Verbot von ferngesteuerten Geräten in Hongkong

Drohnen-Gesetze und Regeln in Hongkong

Publiziert von Nils Waldmann

am

Wer nach Asien fliegt, für den bietet sich ein Zwischenstopp in der Metropole Hongkong in jedem Fall an. Was du in Hongkong beachten musst, wenn du mit deiner Drohne unterwegs bist, erfährst du im folgenden Artikel.

Wer seine Drohne mit in den Urlaub nehmen will, der ist mit Hongkong als Reiseziel im Großen und Ganzen gut bedient. Lange galt die Sonderverwaltungszone Chinas als eines der liberalsten Länder, was den Einsatz von Drohnen angeht.

Mittlerweile hat das Civil Aviation Department (CAD) jedoch einige grundlegende „Safety Guidelines“ verabschiedet, die anscheinend aber nicht mit einem Gesetze gleichzustellen sind (bzw. bisher nur teilweise in Gesetzen verankert sind).

Was du beim Transport deiner Drohne im Flugzeug beachten solltest, liest du in unserem ausführlichen Drohnen-Reise-Guide. Wer noch eine passende Drohne für seinen Urlaub sucht, der sollte unbedingt einen Blick in unseren Drohnen Guide werfen.

Disclaimer: Wir sind hier in keiner Weise rechtsberatend tätig. Alle hier zusammengetragenen Informationen entstammen einer gründlichen Recherche zum Thema Drohnenflug im besagten Land. Ziel ist es, euch als Lesern einen schnellen Überblick über das Thema zu verschaffen. Wir übernehmen ausdrücklich keine Haftung und Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen. Die Recherche erfolgte nach besten Wissen und Gewissen. Die Verwendung der Informationen geschieht ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Hinweis: Unsere Recherche fand im Kontext einer Reise im Jahr 2019 statt. Wenn du aktuell auf dem Weg nach Hongkong bist, informiere dich in jedem Fall über den aktuellen Stand der derzeit gültigen Regelungen!

Hongkong: Drohnenregeln im Überblick

Wie in den meisten Ländern gibt es einige Grundlagen, die für alle Drohnenpiloten gelten, sofern keine besonderen Genehmigungen für den Ausnahmebetrieb vorliegen.

Folgende Dinge musst du in Hongkong beim Fliegen deiner Drohne beachten (Stand 2019):

  • die maximale Flughöhe beträgt 90 m (AGL).
  • der Flug darf nur bei Tag erfolgen.
  • der Flug darf nur in guten Sichtbedingungen (Smog!) erfolgen.
  • der Flug ist verboten, wenn es eine Gewitter Warnung, eine Warnung vor einem tropischen Wirbelsturm oder wenn ein sogenanntes Strong Monsoon Signal ausgegeben wurde.
  • die Drohne nicht mehr als 7 kg wiegt (AUW).
  • die Drohne stets im VLOS-Betrieb geflogen wird. FPV ist demnach nicht gestattet.
  • vor dem Start ein Sicherheitscheck aller relevanten Funktionen durchgeführt wurde.
  • die No-Fly-Zone respektieren.
  • der Flug geschieht zu nicht-kommerziellen Zwecken (andernfalls ist immer eine Genehmigung erforderlich – siehe unten).

Mittlerweile gibt es auch in Hongkong neue Regeln für Drohnen. Eine ausführliche FAQ findet ihr bei der zuständigen Behörde CAD.

Wichtig: Für Drohnen über 250 g (in Sonderfällen auch darunter) ist seit dem 1. Juni 2022 eine Registrierung notwendig!

Kriterien für einen guten Flugort

Das Civil Aviation Department hat sogar eine Kriterienliste mit „geeigneten“ Flugorten herausgegeben. Leider sind das keine konkreten Koordinaten, sondern eher Empfehlungen, um einen Startplatz auf seine Eignung zu überprüfen – aber immerhin.

Ein Ort eignet sich zum Fliegen, wenn:

  • keine Personen, Schiffe, Fahrzeuge oder Gebäude in der Nähe sind (50 m Abstand).
  • du dich in sicherer Entfernung zu Hali-Pads befindest.
  • keine Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung oder Funkstationen in der Nähe sind.
  • der Untergrund flach genug ist, um davon sicher abheben und landen zu können.
  • keine Hindernisse im Weg sind, die den Sichtkontakte zur Drohne stören.
CAD Hongkong Drohnen Regeln FlyerBildquelle: Civil Aviation Department | ©
Die im Jahr 2019 gültigen Bestimmungen. Mittlerweile sind diese veraltet.

Weitere Informationen finden sich auf der Website des CAD zum sicheren Betrieb von Drohnen in Hongkong.

