Drohnen: Was du als Anfänger unbedingt wissen musst (2019)(In nur 7 Minuten gelesen)

Als Anfänger ist die Drohnenwelt gar nicht so leicht zu durchblicken. In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du als Anfänger zum Umgang und Betrieb von Drohnen wissen musst. Natürlich ganz leicht verständlich.

Wer sich für die Anschaffung einer eigenen Drohne interessiert, muss sich mittlerweile mit einer Vielzahl an Vorschriften auseinandersetzen. Oft haben Anfänger daher auf den ersten Blick zu Recht das Gefühl, dass das Drohnenfliegen in Deutschland gar nicht mehr (so einfach) möglich ist.

Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht, wenn du dich an einige grundlegenden Dinge hälst. Das Wichtigste ist in unseren Augen: Begeisterung für die Technik und Möglichkeiten zu entwicken, die Drohnen mit sich bringen. Und natürlich das Verständnis, dass du mit einer Drohnen am Luftverkehr teilnimmt und man sich der Verantwortung beim Steuern einer Drohne Bewusst sein muss.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf: Nicht schon vor dem ersten Start die Freude nehmen lassen und das ganze Thema Stück für Stück angehen. :)

Versicherung abschließen

Das Wichtigste was ein Drohnenpilot wissen muss zu erst: In Deutschland muss für Luftfahrzeuge zwingend eine spezielle Haftpflichtversicherung* abgeschlossen werden. Das gilt auch für dich, wenn du „nur“ deine Drohne – mag sie noch so klein und leicht sein – aufsteigen lassen und damit umher fliehen willst.

Drohnenwissen für Anfänger
Egal was für eine Drohne du als Anfänger wächst: Eine Versicherung ist Pflicht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die private Haftplichtversicherung in den aller meisten Fällen nicht ausreicht und nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsschutz bietet. Es gibt aber mittlerweile auch Kombi-Versicherungen*, die die Drohnen-Haftpflicht mit der Privathaftfplichtversicherung verbinden.

Den Versicherungsnachweis solltest du außerdem immer bei dir tragen, wenn du mit deiner Drohne unterwegs bist, falls du von der Polzei kontrolliert wirst. Diese kann das Vorzeigen eines entsprechenden Nachweises verlangen.

Mehr zum Thema Drohnen-Versicherung findest du in unserm Versicherungs-Guide. Hier gehen wir auch die gesetzlichen Grundlagen ein, die eine Versicherung für Drohnen überhaupt nötig machen.

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Dich für die Technik interessieren

Auch wenn Drohnen immer einfacher bedienbar und steuerbar werden, z.B. via App oder Gesten oder Sprachbefehl, wie die DJI Spark* oder die Yuneec Mantis Q*, so handelt es sich im Grunde immer noch um Flugmodelle aus dem Bereich des Flugmodellbaus.

Um das volle Potenzial deiner Kameradrohne zu entfachen musst du natürlich nicht zwangsläufig wissen, wie genau der Flight Controller im Inneren der Drohne arbeitet. Du solltest dich aber sehr wohl mit der grundlegenden Funktionsweise eines Quadcopters vertraut machen. Außerdem ist es wichtig zu verstehen, welche verschiedenen Flugmodi (ACRO, ATTI, LEVEL, GPS, STATIV, etc.) deine Drohne unterstützt und wie diese funktionieren.

Traumberuf Drohnenpilot
Der Pilot sollte die verschiedenen Funktionen seiner Drohne genau kennen.

Besondere Beachtung sollte man als Anfänger dabei den hochautomatisierten Flugmodi schenken, in denen die Drohnen eigenständig Flugmanöver (z.B. kreisen um ein Objekt) ausführt. In einem solchen Fall ist es wichtig zu wissen, welche Sensoren und Sicherheitssysteme in welchem Flugmodus aktiv sind und auf welche Dinge du trotz des automatischen Fluges aufpassen musst.

