Mavic 3 #GPSGate Teaser

USA: Schneerettung als Vorlage für neuen SOS-Modus für Drohnen?

Publiziert von Nils Waldmann

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Es gibt bereits viele Beispiele dafür, wie Drohnen Menschen in Not geholfen oder sogar Leben gerettet haben. Ein aktueller Fall aus den USA hat seinen positiven Ausgang ebenfalls einer Drohne des Herstellers DJI zu verdanken. Und der Vorfall ist ein interessantes Beispiel, wieso zukünftige Drohnen ein SOS-Modus gut zu Gesicht stehen könnte.

Viele Drohnen, die zu Privat- oder Freizeitzwecken geflogen werden, kommen nicht selten auf Reisen oder Wanderungen in der Natur zum Einsatz. Oder anders ausgedrückt: Immer häufiger haben Wanderer und Reisende neben Kamera und Smartphone auch eine Drohne im Gepäck.

Im US-Bundesstaat Oregon war das nun die Rettung für einen Mann, der in einem weitläufigen Waldgebiet mit seinem Fahrzeug im Schnee stecken blieb und sich nicht mehr selbst befreien konnte.

Smartphone baumelt an Mavic 3

Die Geschehnisse haben sich erst vor wenigen Tagen im Willamette National Forest im Gebiet der Kaskadenkette zugetragen und wurden von dem zuständigen Lane County Sheriff’s Search and Rescue über Facebook mit der Welt geteilt.

Ein Mann hatte versucht, mit seinem Fahrzeug eine im Winter nicht geräumte Straße zu passieren und war dabei im Schnee stecken geblieben. Da es in den weitläufigen Gebieten ohne Winterdienst eher Zufall ist, dass einem andere Menschen über den Weg laufen, die Hilfe leisten könnten, befand sich die Person damit in Gefahr. Bis die Schneemassen verschwinden, können Wochen oder Monate vergehen. Abwarten war also ganz offenbar keine Option.

Der Mann traf nach Angaben der Rettungskräfte zwei kluge Entscheidungen. Zunächst entschied er sich, bei seinem Fahrzeug zu bleiben und erhöhte seine Überlebenschancen damit offenbar deutlich. Die Rettungskräfte machen in ihrem Beitrag klar, dass bisher wenigen im Schnee gestrandete Menschen in ihren Fahrzeugen gestorben sind, hingegen deutlich mehr Opfer in Fällen verzeichnet wurden, in denen die Personen sich von ihren Fahrzeugen entfernten.

Der Mann versuchte selbstverständlich über sein Smartphone Hilfe zu organisieren, hatte aber in dem Waldgebiet keinen Empfang. Die zweite Idee des Gestrandeten: Er nutzte seine Mavic 3 Drohne, welche er glücklicherweise mit einer DJI RC oder DJI RC Pro (nicht genau genannt) gekauft hatte, um seine Rettung zu organisieren. Dass er sich dabei für einen der beiden Controller mit integriertem Display entschieden hat, war in dieser Situation offenbar Gold wert. So war es ihm nämlich möglich, sein Smartphone an die Drohne zu knoten, um per SMS einem Bekannten seine Position und seinen Hilferuf zu übermitteln.

Die Drohne trug das Telefon dann in die Höhe und so gelang es, letztendlich eine Verbindung mit dem Mobilfunknetz aufzubauen und die Nachricht zu übermitteln. Auf dem Weg zu dem in Not geratenen Mann entdeckten die Rettungskräfte nach eigenen Angaben noch eine weitere Person, die ebenfalls bereits seit einigen Tagen im Schnee feststeckte.

Gute Vorlage für einen SOS-Modus für Drohnen?

Die geniale Lösung des in Not geratenen Mannes wirft eine offensichtliche Frage auf: Wenn immer mehr Menschen bereits eine Drohne auf entsprechende Ausflüge mitnehmen, wäre dann nicht, eine spezielle Rettungsfunktion in Form eines SOS-Modus sinnvoll?

In der Zukunft dürften mehr und mehr Drohnen direkt mit LTE- oder 5G-Modem an Bord ausgestattet sein. Es wäre also technisch problemlos möglich, einen SOS-Modus zu implementieren, der die in der obigen Geschichte manuell zusammengebastelte Lösung, direkt nachahmt.

Ein solcher SOS-Modus könnte durch eine bestimmte Tastenkombination auf dem Controller ausgelöst werden und die Fernsteuerung könnte dies beispielsweise über einen bestimmten Ton, wie bei einem RTH-Manöver deutlich signalisieren.

Die Drohne steigt dann auf und begibt sich automatisch auf die Suche nach einem entsprechend starken Mobilfunksignal. Sobald dieses empfangen wird, könnte das UAV automatisiert eine SMS an eine hinterlegte Notfallnummer und einen persönlichen Kontakt versenden. Diese Nachricht würde dann die aktuelle Position der Drohne, die Position des Piloten, den Hilferuf sowie einen Zeitstempel enthalten. Etwa: „SOS – Automatische NOTFALL-Meldung: Hilfe benötigt! Position der Drohne: 48.98xxxx, 12.14xxxx, Position des Piloten: 48.98xxxx, 12.14xxx, Datum: 09.03.2023 – Uhrzeit: 10:11 Uhr“. Anschließend kehrt die Drohne wieder per RTH zurück.

Auch Höhenbeschränkungen durch Geo-Fencing (z.B. durch Naturschutzgebiete) könnten theoretisch zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit ein gültiges Mobilfunksignal zu empfangen, durch den Notfall-Modus umgangen werden. Dieses dürfte aber nur für Gebiete gelten, die nicht aufgrund von Luftraumbeschränkungen (z.B. in der Nähe von Flugfeldern oder durch anderweitigen Flugverkehr) in der Höhe eingeschränkt sind, um keine anderen Menschen zu gefährden.

Ähnliche Informationen könnte man über einen entsprechenden SOS-Modus mit einem Datenpaket über ein lokales Remote ID-Signal (DRI) abstrahlen.

Quelle: Lane County Sheriff’s Search and Rescue via Facebook

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils. Ich bin Modellbauer seit frühen Kindertagen. Meinen ersten Multicopter habe ich bereits im Jahr 2012 gebastelt und bin FPV-Pilot der ersten Stunde. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung im Bereich Drohnen & UAVs berichte und teste ich auf Drone-Zone.de die neuesten Drohnen, Kameratechnologie sowie interessantes Drohnenzubehör.

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