Niederlande: Drohnenpilot beschossen, Täter unbekannt

Die meisten Konflikte lassen sich glücklicherweise gewaltfrei lösen. Was jetzt in den Niederlande passiert ist, dürfte aber vielen Drohnenpiloten ein mulmiges Gefühl geben. Hier wurde ein Drohnenpilot nun tatsächlich durch einen Dritten verletzt, ohne dass es vorher dafür einen Anlass zu geben haben scheint.

Immer wieder kommt es leider vor, dass sich Mitmenschen (ob zu Recht oder zu Unrecht) durch fliegend Drohnen bedroht oder belästigt fühlen. Während der normale Bürger wohl zum Telefon greift und den Vorfall bei den Behörden meldet, gibt es immer wieder Personen, die meinen Selbstjustiz sei in diesen Fällen die beste Lösung.

In besonders schweren Fällen kommen Schusswaffen zum Einsatz, mit denen teilweise erfolgreich versucht wird, den „Eindringling“ am Himmel ins Jenseits zu befördern. Prominenten Beispiele gibt es genug (hier oder hier). Dass das zumeist ein schwerer Eingriff in den Luftverkehr ist und in jedem Fall Konsequenzen für den Schützen nach sich zieht, scheinen manche Menschen zu vergessen.

Niederlande: Nicht Drohne, sondern Pilot beschossen

Die niederländische Polizei meldet nun einen anders gelagerten Fall. Demnach wurde in der vergangenen Woche ein Drohnenpilot direkt unter Beschuss genommen. Ganz nach dem Motto: Nicht die Auswirkungen (Drohne in der Luft), sondern die Ursache (den Piloten) „bekämpfen“, um wieder Ruhe zu haben.

Der betroffene Mann flog seine Drohne in der kleinen Stadt Tholen im Süden der Niederlande nahe der Straße Gemaalweg. Während des Fluges berichtet der Mann später bei der Polizei von zwei lauten Explosionen, die seine Aufmerksamkeit erregten.

Wie die Polizei berichtet, dachte der UAV-Pilot zunächst, seine Drohne wäre beschossen und beschädigt worden. Ein kontrollierender Blick den den Himmel zeigte aber: Alles okay.

Stattdessen stellt das Opfer erst kurze Zeit später fest, dass eine Verletzung am Arm vorhanden war. Im Krankenhaus wurde dann ein Projektil aus der Wunde entfernt, das möglicherweise von einer Schusswaffe stammt. Die Behörden fahnden nun nach dem Täter und sind auf der Suche nach möglichen Augenzeugen, die Hinweise zu dem Angriff geben können (Tatzeitpunkt: 17 Juni 2022 gegen 12:30 Uhr).

Drohnen-Community über Remote ID besorgt

Ein Stichwort, dass in Zusammenhang mit solchen Angriffen direkt in die Köpfe vieler Piloten schießen dürfte: Remote ID. Die Technologie soll dafür sorgen, das fliegende Drohnen vom Boden aus über kleine oder große Distanzen identifizierbar sind. Das eine dritte Person Informationen über eine Drohne am Himmel erlangen kann, die für ihn/sie erst einmal unbekannt ist und mit ungewisser Mission umherfliegt, ist ein nachvollziehbarer Gedanken.

Für viele ist aber besonders der Punkt kritisch, dass über das entsprechende Identifizierungssignal auch die genaue Position des Piloten übertragen werden kann (und soll). Mit diesen Informationen fühlen sich viele Drohnenpiloten – die häufig des Gefühls des Generalverdachtes ausgesetzt sind – noch unsicherer. Der Fall aus den Niederlanden gibt sein Übriges hinzu, obwohl hier keinerlei Anzeichen dafür vorliegen, dass Remote ID zur Ermittlung des Pilotenstandortes für den Schützen eine Rolle gespielt hat.

Wie genau Remote ID funktioniert und welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, lest ihr in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.

Quelle: Politie NL

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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