Mavic 3 #GPSGate: Was ihr über das GPS-Problem wissen müsst

Das Problem des langsamen GPS-Fix der Mavic 3 hat jetzt einen Name: #GPSGate. Unter dieser Bezeichnung tauschen sich aktuell hunderte Nutzer im Netz über die Mavic 3 aus. DJI hat mit einem Update reagiert – das hat aber offenbar nicht allen geholfen.

Die Mavic 3 Serie (zum Testbericht) ist das aktuelle Vorzeigemodell von DJI, wenn es um die Erstellung von Video- und Filmaufnahmen geht. Nach langer Wartezeit auf die Nachfolgerin der Mavic 2 Pro waren die Erwartungen der Drohnen-Fans entsprechend hoch.

Einen ersten Dämpfer verpasste der Drohnenhersteller allen Mavic 3 Interessenten bei der offiziellen Vorstellung der Mavic 3 im November 2021, als zunächst nur ein begrenzter Umfang an Funktionen zum Verkaufsstart bereitstand. Das ist mittlerweile Geschichte. Dafür beschäftigte #GPSGate aktuell so manchen Mavic 3 Besitzer.

#GPSGate: Der Home Point lässt auf sich warten

Bevor das unübliche Verhalten der Mavic 3 mit „#GPSGate“ einen eigenen Namen erhalten hat, ist bereits einige Zeit ins Land gegangen. Das ist sicher auch nicht unüblich, denn bevor sich viele Nutzer im großen Stil über ein Problem im Netz aufregen, dauert es meist ein wenig. Wenn sich dann aber herausstellt, dass das Problem viele Nutzer betrifft und erste „Lösungen“ des Herstellers nicht wirklich funktionieren, wird die Community schnell direkt.

Mavic 3 #GPSGate Teaser

Ganz ähnlich war es damals bei Apple mit dem iPhone 4, das durch sein Empfangsproblem beim Überbrücken der beiden Antennen im Rahmen des Telefons die Bezeichnung #AntennaGate ins Leben gerufen hat. Der Begriff #GPSGate ist daran angelehnt.

Für die Mavic 3 bedeutet #GPSGate: Nach dem initialen Einschalten der Drohne dauert es für einige Nutzer teilweise bis zu 5 oder 6 Minuten bis das UAV einen gültigen Home Point akzeptiert und so unter normalen Bedingungen abgehoben werden kann. Das ist natürlich viel zu lange und nimmt spontanen Einsätzen den Reiz.

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Hardware- oder Softwareproblem?

Die wichtigste Frage für Mavic 3 Besitzer ist derzeit: Lässt sich das lange Warten auf einen akzeptierten Home Point überhaupt für alle Mavic 3 Drohnen per Software beheben?

Die Probleme begannen für viele Piloten offenbar mit dem Firmware-Update der Mavic 3 im Dezember als DJI die erste Runde an Funktionen nach dem offiziellen Launch nachlieferte. Präzise auf dieses Update zurückführen lässt sich das Verhalten allerdings nicht.

Seitdem häufen sich aber die Fragen und Beschwerden zu der langsamen Suchphase nach genügend Satelliten für den Geo-Lock bzw. einem akzeptierten Home Point im Forum von DJI und auf anderen Plattformen.

Im Februar kündigte DJI dann bereits an, dass das Problem sich mit einem Software-Update beheben lassen soll. Das passende Update mit der Version v01.00.0600 folgte dann relativ zeitnah Ende März.

Doch leider brachte die neuste Firmware nicht für alle Mavic 3 Drohnen die gewünschte Abhilfe. An dieser Stelle stehen wir also nun: Einige Drohnen finden ihren Home Point nach einen „Cold Start“ nun wieder in annehmbarer Zeit, andere Nutzer haben weiterhin dasselbe Problem und warten eine Ewigkeit. Gerade die letztere Gruppe fühlt sich derzeit alleine gelassen. Alleine die Tatsache, dass eine solche Spreizung zwischen verschiedenen Mavic 3 Produkten existiert, stellt nun (erneut) die Frage nach einem Hardwareproblem in den Raum.

Unterschiedliche GNSS-Empfänger verbaut?

Eine Hypothese, die aktuell durch das Netz geistert, besagt, dass DJI verschiedene Versionen des GNSS-Empfängers verbaut haben soll. Schuld daran soll die Materialknappheit im Halbleitersegment sein, sodass für die Produktionen unterschiedliche Empfänger verwendet worden sein sollen.

An dieser Stelle noch eine Anmerkung: #GPSGate ist eigentlich ein nicht ganz korrekter Begriff, denn es geht nicht nur um das GPS-System, sonder allgemein um die Positionsbestimmung über GNSS.

Konkret sollen die zwei Versionen M8030 KT und M8030 KA des GNSS-Empfängers von u-blox verbaut worden sein. Warum das angeblich zu einem Problem führen soll, haben einige Nutzer im DJI-Forum bereits in aller Länge ausgeführt. Am Ende halten diese Thesen aber nicht wirklich Stand, denn die beiden Versionen des u-blox Empfänger unterscheiden sich von ihren technischen Kernspezifikationen gar nicht. Bei dem Modell „KA“ handelt es sich lediglich um eine spezielle Variante für den Automotive-Bereich, die noch strenger Anforderungen an raue Betriebsbedingungen erfüllt – mehr aber auch nicht.

