Die P4P V2.0 am Himmel

SARDO lokalisiert Katastrophenopfer via Smartphone

Publiziert von Nils Waldmann

am

Wenn es zu größeren Katastrophen mit unübersichtlicher Lage vor Ort kommt, hat das Finden und Bergen von Opfern aller höchste Priorität. Ein Forschungsprojekt mit dem Namen SARDO soll dabei in Zukunft unterstützen.

Wenn Naturkatastrophen eintreten sind viele Menschen meist unvorbereitet, da der Vorfall plötzlich und völlig unerwartet eintritt. Ein Beispiel dafür ist der Erdrutsch in der norwegischen Stadt Ask Ende 2020.

In einem solchen Fall ist es häufig extrem schwierig Überlebende zu lokalisieren und anschließend zu retten. Die neue SARDO Drohne aus einem Forschungsprojekt der NEC Laboratories Europe GmbH in Heidelberg soll hier in Zukunft helfend zur Seite stehen.

SARDO scannt Gebiet nach Mobilfunkgeräten ab

Die Abkürzung SARDO klingt zu nächst ein wenig sperrig. Die fünf Buchstaben stehen für den Begriff „Search-And-Rescue DrOne„. Also eine Drohne, die bei der Suche und Rettung von Menschen helfen soll.

Das Ziel von SARDO ist es, vermisste möglichst schnell und effektiv zu lokalisieren, um den Rettungskräfte genauere Anhaltspunkte über sinnvolle Suchgebiete zu liefern.

Dazu macht sich die Drohne die Tatsache zur Nutze, dass viele Menschen heutzutage ihr Smartphone nahezu immer bei sich haben. Häufig auch, wenn sie zu Hause sind. Zumindest liegt es selten weit weg.

Hier setzt SARDO an. Die Drohne fliegt über das Katastrophengebiet und hat dabei eine Mobilfunkzelle an Bord. Aktive Mobilfunkgeräte melden sich automatisch bei diesem nahen Sender. Diese Verbindungen werden gespeichert.

Dabei nutzten die Forscher so genannten Time-of-Flight-Messungen. Anhand der Laufzeiten der Signale können dann Distanzen zwischen Drohne und Smartphone des Opfers geschätzt werden.

Ein Machine Learning Algorithmus berechnet aus diesen Daten dann die mögliche Postion des Opfers auf einer Karte und kalkuliert zudem Störungen durch Schutt und Gestein möglicherweise umgestürzter Gebäude ein.

Schneller Überblick über große Gebiete

Das Interessante an der Technik ist, dass SARDO nicht auf die Funktionsfähigkeit von Mobilfunknetzwerken angewiesen ist. Auch diese Infrastruktur kann, je nach Unglück, beschädigt und nicht verfügbar sein. Da die Drohne jedoch ihre eigene Mobilfunkstation mit sich herumträgt, stellt dies auch in einem solchen Fall kein Problem dar.

Sobald das UAV ein definiertes Gebiete grob gescannt hat, wird versucht einzelne Personen genauer zu orten. Sollten Interferenzen die Lokalisierung eines Smartphones nicht ermöglichen, wird das Suchraster automatisch erweitert.

In Feldversuchen soll das System bereits sehr zuverlässig funktioniert haben. Auf einem knapp 200 Quadratmeter großen Areal waren beispielsweise alle potenziellen Opfer in nur drei Minuten mit einer Genauigkeit von einigen Metern gefunden.

Das System scheint bereits jetzt Interesse auf der Seite von Hilfsorganisationen geweckt zu haben. Über eine mögliche Kommerzialisierung der Technologie wird aktuell nachgedacht.

In der Zwischenzeit wollen die Wissenschaftler SARDO auch für die Suche in Innenräumen fit machen, um beispielsweise beschädigte Gebäude zu durchsuchen, die für Menschen zu gefährlich zum Betreten sind.

Quelle: IEEE Spectrum

Bleibt in Kontakt!

Wenn ihr über die neuesten Drohnen-News, Drohnen-Leaks, Drohnen-Gerüchte, Drohnen-Guides und Drohnen-Testberichte auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt gerne unserem RSS-Feed.

Außerdem freuen wir uns natürlich über eure Kommentare!


Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links / Partnerlinks. Mit einem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision von dem verlinkten Händler / Partner. So kannst du Drone-Zone.de ganz einfach unterstützen. Bitte beachtet, dass es sich bei Drone-Zone.de um eine reine Website zu Informationszwecken und keinen Online-Shop handelt. Ihr könnt über unsere Seite keine Kaufverträge über die dargestellten Artikel abschließen und auch keine persönliche Beratung hierzu in Anspruch nehmen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Avatar-Foto

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils. Ich bin Modellbauer seit frühen Kindertagen. Meinen ersten Multicopter habe ich bereits im Jahr 2012 gebastelt und bin FPV-Pilot der ersten Stunde. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung im Bereich Drohnen & UAVs berichte und teste ich auf Drone-Zone.de die neuesten Drohnen, Kameratechnologie sowie interessantes Drohnenzubehör.

Schon gesehen?

Neue SQUID Drohne wird mit einer Kanone gestartet

Ein Forschungsprojekt mit dem Namen SQUID hat eine neue Technik zum Starten von Drohnen entwickelt. Die Drohne wird dabei mit einer Kanone einfach in den Himmel geschossen und geht danach ... jetzt lesen!

Drohnen helfen entlegende Orte zu entdecken

Gran Canaria: Drohne entdeckt 1000 Jahre alte Grabstätte

Amateur Archäologen haben mithilfe einer Drohne eine alte Grabstätte auf der spanischen Insel Gran Canaria entdeckt. Untersuchungen zeigen, dass das Grab mehr als 1000 Jahre unentdeckt geblieben ist. Dass Drohnen ... jetzt lesen!

Viele Schmetterlinge überwintern in Mexiko

Video: Kolibri-Drohne in Mitten von Millionen Schmetterlingen

Eine neue Dokumentation zeigt das Erwachen von Millionen von Schmetterlingen aus dem Winterschlaf. Eine kleine Drohne war nun erstmals mitten unter den Tieren und liefert erstaunliche Bilder. Das Drohnen für ... jetzt lesen!

DJI Ryze Tello Drohne auf einer Hand

14 Jährige entwickelt Drohnen-App, die Leben retten kann

Eine 14 jährige Schülerin hat eine neue Drohnen-App entwickelt, die mithilfe verschiedener Technologien Menschen in lebensbedrohlichen Situationen lokalisieren kann. Die anhaltenden Waldbrände in verschiedenen Ländern haben die vierzehnjährige Vidya Shah ... jetzt lesen!

Schreibe einen Kommentar