DJI Inspire 3 fliegt im Spotlight am Boden

DJI Inspire 3 offiziell vorgestellt: 8K, Vollformat, O3 Pro & RTK

Publiziert von Nils Waldmann

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Die DJI Inspire 3 ist da! Nach mehr als 6,5 Jahren bekommt die Profi-Inspire-Serie heute ein Upgrade. Die Inspire 3 bringt eine 8K-Kamera mit Vollformatsensor, ein neues Design, O3 Pro Übertragung sowie integriertes RTK mit. Hier sind die Details.

Bereits im Vorfeld waren einige Informationen zu der neuen professionellen Filmplattform von DJI ans Licht gedrungen. Erste geleakte Fotos reichen dabei bereits über ein Jahr zurück.

Die Inspire 3 löst ab heute dann offiziell die im November 2016 veröffentlichte DJI Inspire 2 Serie ab. Aufgrund der großen zeitlichen Lücke zwischen den zwei Generationen hat die Inspire 3 viele neue Funktionen im Gepäck.

Inspire 3 bringt 8K mit Vollformat-Sensor

Das Wichtigste zuerst: Mit der Inspire 3 schickt DJI seine 8K-Kamera endlich in die Luft. Die neue Payload hört auf den Namen Zenmuse X9-8K Air. Die Kamera setzt auf einen Vollformatsensor, so wie wir es bereits von der Ronin 4D Kinokamera kennen.

Die maximale Videoauflösung beträgt bis zu 8192 × 4320 Pixel (8K in 17:9) bei einer Frametate von 60 fps, wenn im ProRes RAW Codec gefilmt wird. Alternativ kann die Inspire 3 auch 8K (8192 × 3424 / 2,4:1) mit bis zu 75 fps aufnehmen. Neben ProRes RAW unterstützt die Drohne auch CinemaDNG-Video mit ebenfalls bis zu 8192 × 4320 und maximal 25 fps. Die Videobitrate liegt dann bei erstaunlichen 7 Gbit/s.

Zenmuse X9-8K Air mit Objektiv in der NahaufnahmeBildquelle: DJI | ©
Die neue Zenmuse Air Kamera.

Für diese beiden Codecs werden erneut optionale Lizenzschlüssel benötigt, um Apple ProRes RAW oder CinemaDNG nutzen zu können. Ohne zusätzliche Lizenzkosten stehen ProRes 422 HQ (8K bis 30 fps, 4K bis 120 fps) oder H.264 (C4K und 4K bis 120 fps) zur Verfügung.

Die Bildverarbeitung findet ab sofort durch den neuen DJI CineCore 3.0 statt, der für die Codierung sorgt. Auch das DJI Cinema Color System (DCCS) ist bei der Inspire 3 mit an Bord und sorgt dafür, dass etwa Hauttöne in verschiedenen Belichtungssituationen korrekt eingefangen werden. Außerdem ermöglicht DCCS nachträglich eine einfachere Farbkorrektur im Kameramischbetrieb, z.B. mit der Ronin 4D.

Alle Daten werden dabei auf der DJI PROSSD mit 1 TB gespeichert, welche direkt in den Rahmen der Inspire 3 gesteckt wird. Das Laufwerk bietet mit bis zu 1.100 MB/s beim Schreiben genug Reserven für die Anforderung des CineCore-Encoders. Zudem lässt sich die SSD direkt via USB-C mit einem PC verbinden, um das Material direkt weiterzuverarbeiten.

DJI PROSSD wird in die Inspire 3 eingesetztBildquelle: DJI | ©
Die PROSSD lässt sich direkt in die Drohne oben einsetzen.

Ausgestattet wird die neue Kamera mit den bekannten DL-Mount Objektiven von DJI. Hier sind zum Start die bereits erhältlichen Objektive DL 24 mm F2.8 LS ASPH, DL 35 mm F2.8 LS ASPH und DL 50 mm F2.8 LS ASPH kompatibel. Neu an den Start geht das DL 18 mm F2.8 ASPH Ultraweitwinkel. Außerdem hat DJI bereits verraten, dass auch ein Zoom-Objektiv für die Inspire 3 kommen soll. Genauere Informationen dazu fehlen jedoch noch.

