UK: Polizist versenkt 70.000-Euro-Drohne im Teich

Ein Polizist in Groß Britannien hat eine Drohne der Polizei in einem Teich versenkt. Schuld daran war eine unachtsamem Bedienung der Drohne, die den Antrieb des UAVs deaktivierte und zu einem sofortigen Absturz führte.

In UK sind immer mehr Polizeiniederlassungen mit Drohnen zur Unterstützung von Einsätzen ausgestattet. Dabei sind natürlich auch die Polizisten, die die Drohnen steuern nicht vor Fehlern geweiht.

Der offizielle Vorfallsbericht der Air Accidents Investigation Branch (AAIB) in England gibt nun interessante Einblick in einen Fall, der eine 70.000 Euro teure Drohne zerstörte.

Polizist: Pop-Up-Dialog führt zu Absturz

Während eines Polizeieinsatzes Mitte Juni 2020 nahe der Stadt West Sussex (UK) kam es zu einem Zwischenfall mit einer Drohne der Polizei. Die Polizisten waren auf der Suche nach einer vermissten Person bei Nacht. Das Ganze spielte sich an einem Teich (Maidenbower Pond) ab, der von einem Waldstück eingegrenzt war.

Dazu kam auch eine Drohne des Typs Aeryon SkyRanger R60 zum Einsatz. Dieses Modell wird mittlerweile von dem FLIR vertrieben.

Das UAV wurde dabei zur Unterstützung der Polizisten am Boden verwendet, in dem das Gebiet mit einer Wärmebildkamera überwacht wurde.

Während des Fluges unterlief dem 33 Jahre alten Piloten der Drohne dann ein Fehler. Er nahm einen sich öffnender Pop-Up-Dialog wahr und versuchte diesen durch Tippen wieder zu schließen. Dabei achtete er offenbar nicht genau auf die Art und Funktion des Dialogs.

Letztendlich führten die Eingaben des UAV-Piloten dazu, dass die Notabschaltung des Antriebes aktiviert wurde. Die knapp 70.000 Euro teure Drohne fiel daraufhin aus einer Höhe von 22 Metern wie ein Stein in den Teich und wurde dabei zerstört.

Die SkyRanger R60 Serie gehört mit einem Gewicht von 3,5 kg bereits zu den schwereren Drohnen. Aus dem Vorfallsbericht der AAIB geht hervor, dass eine solche Masse eine Person mit Schutzhelm, bereits aus 4 m Höhe schwerst verletzen kann. In diesem Fall war es also Glück, dass die Drohne in den Teich fiel und es somit keine Personenschäden gab.

Notabschaltung durch Bestätigung gesichert

Interessant ist dabei, dass die Notabschaltung der SkyRanger Drohne trotz eines eigentlich sicher gestalteten Nutzerinterfaces aktiviert wurde. Um die Antriebe sofort zu stoppen – was freiwillig wohl nur in extremen Situationen und als letztes Mittel der Wahl passieren würde – muss ein Icon im Menü des Controllers aktiviert werden.

Der Operator muss zur Bestätigung den daraufhin erscheinenden Dialog innerhalb von drei Sekunden drei Mal antippen. Danach schalten die Motoren sofort ab.

Wie die Logdaten der Drohne zeigen, ist genau das auch dem Polizisten passiert. Er interpretierte die Meldung offenbar falsch oder nahm sie nicht korrekt wahr. Durch die Versuche den Dialog zu schließen, wurde dann drei Mal innerhalb von drei Sekunden getippt.

Insgesamt hatte der Polizist eine Flugerfahrung von 6 Stunden und 15 Minuten, wovon 4 Stunden und 15 Minuten sogar mit dem gleichen Drohnenmodell erfolgten. Die Polizisten in UK müssen ein mehrtägiges Training absolvieren, indem auch die Dialoge des Steuerungssystems erklärt werden.

Seit dem Vorfall wurde bereits eine Vollzeitkraft eingestellt, die das Training der Piloten zentral koordiniert. Außerdem soll es in Zukunft alle sechs Monate eine Bewertung jedes Piloten bei der Polizei geben. Auch über einen jährlichen Trainingstag denkt man nach.

Quelle: AAIB Report

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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