Alkoholverbot für Drohnenpiloten

UK: Promilleregeln für Drohnenpiloten in Vorbereitung

Publiziert von Nils Waldmann

am

Tags:

Wer seine Drohne im Vereinigten Königreich fliegen will, könnte in Zukunft mit speziellen Promilleregeln in Bezug auf Alkoholkonsum konfrontiert werden. Die Regierung denkt über spezielle Regelungen nach, die strengere Blutalkoholwerte für Drohnenpiloten bedeuten würden.

Vorweg kann wohl eines festhalten: Wer eine Drohne fliegt, ganz egal ob klein oder groß, leicht oder schwer, sollte dieses niemals unter Einfluss von Drogen, Alkohol oder Medikamenten tun. Die Risiken die davon ausgehen, sind alle zahlreich diskutiert und jedem verantwortungsbewussten Drohnenpiloten bekannt.

In England will man diese Regelungen nun mit Zahlen hinterlegen, um auch Drohnenpiloten, wie im Straßenverkehr an harte Grenzwerte binden zu können.

Vorschlag: Differenzierte Promilleregeln für Drohnenpiloten

Der Vorstoß zu diesem Thema kommt aus dem britischen Department for Transportation (DfT), das sich im Rahmen des Whitepapers „Future of transport regulatory review consultation: Future of flight“ mit den zukünftigen Formen des Transports (Urban Air Mobility) und dem allgemeinen Betrieb von Drohnen auseinandergesetzt hat.

Dazu gibt es auch ein Kapitel über die Sicherheit und einige Vorschläge, wie die Sicherheit des Betriebs von Drohnen weiter verbessert werden kann. Obwohl UK ja bekanntermaßen die EU verlassen hat, sind auch hier die (damals noch gemeinsam ausgearbeiteten) EU-Drohnenregeln das Fundament für den Betrieb von UAVs.

Diese Tatsache findet sich nun auch in den neuen Promilleregeln wieder, die das DfT zukünftig gerne für Drohnenpiloten etablieren würde. Dabei unterscheiden sich die Grenzwerte je nach Betriebskategorie. Während in der SPECIFIC- und CERTIFIED-Kategorie die gleichen Grenzwerte wie für die bemannte Luftfahrt gelten sollen, will man für Piloten in der OPEN-Kategorie etwas weniger strenge Grenzen etablieren.

Begründet wird diese Idee mit dem unterschiedlichen Risikoprofil der drei Betriebskategorien. Trotzdem will man auch in der OPEN-Kategorie eine relativ strenge Alkoholgrenze einführen, denn auch hier könnten UAVs im schlimmsten Fall für schwere (Folge-)Unfälle sorgen.

OPEN-Kategorie mit größerer Flexibilität

Demnach soll für Drohnenpiloten in der OFFENEN Kategorie ein Wert von 29mg/100ml im Blut gelten. Für die beiden anderen Kategorien steht der Vorschlag im Raum die Grenze auf 20mg/100ml zu senken.

Zum Vergleich, für Führer von Kraftfahrzeugen gilt in UK aktuell eine Grenze von 80 mg/100 ml. Die vorgeschlagenen Regelungen für Drohnenpiloten wären demnach also sogar in der OFFEN Kategorie strenger, als für das Fahren mit dem Auto. Die Regeln wären dann auch strenger als die derzeitigen Vorschriften der deutschen Straßenverkehrsordnung.

Ingesamt gibt das neue EU-Drohnengesetz aber bereits sehr deutlich zu verstehen, dass Alkohol und das Fliegen von Drohnen nicht zusammenpassen.

In den USA macht die FAA Drohnenpiloten die Vorgabe mindestens 8 Stunden nach dem letzten Drink abzuwarten bis geflogen wird. Hier gilt dann ein Blutalkoholwert von 0,04 %.

Japan hat bereits seit einiger Zeit entsprechende Regeln installiert – und zwar mit Nullpromille. Interessanter Weise kommt genau von dort auch eine der einzigen Meldungen bisher, bei der Drunk-Flying mit einer Drohne es in die Akten schaffte

Quelle: DfT

Bleibt in Kontakt!

Wenn ihr über die neuesten Drohnen-News, Drohnen-Leaks, Drohnen-Gerüchte, Drohnen-Guides und Drohnen-Testberichte auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt gerne unserem RSS-Feed.

Außerdem freuen wir uns natürlich über eure Kommentare!


Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links / Partnerlinks. Mit einem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision von dem verlinkten Händler / Partner. So kannst du Drone-Zone.de ganz einfach unterstützen. Bitte beachtet, dass es sich bei Drone-Zone.de um eine reine Website zu Informationszwecken und keinen Online-Shop handelt. Ihr könnt über unsere Seite keine Kaufverträge über die dargestellten Artikel abschließen und auch keine persönliche Beratung hierzu in Anspruch nehmen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Avatar-Foto

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils. Ich bin Modellbauer seit frühen Kindertagen. Meinen ersten Multicopter habe ich bereits im Jahr 2012 gebastelt und bin FPV-Pilot der ersten Stunde. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung im Bereich Drohnen & UAVs berichte und teste ich auf Drone-Zone.de die neuesten Drohnen, Kameratechnologie sowie interessantes Drohnenzubehör.

Schon gesehen?

EU-Drohnenregeln Teaser STS Standardszenarien

FAQ: STS & PDRA Standardszenarien für Drohnen (SPEZIFISCHE Kategorie)

Spezielle Drohnenflüge bringen meist Gegebenheiten mit, die sie nicht mehr für die OFFENE Betriebskategorie qualifizieren. Damit der Aufwand zum Einholen notwendiger Betriebsgenehmigungen und Freigaben trotzdem überschaubar bleibt, gibt es sogenannte ... jetzt lesen!

DJI Mavic 3 Cine im Flug vor einem Wald

US-Gesetz zur Remote Identification von UAVs verzögert sich

Bereits seit gut einem Jahr arbeitet die US-amerikanische Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration) an einem Gesetzesentwurf für ein System zur Remote Identification von Drohnen / UAVs. Das Gesetz soll die Integration ... jetzt lesen!

EU-Drohnenregeln Teaser eID

eID FAQ: Registrierung für Drohnenbetreiber / UAS Operator (EU-Regeln)

Die neuen EU-Drohnenregeln erfordern unter anderem die Ausstellung einer eID und damit die Registrierung jedes Drohnenbetreibers (UAS Operator) für Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 250g. Mittlerweile ist das ... jetzt lesen!

Drohnendatenbank in UK wird nicht günstig

UK startet angekündigte Drohnen-Registrierung

In Groß Britannien geht die angekündigte Datenbank zur Drohnen-Registrierung und der Verwaltung von Wissenstest zum Umgang mit Drohnen an den Start. Ab dem 5. November soll der neue Service für ... jetzt lesen!

Schreibe einen Kommentar