Neuer Rahmen mit „Tilt Boost“ und verbesserte FPV-Kamera

Natürlich wurde auch der gesamte Rahmen der DJI Inspire 3 neu gestaltet. Man sieht der Drohne aber nach wie vor ihre Zugehörigkeit zur Inspire-Familie an, denn der ikonische Transformer-Modus bleibt auch der dritten Generation erhalten. Neu ist hier, dass die Drohne ihre Nase anstellen kann – DJI nennt das Tilt Boost. Damit wird beim Landen für genug Bodenfreiheit gesorgt oder erlaubt der Kamera eine 80-Grad-Neigung nach oben, ohne dass Teile der Drohne im Bild auftauchen sollen.

Inspire 3 von der linken Seite fotografiertBildquelle: DJI | ©
Die I3 kann jetzt ihren Kopf leicht anheben.

Großes Plus für den Transport: Die Propeller sind ab sofort faltbar und können somit auch im Transportkoffer montiert bleiben. Insgesamt bringt es die Inspire 3 dann auf Abmessungen von 176 x 709,8 x 500,5 mm.

Das Gewicht der Inspire 3 (mit Akkus und Kamera, aber ohne Objektiv) liegt ab sofort bei 3995 g. Die Inspire 2 kam hier auf 3889 g (mit Zenmuse X7). Gute Neuigkeiten für alle EU-Piloten: Die I3 erfüllt bereits die Anforderung der C3-Drohnenklasse und soll auch zeitnah eine C3-Zertifizierung erhalten.

An der Stirn der Front findet sich nun eine neue FPV-Kamera, die sich wieder neigen lässt. Die Kamera wurde verbessert und nutzt jetzt einen 1/1,8-Zoll-Sensor. Das Objektiv fängt mit einem FOV von 161° noch mehr Bild ein. Außerdem soll die FPV-Kamera durch ihre hohe Lichtstärke auch für den Einsatz bei Dunkelheit vorbereitet sein, ähnlich wie DJI dies bei der Matrice-Serie bereits vorgemacht hat.

Die Flugzeit wird inklusive Gimbalkamera mit bis zu 28 Minuten angegeben. Die notwendige Energie dafür liefern die neuen TB51-Akkus mit jeweils 98,8 Wh, welche wieder im Paar verwendet werden müssen. Die Inspire 2 erreichte mit X7 Kamera eine Flugzeit von bis zu 23 Minuten.

Intelligente Flugmodi und OcuSync 3.0

Auch im Bereich der Hinderniserkennung fährt DJI auf. Die Inspire 3 verfügt ab sofort über neun Kameras, die die gesamte Umwelt der Drohne wahrnehmen, um eine Kollisionsvermeidung zu ermöglichen.

Dabei lassen sich die Sensoren in verschiedenen Ebenen abschalten oder es können Warnschwellen definiert werden, bei denen das System nicht aktiv eingreift, sondern den Piloten akustisch vor Hindernissen warnt. So will DJI maximale Sicherheit bei minimalem Eingriff in die Flexibilität des Piloten sicherstellen.

Auf Basis des neuen Erkennungssystems stehen dann weitere intelligente Flugmodi zur Verfügung. An erster Stelle ist hier das neue Spotlight Pro zu nennen, welches die Motiv-Verfolgung übernimmt.

Kamera zur Hinderniserkennung an dem Bein der I3 DrohneBildquelle: DJI | ©
Jeder Fuß hat nun eine Ultraweitwinkelkamera zur Erfassung der Umgebung.

Außerdem kommt mit Wayoints Pro eine neue Funktion, die den integrierten RTK-Empfänger für die hochgenaue Positionierung über GNSS unterstützt. Damit kann die Inspire 3 etwa bestimmte Shots automatisiert wiederholen oder die neue 3D Dolly Funktion kommt zum Einsatz.

Mit 3D Dolly simuliert die Inspire 3 die Funktion von Seilkameras oder Kamerakränen, indem die Drohnen sich nur noch auf einem vordefinierten Pfad bewegt, sodass sich der Pilot voll auf die Feinsteuerung konzentrieren kann.