Die No-Fly-Zones

Hongkong ist ein extrem dicht besiedeltes Gebiet. Für diese Tatsache gibt es erstaunlich wenige Sperrgebiete. Folgende Zonen sind aber in jedem Fall tabu für einen Drohnenflug:

  • Gebiete innerhalb eines Radius von 5 km um den Honkong International Airport
  •  Nördlicher Lantau Küstengebiet (Einflugschneise des Flughafens)
  • Küstengebiete von Tai Lam Chung bis Tsuen Wan und Tsing Yi Island (Einflugschneise des Flughafens)
  • Victoria Harbou und Küstengebiete (hier herrscht auch starker Verkehr auf dem Wasser und teilweise in der Luft)
  • Shek Kong Arial (Militärflughafen)
  • Sonderflugverbotszone rund um das Disney Land Hongkong auf Lantau Island
  • Besiedelte oder stark besuchte Gebiete
  • Über und/oder in der Nähe von Objekten und Gebäuden, die durch den Einschlag einer Drohne im Falle einer Fehlfunktion kritisch in ihrer Sicherheit beeinträchtigt werden könnten.

In jedem Fall zu beachten!

Auch wenn die Drohnenregeln in Hongkong relativ klar und leicht verständlich sind, gibt es unabhängig von dem großen Freiraum für Drohnenpiloten noch einige Dinge, die du in jedem Fall im Hinterkopf haben solltest.

Extrem hohe Bevölkerungsdichte: In Hongkong leben mehr als 16.000 Menschen pro km² (!). Ein Fehler kann hier extreme Konsequenzen nach sich ziehen. Immer dran denken: Du fliegst hier in eigentlich an jeder Stelle in Mitten einer Metropole.

Elektromagnetische Interferenzen: Viele der großen Gebäude tragen leistungsstarke Antennenanlagen auf dem Dach, es gibt ordentlich Multi-Pathing durch Häuserschluchten und das 2,4- und 5-GHz-Band sind zugeballert mit Wifi und Bluetooth. Kein einfaches Terrain für eine Drohne. Es funktioniert, aber die Reichweite ist teils deutlich geringer, als man es vielleicht gewohnt ist und es kommt schnell zu Signalverlusten.

RTH-Flughöhe: Hongkong hat extrem hohe Gebäude. Das Einstellen der RTH-Flughöhe für die automatische Rückkehr ist daher super schwierig. Zudem beträgt die maximal erlaubte Flughöhe nur 90 m AGL. Wer große Gebäude um sich hat, muss sich bewusst sein, dass RTH im schlimmsten Fall zu einer Kollision mit einem Gebäude führt.

Wir empfehlen daher: Immer von einer exponierten Lage aus zu starten. Hongkong ist sehr bergig. Einen der vielen Berge aussuchen und von dort aus loslegen, eliminiert zumindest das RTH-Problem weitestgehend.

Wind: Durch die dichte Bebauung kommt es einem in der Stadt meist windstill vor. Aufgrund der Nähe zum Meer ist es aber eigentlich immer windig, teilweise stürmisch. Ein Aufstieg ohne auf den Wind zu achten (für so etwas gibt es auch praktische Drohnen Apps), kann dazu führen, dass die Drohne aus dem Windschatten von der Luft erfasst und im schlimmsten Fall temporär weggetragen wird.

Dann greifen schnell die Interferenzen oder im schlimmsten Fall eine falsche RTH-Höhe und führen zu einem Chrash oder Verlust der Drohne. Wenn Wolken am Himmel sind ab besten direkt auf die Zuggeschwindigkeit und Richtung achtgeben, bevor du startest.

Helis: Wer einen Platz außerhalb der No-Fly-Zones rund um den Victoria Harbour findet, der sollte sich dem relativ dichten Flugverkehr zwischen Kowloon und Hongkong Island bewusst sein. Hier gibt es mehrere Heli-Shuttle-Services und teilweise fliegen kleine Sportflugzeuge in relativ niedriger Höhe.

Hier in jedem Fall die Flugpfade der passagiertragenden Luftfahrzeuge zuerst genau beobachten und ggf. auf einen Flug verzichten. Außerdem ist es eine gute Idee, in so einem Fall seine maximale Flughöhe vielleicht nicht unbedingt voll auszureizen.

Lokale Verbote und Strafen

Auch in Hongkong gibt es offensichtlich lokale Verbote. Wir haben auf unserer Reise drei Schilder entdeckt, die den Aufstieg von Drohnen (und RC-Flugzeugen) verboten haben. Auf so etwas sollte man also auch Acht geben. In der Regel stehen diese Schilder aber an Orten, wo ein vernünftiger Drohnenpilot ohnehin auf einen Aufstieg verzichten würde.

Am Flughafen sind wir noch einem Schild begegnet, dass erstmalig eine Strafe genannt hat. Wer innerhalb des Flughafengebietes eine Drohne starten lässt und erwischt wird, dem drohen bis zu 6 Monate Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 HKD (5.800 Euro). Dieses Strafmaß basiert auf Sec 35 des CAP 483A (Airport Authority Bylaw).

Der Hongkong International Airport ist eine No Fly Zone für UAVs
Wer ein UAV am Flughafen startet, bekommt arge Probleme.

Genehmigungen für kommerzielle Flüge

Wer seine Drohne zu kommerziellen Zwecken in Hongkong einsetzen will, der muss sich vorher eine entsprechende Genehmigung einholen.