So haben zum Beispiel nur sehr wenige Drohnen eine sechsseitige Hinderniserkennung mit Kollisionsvermeidung, wie die DJI Mavic 2 Serie*. Fehlt dir zum Beispiel die seitliche Hinderniserkennung, so musst du in jedem Fall stets selbst ein Auge darauf haben, dass deine Drohne bei einem kreisförmigen Manöver nicht an ein Hindernis gerät.

Tiefergehende Kenntnisse über Motoren, Drehzahlregler (ESCs) und das Akkusystem helfen dir natürlich, wenn du einmal einen Defekt diagnostizieren und beheben musst.

Um die besten Ergebnisse aus der Kamera deiner Drohne herauszuholen, solltest du natürlich ebenfalls ein wenig über die Grundlagen der Fotografie Bescheid wissen. Einen guten Startpunkt dafür findest du in unserm Artikel über ND- und Pol-Filter.

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Die Drohnenverordnung kennen

Eine weitere wichtige Voraussetzung in Deutschland ist, sich als Anfänger mit den Vorgaben der Drohnenverordnung vertraut zu machen. Diese regelt, wo do du deine Drohen fliegen darfst. Hier ein kurzer Auszug der wichtigsten Vorschriften (nicht vollständig).

Tabu sind beispielsweise:

  • der Überflug von Wohngrundstücken, wenn die Drohne mehr als 250g wiegt
  • der Überflug von Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen, Industriegebieten und Autobahnen. Hier musst du außerdem einen Seitlichen Abstand von mindestens 100 Metern halten.
  • der Betrieb von Drohnen in und über sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flugplätzen.
  • der Betrieb in einer Höhe größer 100 m über Grund (AGL).
  • Fliegen außerhalb der Sichtweite des Piloten

Außerdem beachten:

  • für Drohnen über 2kg benötigst du außerdem einen speziellen Kenntnisnachweis.
  • für Drohnen über 5kg muss eine Aufstiegserlaubnis angefordert werden.
  • Drohnen ab 250g benötigen ein Drohnenkennzeichen mit deinem Namen und deiner Anschrift.
  • sind Flugmodelle verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen jederzeit auszuweichen
  • FPV (Flug per Videobrille oder Monitor) ist nur bis 30 m Höhe und max 250 g Drohnengewicht zulässig. Ansonsten brauchst du eine zweite Person, die die Drohne stets im Blick behält und dich vor Gefahren warnt.

Alle Details der Drohnenverordnung solltest du auf der Website des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) in einem kompakten Flyer oder besser noch detailliert nachlesen.

BMVI Drohnenverordnung 2017 Infografik Image Source BMVIBildquelle: BMVI | ©
Die Infografik des BMVI fasst die wichtigsten Inhalte der DrohnenVO zusammen.

Um als Anfänger einfacher herauszufinden, ob du an einem bestimmten Ort mit deiner Drohne fliegen darfst, gibt es bereits einige extrem hilfreiche Drohnen-Apps. Wirf dazu auch einen Blick in unseren Drohnen-App Überblick.

Die passende Drohne auswählen

Sobald man sich über die gesetzlichen Vorgaben und Einschränkungen im klaren ist, geht es endlich um das eigentliche Thema: die erste eigene Drohne. Das für jeden passende Modell gibt es dabei natürlich nicht.

Wie überall im Leben, musst du dir zunächst überlegen, was dir am wichtigsten ist und wozu du die Drohne einsetzen willst. Soll sie zum Beispiel besonders kompakt sein? Videos auf Kinoniveau aufzeichnen können? Wärmebilder schießen? Besonders schwere Lasten transportieren? Oder vielleicht per Videobrille zum Drone Racing verwendet werden? Hier musst du dich selbst zunächst entscheiden, was genau du vorhast.

Steht die grundlegende Kategorie deiner neuen Drohne fest, wird einen Blick in unseren umfangreichen Drohnen Guide. In diesem stellen wir dir die beliebtesten Modelle unterschiedlicher Hersteller sortiert nach verschiedenen Kategorien vor.

