Eine Mavic 3 Cine Drohne kämpft an der Nordsee gegen den Wind.

Wissen: Drohne über Wasser & dem Meer fliegen

Publiziert von Nils Waldmann

am

Besonders im Sommer zieht es viele von uns ans Wasser oder sogar ans Meer. Auch mit der Drohne sind Gewässer tolle Motive, die Aufnahme abwechslungsreich erscheinen lassen. Um möglichst sicher mit der Drohne über Wasser unterwegs zu sein, haben wir euch wichtige Tipps zusammengefasst.

Eines wollen wir am Anfang des Artikels direkt klarstellen: Bis auf ganz wenige Ausnahmen, sind die meisten Drohnen im Consumer-Segment nicht einmal ansatzweise für den Betrieb in feuchten Umgebungen geeignet. Für den Großteil ist bereits Regen zu viel. Wer seine Drohne über Wasser fliegt, trifft im Fall der Fälle also auf den Endgegner.

Das soll euch nicht davon abhalten, den Flug über dem Wasser zu wagen. Es bedeutet aber, dass ihr euch unterm Strich noch weniger Fehler als an Land erlauben dürft, um die Drohne im dümmsten Fall nicht vollständig zu verlieren. Als Anfänger solltet ihr euch also gut überlegen, ob ihr wirklich direkt über Wasser fliegen wollt.

Hier sind die wichtigsten Grundlagen und Tipps, die ihr beachten solltet

Sichtsensoren (VPS) deaktivieren

Wenn eure Drohne mit einer visuellen Positionierung oder visuellen Sensoren zur Hinderniserkennung ausgestattet ist, sollte diese deaktiviert werden.

Das gilt insbesondere für das nach unten gerichteten Visual Position System (VPS), welches mit Kameras den Grund unter der Drohne verwendet, um das UAV bei schlechtem GNSS-Signal zu positionieren.

Unterseite mit Sensoren der Mavic 3
Die VPS-Sensoren auf der Unterseite der DJI Mavic 3 Familie.

Auf einer spiegelnden Wasseroberfläche kann das zu Problemen und ungewünschtem Verhalten der Drohne führen, welches gerade neue Piloten verwirren und zu gefährlichen Manövern verleiten kann.

Bei einigen Drohnen lassen sich nur die unteren Sensoren separat deaktivieren, häufig müssen aber alle Sensoren abgeschaltet werden. Dann gilt natürlich: Vorsicht bei der Annäherung an Objekte.

Die Höhe im Blick behalten

Die meisten Hersteller von UAVs empfehlen eine Mindesthöhe von 1 bis 1,5 m über dem Wasser nicht zu unterschreiten. Zum einen wird so sichergestellt, dass der „Prop Wash“ – also der Wind der Rotoren – kein Wasser aufwirbelt und die Drohne nass macht.

Zum anderen ist so immer etwas Puffer vorhanden, sollte beispielsweise am Meer plötzlich eine hohe Welle auftauchen, die für die Drohne sonst fatal enden könnte.

Im Vorwärtsflug ist außerdem stets darauf zu achten, dass ihr die Flughöhe stetig korrigiert, um nicht zu dicht an die Wasseroberfläche zu kommen, wenn Höhe im Vorwärtsflug verloren geht.

Tipp: Durch die häufig weitwinkligen Objektive vieler Drohnen, sieht auch ein Flug ein 1,5 Meter über dem Wasser bereits aus, als würdet ihr gleich eintauchen.

Warnung vor großen Objekten

Wer sich mit der Drohne vom Land auf macht, um etwa ein Gebäude im Wasser oder ein Wrack eines alten Schiffes zu erkunden, muss stets auf genügen Abstand achten.

Gerade große metallische Strukturen, wie Container-Schiffe oder Leuchttürme, können einen Kompassfehler hervorrufen. Die Drohne wechselt dann automatisch von der GPS-Positionierung in den VPS-Modus. Da ihr das VPS-System im Bestfall deaktiviert habt, bleibt nur noch der ATTI-Modus über.

Flug über dem Wasser
Über dem Meer ergeben sich spannende Perspektiven. Nur von Objekten mit viel Metall sollte man fern bleiben.

Jetzt habt ihr plötzlich keine automatische Höhen- und Positionsregelung mehr und müsst die Drohne auf Sicht steuern. Das kann, je nach Entfernung, für unerfahrene Piloten schnell zu einem Ding der Unmöglichkeit werden.

Wenn euch so etwas passiert: Versuchen Distanz zu dem störenden Objekt aufzubauen und hoffen, dass sich der Kompass der Drohne wieder normalisiert.

Maximale Flugdistanz konfigurieren

Um nicht dem eigenen Übermut über dem offenen Wasser zum Opfer zu fallen, kann das Setzen einer maximalen Flugdistanz sinnvoll sein.

Gerade über dem Wasser stellt sich aus der Vogelperspektive noch einmal ein ganz anderes „Freiheitsgefühl“ ein, was dazu verleitet, möglichst große Distanzen über das Wasser zu fliegen.