Die Beantragung einer solchen Genehmigung muss mindestens 28 Werktage vor dem geplanten Flugdatum bei der CAD eingehen. Für besonders komplexe Mission sollte mehr Zeit für eine eventuelle Risikobewertung eingeplant werden.

Die Bewerbung wird an uas@cad.gov.hk versandt. Das entsprechende System findet ihr hier.

Mit dem Prozess für kommerzielle Flüge haben wir keine Erfahrung gemacht, da unsere Flüge rein aus privaten Zwecken im Urlaub stattgefunden haben. Ob für die Genehmigung Kosten entstehen, haben wir nicht herausfinden können.

Die Sache mit der Versicherung

In den meisten Ländern ist im Vergleich zu Deutschland eine Haftpflichtversicherung für Flugmodelle nicht vorgeschrieben. Das gilt nach unserem Wissen auch für Hongkong. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, eine Versicherung für Schäden an Leib und Eigentum Dritter abzuschließen.

Die meisten Modellbauversicherungen sind grundsätzlich auch im Ausland gültig (oft sind USA und Kanada ausgenommen). Prüfe also in jedem Fall, ob deine deutsche Versicherung auch in Hongkong Schutz bietet. In einem Schadensfall kann es sonst sehr unangenehm und teuer werden.

Wir waren in Übrigen mit einer Mavic 2 Pro Drohne von DJI unterwegs. Das Modell ist super kompakt und macht mit seinem 1-Zoll-Kamerasensor hochwertige Aufnahmen.

Schlusswort

Hongkong ist ein tolles Reiseziel – auch mit der Drohne im Gepäck. Wir hoffen, dir haben unsere ausführlichen Informationen zu Drohnen-Gesetzen und Drohnen-Regeln in Hongkong geholfen und du hast nun eine bessere Ahnung, ob du deine Drohne mitnehmen solltest.

Sollte dies der Fall sein, freuen wir uns darüber, wenn du den Artikel teilst. Bei Fragen oder Anregungen hinterlasse gerne jederzeit einen Kommentar. Auch freuen wir uns darüber, wenn du für den Kauf einer neuen Drohne einen unserer Partnerlinks verwendest (mit * gekennzeichnet), so erhalten wir eine kleine Provision.

Du bist von dem Inhalt begeistert und möchtest Drone-Zone.de unterstützen? Dann freuen wir uns natürlich riesig über eine kleine Zuwendung. Bei der nächsten Recherche und beim Erstellen des nächsten Artikels gibt es dann einen Becher Kaffee mehr für uns! :)

via Paypal

Werde auch gleich ein Abonnent auf Facebook und verpasse zukünftig keine News und Artikel mehr!

Bleibt in Kontakt!

Wenn ihr über die neuesten Drohnen-News, Drohnen-Leaks, Drohnen-Gerüchte, Drohnen-Guides und Drohnen-Testberichte auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt uns gerne auf unseren Social-Media-Kanälen!

Außerdem freuen wir uns natürlich über eure Nachrichten oder Fragen in den Kommentaren!


Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links / Partnerlinks. Mit einem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision. So kannst du Drone-Zone.de ganz einfach unterstützen. Bitte beachtet, dass es sich bei Drone-Zone um eine reine Website zur Information und keinen Online-Shop handelt. Ihr könnt über unsere Seite keine Kaufverträge über die dargestellten Artikel abschließen und auch keine persönliche Beratung hierzu in Anspruch nehmen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Avatar-Foto

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

Bildquellen

Schon gesehen?

Fadenkreuz Drohne Anti-Drone Mavic 2

USA: Repräsentantenhaus stimmt für DJI-Verbotspassage

In den USA sieht sich der Drohnenhersteller DJI durch einen Gesetzesentwurf bedroht, der die Produkte des chinesischen Unternehmens aus dem Markt ausschließen könnte. Jetzt hat das NDAA-Gesetz die erste große ... jetzt lesen!

Wie groß ist die Chance mit einem Flugzeug zu kollidieren (Drohne)

Bund fördert Drohnen-Abwehrsystem „Falke“ für Hamburg Airport

Ein neues Drohnen-Abwehrsystem mit dem Namen „Falke“ soll am Hamburg Airport getestet werden. Im Notfall soll das System illegale Drohnenflüge auch durch Abfangen beenden können. Das illegal geflogene Drohnen in ... jetzt lesen!

FAA: LAANC für Drohnengenehmigungen in den USA kommt Ende Juli

Das LAANC System geht noch im Juli 2019 in den USA an den Start. LAANC soll die Genehmigung von Drohnenflügen innerhalb des kontrollierten Luftraums in nahezu Echtzeit bearbeiten können. Die ... jetzt lesen!

Mavic 3 #GPSGate Teaser

EU will AI-Hersteller haftbar machen

Die Europäische Kommission strebt eine Harmonisierung des Haftungsrechtes innerhalb der EU und ihrer Mitgliedsstaaten an, wenn es um das Thema künstliche Intelligenz (kurz AI) geht. Auch Drohnenhersteller wären wohl davon ... jetzt lesen!

Schreibe einen Kommentar