DJI Inspire 1 Drohne in der LuftBildquelle: Powie | Pixabay License
Nur selten sollte es für den Anfang direkt eine Drohne für mehrere tausend Euro sein.

Außerdem solltest du dir als Anfänger darüber Gedanken machen, ob du direkt eine Drohne kaufen möchtest, oder ob das Mieten einer Drohne vielleicht die bessere Alternative für dich ist? Alle Details zu diesem Thema findest du hier: Drohne kaufen oder mieten?

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Flugkünste im Simulator üben

Oft vernachlässigt werden in der heutigen Zeit die zahlreichen exzellenten Flugsimulatoren, die man teilweise bereits für kleines Geld kaufen kann. Egal, ob du als Drone Racing Pilot mit deinem FPV Racer durchstarten willst oder dich mit einer Kameradrohne in die Lüfte schwingen magst. Ein passender Simulator kann ohne große Anschaffungskosten einen ersten Vorgeschmack auf das Drohnen-Hobby geben.

Außerdem eignen sich Simulatoren natürlich auch ganz wunderbar, um durch den Herbst und den Winter zu kommen, ohne vollständig auf das Fliegen verzichten zu müssen. Zudem kannst du einen Simulator verwenden, um deine Flugfähigkeiten in einer sicheren Umgebung zu trainieren, bevor du besonders schwierige Stunts und Flugmanöver mit deiner echten Drohne auf dem Flugplatz ausprobierst.

DCL The Game FPV Racing SimulatorBildquelle: DCL
Auch für das Drone Racing gibt es mittlerweile viele Simulatoren.

Unter Modellfliegern sind Simulatoren schont seit Jahrzehnten verbreitet und werden gerne genutzt. Das solltest du dir als Anfänger zu Herzen nehmen und es den Profis nachmachen.

Eine Übersicht über verschiedene Flugsimulatoren für FPV Racing und normalen Modellfug, haben wir dir hier zusammengestellt.

Dir als Anfänger nicht den Spaß verderben lassen

Ganz am Anfang ist es natürlich besonders wichtig, dir nicht direkt durch die ganzen Vorschriften und neuen technischen Geräte den Spaß verderben zu lassen.

Nutze verschiedene Gelegenheiten, um mehr über Drohnen zu lernen und herauszufinden, ob das Drohnen-Hobby das Richtige für dich ist.

Dazu stehen wir dir natürlich als Web-Portal zur Verfügung und versuchen in ausführlichen Artikeln die verschiedenen Aspekte der Drohnen-Welt für dich zu beleuchten. Außerdem tauschen wir uns gerne in den Kommentaren mit dir über deine Fragen und Probleme aus.

Gehe außerdem aktiv auf andere Piloten zu, wenn du irgendwo einen Drohnenpiloten entdeckst der gerade seinem Hobby nachgeht. Im direkten Gespräch lässt sich oft am besten diskutieren. Außerdem ist YouTube eine geniale Quelle, wenn es darum geht, sich näher mit der Technik von Multicoptern zu beschäftigen.

Schlusswort

Wir hoffen, dir hat unser Artikel als Anfänger in der schnell wachsenden Drohnen-Welt etwas Orientierung über die wichtigsten Rahmenbedingungen im Drohnen-Hobby gegeben.

Sollte dies der Fall sein, freuen wir uns darüber, wenn du den Artikel teilst. Bei Fragen oder Anregungen hinterlasse gerne jederzeit einen Kommentar. Auch freuen wir uns darüber, wenn du für den Kauf einer neuen Drohne einen unserer Partnerlinks verwendest (mit * gekennzeichnet), so erhalten wir eine kleine Provision.

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Bildquellen

  • BMVI Drohnenverordnung 2017 Infografik Image Source BMVI: BMVI | ©
  • DJI Inspire 1 Drohne in der Luft: Powie | Pixabay License
  • DCL The Game FPV Racing Simulator: DCL
Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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