All diese Funktionen werden von O3 Pro ergänzt, welches als neues Übertragungsprotokoll zum Einsatz kommt. Damit wird der Live-Feed der FPV-Kamera mit 1080p und 60 fps an den Controller übertragen. Gleiches gilt für das Bild der Gimbalkamera. Hier bietet DJI als Besonderheit auch erstmals einen 4K/30-fps-Modus an, der jedoch mit verringerter Reichweite einhergeht.

Die maximale Reichweite des FPV-Links soll unter CE-Bedingungen bis zu 8 km betragen, für die Gimbal-Kamera gibt DJI bis zu 7 km an (jeweils im Einpiloten-Betrieb).

Der RC Plus Controller für die Inspire 3 von oben fotografiertBildquelle: DJI | ©
Geflogen wird die I3 mit der DJI RC Plus und der Pilot 2 App.

In der Hand halten Piloten dabei ab sofort die DJI RC Plus, welche jetzt auch mit der Inspire 3 kompatibel gemacht wurde. Der Controller hat ein bis zu 1200 Nits helles 7-Zoll-Display und verfügt über diverse Tasten zur Belegung mit speziellen Funktionen zur Steuerung der Kamera. Mit einer zweiten DJI RC Plus lässt sich die Drohne auch im Dual-Piloten-Betrieb fliegen. Als App kommt DJI Pilot 2 zum Einsatz.

Über den O3 Pro Link lässt sich auch eine Verbindung zum optionalen DJI High-Bright Monitor herstellen, um das Bild der Drohne live zu überwachen. Über diesen Monitor lassen sich auch weitere Zubehörteile des DJI Pro Portfolios, wie die Ronin-Handgriffe oder der DJI Master Wheels mit der Inspire 3 zur Steuerung der Zenmuse X9-8K Air verbinden.

Noch mehr Infos zur Inspire 3

Wenn ihr noch mehr zu der neuen Inspire 3 Drohne erfahren wollt, legen wir euch noch folgende Artikel ans Herz:

Inspire 3: Preise und Verfügbarkeit

Die DJI Inspire 3 soll ab Ende Juni 2023 bei DJI und autorisierten Fachhändlern erhältlich sein. Ein wenig Geduld müssen Interessenten also noch mitbringen. Eine Vorbestellung ist bereits möglich.

Angeboten wird die Kinodrohne in einem Combo, welches folgende Dinge enthält: die DJI Inspire 3, die Zenmuse X9-8K Air Gimbal- Kamera, die RC Plus Fernsteuerung, sechs intelligente TB51 Akkus, Akkuladestation, PROSSD 1TB, Rollkoffer, weitere Schnellwechselpropeller, ein Objektivtransportkoffer und weiteres Zubehör.

Für dieses Set der Inspire 3 müsst ihr einen Preis von 14.999 Euro (UVP) einplanen.

Der Lieferumfang des DJI Inspire 3 Combos am Boden verteiltBildquelle: DJI | ©
Der Lieferumfang des Inspire 3 Combos.

Das neue 18-mm-Ultraweitwinkelobjektiv geht zu einem Preis von 1349 Euro (UVP) an den Start. Pro zusätzlichen TB51-Flugakku ruft DJI einen Preis von 349 Euro auf. Wer die CinemaDNG- oder Apple ProRes RAW-Lizenz benötigt muss noch einmal mit 999 Euro pro Lizenz planen.

Quelle: DJI

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

Bildquellen

  • Zenmuse X9-8K Air mit Objektiv in der Nahaufnahme: DJI | ©
  • PROSSD in der Inspire 3: DJI | ©
  • Inspire 3 von der linken Seite: DJI | ©
  • Die FPV-Kamera der Inspire 3 im Detail: DJI | ©
  • TB51 Akkus in der I3 Drohne: DJI | ©
  • Kamera zur Hinderniserkennung an der I3 Drohne: DJI | ©
  • RC Plus Controller der DJI Inspire 3: DJI | ©
  • DJI Inspire 3 Combo: DJI | ©
  • DJI Inspire 3 im Spotlight am Boden: DJI | ©

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