Amazon Prime Air Drohnen erhalten FAA-Zulassung

Amazon hat für seine Prime Air Drohnen nun die offizielle Zulassung von der US-Luftsicherheitsbehörde FAA erhalten. Die neue Erlaubnis ermöglicht es dem Onlineversand-Giganten Drohnenlieferungen zum Beispiel außerhalb der Sichtweite des Piloten durchzuführen.

Das Thema Drone Delivery, also die Zustellung von Gütern und Waren mithilfe von UAVs, ist in Zeiten von Corona so aktuell wie nie. Bestellungen auf kurzer Strecke flexibel durch die Luft liefern zu lassen, stellt für viele Firmen eine neue Chance dar, die eigenen Kunden mit einem noch besseren und schnelleren Einkaufserlebnis zu erreichen.

Auch Amazon ist bereits seit der Ankündigung durch die Unternehmenschef Jeff Bezos im Jahr 2013 dabei, ein eigenes Programm zur Belieferung von Endkunden mit Drohnen zu erarbeiten. Im Jahr 2019 stellte Amazon dann die so genannte Prime Air Drohne vor, die für Lieferungen bis ca. 2,3 kg gedacht ist. Der Name leitet sich aus der bekannten Premiummitgliedschaft Amazon Prime* für Amazon Kunden ab.

Prime Air erhält Part 135 Certification

Die FAA gab nun bekannt, dass auch Amazon sich mit seinem Drone Delivery Programm erfolgreich als so genannter „Air Carrier“ zertifizieren lassen habe. Das ganze Prozedere ist auch unter dem Namen „Part 135 Certification“ bekannt und steht kurz gesagt für die Freigabe der Drohnenflotte von Amazon unter einer Airline-Lizenz.

Amazon Prime Air Drohne auf der ReMars Konferenz in Las VegasBildquelle: JORDAN STEAD / Amazon | ©
Die Amazon Prime Air Drohne.

Damit ist Amazon nun das dritte Unternehmens in den USA, das für sein Drohnenlieferungsprogramm als Airline zertifiziert worden ist. Den Weg bereitete damals der Logistikanbieter UPS gefolgt von Googles Drone Delivery Unternehmen Wing.

Die neue Zertifizierung ermöglicht es Amazon nun erstmals unter bestimmten Bedingungen Belieferungen von Kunden erweiterten Auflagen durchzuführen. Die Zertifizierung gilt in den USA außerdem als ein wichtiger Meilenstein, um eines Tages in den Regelbetrieb übergehen zu können.

Bloomberg berichtet, dass der Vorgang zur Erlangung einer Part 135 Certification für die FAA nach wie vor ein herausfordernder Prozess ist, da die Vorgaben eigentlich für bemannte Fluggeräte entwickelt worden sind. So mussten Amazon, Wing und UPS beispielsweise eine Sondergenehmigung ausgestellt werden, die auf das Tragen eines Sicherheitsgurtes für den Piloten verzichtet.

Erste Testlieferungen geplant

UPS ist seit dem Erhalten seiner Zulassung als Airline bereits dabei zusammen mit CVS Kunden im Bundesstaat North Carolina mit Medikamenten zu beliefern, die diese vorab in der Apotheke bestellt haben. Außerdem betreibt UPS bereits eine kleine Regellieferstrecke auf einem Krankenhaus-Campus in Raleigh, North Carolina.

Auch Wing Aviation ist mit Partnern wie FedEx und Walgreens schon seit Längerem dabei, seine Drohnen entsprechend in der Praxis zu erproben. Dazu versenden Wing Drohnen kleine Expresslieferungen von FedEx durch die Luft oder beliefern Kunden mit kleinen Bestellungen, die sich bei Walgreens aufgegeben haben.

Amazon will nach eigenen Angaben ebenfalls mit entsprechenden Tests beginnen. Wann und wo genau diese Versuch in der „echten Welt“ stattfinden werden, verriet das US-Unternehmen jedoch noch nicht. Aktuell betreib Amazon einige Testgelände im Nordwesten der USA und Rund um Vancouver.

Regelbetrieb noch weiter weg

Insgesamt dürfte es noch mehrere Jahre dauern, bis wir einen Regelbetrieb von Lieferdrohnen am US-Himmel sehen werden. Hier hat die FAA – wie auch viele andere Regulierungsbehörden mit ähnlichen Aufgaben in anderen Ländern – noch einige Hausaufgaben zu machen.

Die Stichworte sind immer dieselben, wenn es um den autonomen Einsatz von Lieferdrohnen geht: Es braucht einen rechtlichen Rahmen für autonome Flüge, ein entsprechendes Luftleitsystem (UTM) und natürlich Remote ID als Grundvoraussetzung für die Sicherheit in der Luft. Hier erwarten viele eine Überarbeitung der bestehenden Regulierungen in den USA bis zum Ende des Jahres.

In Europa sollen die neuen EU-Drohnenregeln, welche ursprüngliche am 01.07.2020 in Kraft treten sollten, nun aber am 01.01.2021 anstehen, viele dieser Punkte bereits regeln. Auch Szenarien, wie die Belieferung mit Drohnen sind hier bereits vorgesehen. Mehr dazu erfahrt ihr, in unseren ausführlichen FAQ zum Thema.

Quelle: Bloomberg

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

2 Gedanken zu „Amazon Prime Air Drohnen erhalten FAA-Zulassung

  • Avatar
    4. September 2020 um 13:17
    Permalink

    Hallo,
    woanders wird erwähnt die Amazon Drohne könne automatisch Hindernissen ausweichen.
    Stimmt das und mit welcher technologie soll das geschehen?
    Wie erfolgt die Erkennung durch andere Luftsportgeräte?
    Hat die Drohne einen Transponder, oder FLARM, oder UAT?
    Würde mich freuen wenn Du darüber Auskunft geben könntest.

    Antwort
    • Nils Waldmann
      4. September 2020 um 14:07
      Permalink

      Hallo Helmut,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Soweit Amazon das preisgibt, stimmt das schon soweit. Die Drohne nutzt verschiedene Sensoren (unter anderem Stereokameras), um statische Objekte zu erkennen. Für die Erkennung von bewegten Objekten (zum Beispiel Luftsportgeräte) kommen laut Amazon „proprietäre Algorithmen für Computersehen und maschinelles Lernen“ zum Einsatz. Kurz und knapp: Die Drohne erkennt ihre Umgebung wohl hauptsächlich auf Basis von Sichtsensoren, wie es aussieht.

      Mehr dazu findest du auch im Blog-Beitrag von Amazon zur offiziellen Vorstellung der Prime Air Lieferdrohne.

      Viele Grüße,
      Nils

      Antwort

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