Dass das Verhalten bei einigen Drohnen durch einen anderen GNSS-Emfpänger hervorgerufen wird, ist damit sehr unwahrscheinlich. Und am Ende ist das eine gute Nachrichte, denn es macht auch einen Hardware-Fehler unwahrscheinlicher.

Auf Software-Seite gibt es viele Fehlerquellen

Bei der Mavic 3 hat DJI in jedem Fall etwas an seinem Positionierungssystem im Vergleich zu seinen bisherigen Drohnen verändert. Bereits in der Pressemitteilung zum Launch ist zu lesen, dass die Drohne nun verschiedene Satellitensystem parallel für eine besonders genaue Positionierung verwendet.

Tatsächlich ist die Mavic 3 die erste Drohne im Consumer-Segment von DJI, die nicht mehr auf das russische GLONASS-System setzt. Stattdessen verwendet der GNSS-Empfänger der Mavic 3 die Systeme: GPS (USA), Beidou (China) und Galileo (EU).

Wie der Algorithmus von DJI die verschiedenen Systeme zueinander priorisiert, könnte beispielsweise eine Fehlerquelle sein. Gerade mit Beidou dürfte DJI außerhalb Chinas noch relativ wenig Erfahrungen im großen Stil gesammelt haben. Würde (und das ist ausdrücklich eine Annahme!) aber genau diese System gegenüber den anderen beiden priorisiert oder als wichtige Referenz für den Home Point herangezogen, könnten sich in anderen Teilen der Welt unvorhergesehene Effekte ergeben, die Verzögerungen verursachen.

Weiterhin scheint die Mavic 3 gar kein Problem damit zu haben, einen schnelle „GNSS Fix“ hinzu bekommen. Die Anzahl an Satelliten schießt nämlich unter freiem Himmel relativ schnell in die Höhe, trotzdem dauert es bei einigen Benutzern dann noch mehrere Minuten, bis ein Home Point akzeptiert und damit das GPS-Signal als „gut“ befunden wird.

#GPSGate könnte seinen Ursprung also auch in „falschen“ oder zu strengen Qualitätskriterien beim Akzeptieren des Positionssignals haben. Diese Kriterien können vielfältig sein. So lassen sich zum Beispiel Satelliten, die zu nahe am Horizont sind verwerfen, weil Hindernisse diese verdecken könnten. All diese Parameter muss DJI in seinem Algorithmus sinnvoll definieren.

Es gibt also genug Ansatzpunkt, die auf ein Softwareproblem hinweisen. Die Schwierigkeit ist dabei einfach, dass viele verschiedene Drohnen unter unterschiedlichen Bedingungen verschiedene Ergebnisse zeigen. DJI wird also vor allem Daten benötigen, um das Thema vernünftig für alle zu lösen.

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Meine Mavic 3 ist auch nach dem Update langsam: Was kann ich tun?

Falls eure Drohne auch nach dem Update auf die Firmware Version v01.00.0600 weiterhin sehr lange benötigt, um ein gutes GPS-Sinal / Home Point zu akzeptieren, könnt ihr Folgendes probieren:

Wichtig: Erst einmal alle Daten von Drohne und Speicherkarte sichern!

Danach über den DJI Assistant 2 (Consumer Drones Series) die Firmware noch einmal erneut aufspielen („refresh“). Das hat in der Vergangenheit bei anderen Problemen dem einen oder anderen geholfen, ob es etwas im Kontext von #GPSGate bringt, ist leider nicht bestätigt.

Außerdem ist es wichtig, dass ihr in jedem Fall ein Support Ticket bei DJI eröffnet und am besten direkt einige Versuchen direkt dokumentiert habt, um diese dem Ticket beizufügen.

Je mehr betroffene Nutzer DJI wissen lassen, dass sie weiterhin ein Problem haben und unzufrieden sind, desto höher ist die Chance, dass wir hier hoffentlich bald eine endgültigen Lösung für die Situation zu sehen bekommen.

Für den Moment ist das für weiterhin betroffene Mavic 3 Drohnen sicherlich keine befriedigende Lösung – ganz klar. Wir hoffen aber, euch hat der Artikel trotzdem ein wenig Einblick gegeben, um was es konkret geht und was bisher bekannt ist.

Bleibt die Frage: Sollte man die Mavic 3 trotz der möglicherweise vorhandenen GNSS-Wartezeit in Betracht ziehen? Aus unserer Sicht gilt weiterhin: Ja, aber

Denn es ist wichtig zu verstehen, dass der bei einigen Produkten vorhanden Fehler „nur“ die Wartezeit verlängert, nicht jedoch die Qualität der Positionsbestimmung.

Diese ist und war zu jedem Zeitpunkt bei der Mavic 3 und Mavic 3 Cine (zum Testbericht) sehr gut. Wer also im schlimmsten Fall mit der #GPSGate-Einschränkung leben kann, bekommt mit der Mavic 3 weiterhin eine sehr leistungsstarke Drohne geliefert.

Trotzdem sollte so etwas für den aufgerufenen Preis nicht passieren – da sind wir uns völlig einig. Auf der anderen Seite ist die Mavic 3 in ihrem Segment aktuell ziemlich konkurrenzlos.

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Quelle: Eigene Recherche

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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