und dem neuen O3 gefallen und du bist nun ein wenig schlauer, was es mit all den verschiedenen OcuSync-Version auf sich hat.

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

Nils Waldmann

10 Gedanken zu „DJI OcuSync 2.0 / 3.0: Der ultimative OcuSync & Lightbridge Guide

  • Avatar
    26. Mai 2020 um 22:02
    Permalink

    Wie gut ist die Mavic Mini zu Mavic Air2 Drohne.Ist die Steuerung der Mini viel schlechter und nicht so sicher?

    Antwort
    • Nils Waldmann
      27. Mai 2020 um 05:06
      Permalink

      Hallo Rainer,

      danke für deine Frage!

      Die Steuerung im Sinne des Flugverhaltens ist zwischen allen DJI Drohnen ziemlich identisch. In Bezug auf das Funksystem hat die Mavic Air 2 deutliche Vorteile. Die Mavic Mini basiert auf einem angepassten WLAN-Signal. Die Mavic Air 2 kann auf OcuSync 2.0 zurückgreifen. Das OcuSync System erlaubt deutlich höhere Reichweite und bietet in der Regel eine stabilere Signalübertragung.

      Aber auch das System der Mavic Mini reicht für den Normalanwender wohl vollkommen aus, wenn man die Drohne in Sichtreichweite fliegt.

      Viele Grüße,
      Nils

      Antwort
  • Avatar
    17. November 2020 um 03:42
    Permalink

    Da die Mavic Mini unter 250g wiegt hat sie in Deutschland die besondere Genehmigung auch Außerhalb der Sichtweite zu fliegen wenn man dabei immer unter 30m bleibt.

    Mit den 25 Minuten Flugzeit kommt man, wenn man es drauf anlegt auch schonmal weiter als 4km und dann macht OcuSync plötzlich einiges aus vor allem da in Bodennähe auch mehr Verdeckungen zu erwarten sind.

    Die Mavic Mini 2 sollte somit für solche Außerhalb-Direktersicht-Flüge wie geschaffen sein und da sie die einzige Drone mit 250g mit dem Leistungsstarken OcuSync ist kann auch nur diese Drohne das.

    Ich habe nur die Mini 1 aber das würde ich gerne mal ausprobieren und dann auch direkt die bessere Video-Feed Qualität nutzen und eine VR Brille aufsetzen.

    Antwort
    • Nils Waldmann
      17. November 2020 um 16:45
      Permalink

      Hallo Christoph,

      interessanter Gedanke! Du stützt dich dabei auf § 21b Abschnitt 1 Satz 2 (1) oder?

      Bzgl. Reichweite: OcuSync 2.0 leistet da sicher mehr, als das alte Enhanced Wifi. Aber bei extremer Verdeckung (durch Erdhügel, Mauern und dergleichen) sinkt auch hier die Reichweite ziemlich schnell. Zaubern kann das System also auch nicht. Vor allem bei Long Range FPV in Bodennähe.

      Eine Videobrille lässt sich mit der Mini 2 ja leider nur als „Bastellösung“ betreiben. Die offiziellen DJI Goggles werden ja leider (noch) nicht unterstützt.

      Viele Grüße,
      Nils

      Antwort
  • Avatar
    20. Januar 2021 um 19:32
    Permalink

    Hi Nils,
    ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit über den rechtlichen Hintergrund von zivilen Drohnen.
    Im Zuge meiner Recherche bin ich auf diese Website gestoßen die einige Fragen beantwortet.
    Meine Frage wäre noch, wie du den Einfluss der 5 G Technik auf die Drohnennutzung einschätzt?
    Aus meiner Sicht stellt dies besonders unter Beachtung von Live Streams und Echtzeit Datenübertragung von Drohnen einen interessanten Aspekt dar.
    Über eine Einschätzung deinerseits würde ich mich freuen.

    LG Janik

    Antwort
    • Nils Waldmann
      21. Januar 2021 um 06:00
      Permalink

      Hallo Janik,

      danke für deinen Kommentar. Cooles Thema, was du da bearbeiten darfst. Erst einmal viel Erfolg! :)

      Zu deiner Frage bezüglich 5G: Da scheiden sich aktuell (wie an vielen Stellen, wenn es um 5G geht) die Geister. Für eine breitflächige Anbindung von Drohnen an das Internet ist die Technologie sicherlich ein Treiber. Es gibt aber aktuell wohl eher wenig Anwendungsfälle, die nicht aber genau so über LTE funktionieren würden.