Wer sich hier selbst (bzw. der Drohne) ein Limit setzt, stellt sicher, dass zumindest der Funklink nicht unterbrochen wird, weil ihr zu weit weggeflogen seid.

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Den Home Point richtig setzen

Nicht immer werden Drohnen über dem Wasser von Land aus gestartet. Häufig geht es auch von einem Boot oder Schiff aus in die Luft. Sollte das der Fall sein, müsst ihr unbedingt gelegentlich den Home Point der Drohne aktualisieren.

Im Normalfall nehmen moderne Kameradrohnen die Koordinaten des Startpunktes als Home Point an. Das ist der Punkt, zu dem die Drohne bei einem RTH-Manöver automatisch zurückkehren will.

Landing Pad im Sand am Meer
Im Normalfall ist der Startpunkt auch der Home Point.

Wenn ihr euch auf einem kleinen Boot oder gar einem Kajak befindet, kann es sinnvoll sein, einen geeigneten Home Point an Land manuell zu setzen. Geht etwas schief, landet die Drohne hier.

Wer auf einem Schiff unterwegs ist, das sich selbst bewegt, muss den Home Point stetig neu setzen. Es gibt auch einige Modelle, die einen sogenannten dynamischen Home Point unterstützen, der sich kontinuierlich an der Position des Controllers ausrichtet.

Beachtet in dieser Situation in jedem Fall, dass eure Drohne schneller fliegen können muss, als sich das Schiff bewegt. Häufig täuscht man sich hier gerade bei großen Schiffen auf dem offenen Meer ohne Referenzpunkt, wie schnell diese unterwegs sein können. Eine GPS-App für eine kurze Messung der Geschwindigkeit auf dem Smartphone kann hier schnell wertvolle Klarheit schaffen, ob die eigene Drohne mithalten kann.

Achtung, Vögel!

Der Luftraum über Gewässer und vor allem dem Meer gehört ganz klar den Vögeln. Gerade im Küstenbereich gibt es häufig eine besonders hohe Artenvielfalt unserer gefiederten Freunde.

Natürlich sollten diese Tiere niemals absichtlich belästigt werden, das brauchen wir euch aber nicht zu erklären.

Ein Schwarm Möwen vor dunklen Wolken
Vor Seevögeln nimmt man sich lieber in Acht.

Wichtig ist aber, dass ihr vor allem Schwärme größerer Vögel beim Flug mit der Drohne im Auge behaltet. Einige Möwen haben sich beispielsweise den Ruf erarbeitet, besonders aggressiv auf euren digitalen Eindringling am Himmel zu reagieren.

Je nach Vogelart kommen zur Entschärfung dann zwei Manöver in Frage: Schnell den Standort wechseln (horizontal) oder schnell an Höhe gewinnen (vertikal). Letzteres fällt Vögeln in der Regel schwerer. Voraussetzung ist, hier behaltet eure Drohne dabei selbst noch im Blick und habt noch genügend Puffer zur maximalen Flughöhe (rechtlich betrachtet).

Wind richtig einschätzen

Eine der größten Feinde für Drohnen über großen Seen oder am Meer ist der Wind.

Es ist daher essenziell, dass ihr euch vor dem Flug mit der aktuellen Windstärke und der Windrichtung vertraut macht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von ablandigem Wind (von Land aufs Wasser) und auflandigem Wind (vom Wasser aufs Land).

Bei ablandigem Wind müsst ihr euch stets darüber bewusst sein, dass die Restanzeige der verbleibenden Flugzeit beim Flug auf das Wasser nicht korrekt ist. Die Drohne hat in diesem Moment nämlich Rückenwind und verbraucht damit weniger Energie. Beachtet man das nicht, kommt die große Überraschung bei Rückflug zum Land. Jetzt muss der Antrieb auf einmal gegen den Wind und seine Böen ankämpfen. Geht es richtig in die Hose, habt ihr euch ordentlich verschätzt und der Akku ist leer, bevor die Drohne das Land erreichen kann. Dann kommt es zur Notlandung direkt im Wasser.

Bei auflandigem Wind ist diese Gefahr nicht so groß, denn der anstrengende Teil passiert bereits beim Flug aufs Wasser. Hier habt ihr also zu Beginn direkt Gegenwind und der Rückenwind setzt auf dem Heimweg ein.

Es gibt hier auch einen Zusammenhang mit dem Tagesgang: Ablandig ist der Wind oft über den Tag, auflandig wird der Wind oft Richtung Abend und in der Nacht. Diese Winde entstehen dabei durch unterschiedliche Luftdrücke (und Temperaturen) zwischen Land- und Wassermasse.

Schlusswort

Wir hoffen, euch haben diese Hinweise und Tipps zum Flug mit Drohnen über dem Wasser und dem Meer geholfen und ihr könnt eure nächste Tour ans Meer oder den See auch mit der Drohne sicher antreten.

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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