      Der größte Vorteil in Bezug auf Drohnen ist die potenziell bessere Abdeckung mit hohen Bandbreiten auch in ländlichen Gebieten (je nach Band / Frequenz). Dabei dürfte mmWave-5G erst einmal nicht besonders viel Nutzen für Drohnen haben, die sich in moderate Entfernung von Großstädten bewegen. In Städten könnte 5G in Zukunft vielleicht bei der besseren Navigation aufgrund der hohen Funkzellendichte unterstützen. Ich gehe aber davon aus, dass in dem Moment, wo Drohnen über den Köpfen vieler Menschen unterwegs sind, man andere Technologien für „Sense and Avoid“ einsetzen wird, die nicht auf GPS oder anderen Funksignale angewiesen sind, welche ja potenziell störbar wären.

      Ein konkreter Anwendungsfall für 5G ist aktuell sicherlich die Kartografie mithilfe von Einzelbildaufnahmen (also ohne LiDAR oder Radar). Dabei werden heute häufig noch Einzelbilder in hoher Auflösung an einen externen Rechner (oder Cloud-Server) übertragen, der dann das Zusammensetzen des 3D-Modells übernimmt. Hier hat eine direkte 5G-Anbindung mit hoher Bandbreite sicherlich einen Vorteil: Die Bilder könnten direkt nach der Aufnahme bereits im Flug an den Server gesandt werden. Aber auch hier gilt: Das klappt potenziell mit LTE auch schon gut.

      Bei Live-Streaming ist das natürlich richtig, was du schreibst. Vor allem dann, wenn die Bitraten des Videostreams einigermaßen hoch werden, hätte 5G einen Vorteil gegenüber LTE. Heute behilft man sich da aber ganz einfach: Die Drohne kann ohnehin nicht unendlich weit fliegen. Daher wird die Bildübertragung zur Bodenstation mit einem breitbandigen Funklink umgesetzt. Ab der Bodenstation geht es dann „per Kabel“ ins Internet. Direkt per 5G wäre aber auch charmant. :)

      Ich hoffe, da sind eine Denkanstöße für dich dabei.

      Viele Grüße,
      Nils

      Antwort
  • Avatar
    12. März 2021 um 11:01
    Permalink

    Hi,
    I’m interested to know if any drone in the market is available that is working and compatible with 5G cellular network? Especially, in frequency band N78 and TDD technology.

    Thanks,
    Amir

    Antwort
    • Nils Waldmann
      14. März 2021 um 08:26
      Permalink

      Hi Amir,

      thank you for your question. I am not aware of any special models in the consumer segment. Of course, you already can can buy specialised models wit 5G equipment in some industrial niches.

      Most drones with direct internet uplink still use LTE / 4G technology.

      Best,
      Nils

      Antwort
  • Avatar
    24. März 2021 um 10:47
    Permalink

    Hi, ich bin ins FPV mit der DJI FPV Combo eingestiegen. Nun möchte ich unbedingt noch eine kleineren Cinewoop unter 250 Gramm, zum üben und A1 Kategorie fliegen.
    Jetzt stellt sich mir die Frage, ist die Air Unit bzw. Caddx Vista Ocusync 2.0 oder etwas komplett anderes? Es wird von 2,4 und 5,8 GHZ, je nach Land, gesprochen. Wird eine Air Unit mit Ocusync 3.0 raus kommen? Oder kann ich unbedenklich zur noch alten Air unit greifen? Vielleicht sind die Unterschiede ja kaum merkbar…

    Antwort
    • Nils Waldmann
      25. März 2021 um 06:10
      Permalink

      Hallo Chris,

      danke für deine Frage. Das Digital FPV System V1 nutzt ein Protokoll mit dem Namen HDL. Das hat nichts mit OcuSync 2.0 zu tun. OcuSync 3.0 vereint die Eigenschaften von OcuSync 2.0 und HDL, wenn man es einfach ausdrücken will.

      Wir haben hier auf Basis der Infos von DJI aufgeführt (ganz am Ende des Artikels), was genau in welcher Kombination mit dem neuen FPV V2 Komponenten kompatibel ist oder bald sein soll. Dazu soll in Zukunft auch die Air Unit gehören. Ob das auch für die Caddx-Komponenten gilt, weiß ich leider nicht explizit. Ich nehme es aber an. Am besten einmal bei Caddx fragen, sobald der Support für die offizielle Air Unit da ist.

      Viel Spaß beim Basteln und Fliegen!

      Beste Grüße,
      Nils

      Antwort

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