Drohnen-Gesetze und Regeln in Hongkong (2019)(In nur 7 Minuten gelesen)

Wer nach Asien fliegt, für den bietet sich ein Zwischenstopp in der Metropole Hongkong in jedem Fall an. Was du in Hongkong beachten musst, wenn du mit deiner Drohne unterwegs bist, erfährst du im folgenden Artikel.

Wer seine Drohne mit in den Urlaub nehmen will, der ist mit Hongkong als Reiseziel* im Großen und Ganzen gut bedient. Lange galt die Sonderverwaltungszone Chinas als eines der liberalsten Länder, was den Einsatz von Drohnen angeht.

Mittlerweile hat das Civil Aviation Department (CAD) jedoch einige grundlegende „Safety Guidelines“ verabschiedet, die anscheinend aber nicht mit einem Gesetze gleichzustellen sind (bzw. bisher nur teilweise in Gesetzen verankert sind).

Was du beim Transport deiner Drohne im Flugzeug beachten solltest, liest du in unserem ausführlichen Drohnen-Reise-Guide. Wer noch eine passende Drohne für seinen Urlaub sucht, der sollte unbedingt einen Blick in unseren Drohnen Guide werfen.

Hongkong: Drohnenregeln im Überblick

Wie in den meisten Ländern gibt es einige Grundlagen, die für alle Drohnenpiloten gelten, sofern keine besonderen Genehmigungen für den Ausnahmebetrieb vorliegen.

Folgende Dinge musst du in Hongkong beim Fliegen deiner Drohne beachten:

  • die maximale Flughöhe beträgt 90 m (AGL).
  • der Flug darf nur bei Tag erfolgen.
  • der Flug darf nur in guten Sichtbedingungen (Smog!) erfolgen.
  • der Flug ist verboten, wenn es eine Gewitter Warnung, eine Warnung vor einem tropischen Wirbelsturm oder wenn ein sogenanntes Strong Monsoon Signal ausgegeben wurde.
  • die Drohne nicht mehr als 7 kg wiegt (AUW).
  • die Drohne stets im VLOS-Betrieb geflogen wird. FPV ist demnach nicht gestattet.
  • vor dem Start ein Sicherheitscheck aller relevanten Funktionen durchgeführt wurde.
  • die No-Fly-Zone respektieren.
  • der Flug geschieht zu nicht-kommerziellen Zwecken (andernfalls ist immer eine Genehmigung erforderlich – siehe unten).

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Kriterien für einen guten Flugort

Das Civil Aviation Department hat sogar eine Kriterienliste mit „geeigneten“ Flugorten herausgegeben. Leider sind das keine konkreten Koordinaten, sondern eher Empfehlungen, um einen Startplatz auf seine Eignung zu überprüfen – aber immerhin.

Ein Ort eignet sich zum Fliegen, wenn:

  • keine Personen, Schiffe, Fahrzeuge oder Gebäude in der Nähe sind (50 m Abstand).
  • du dich in sicherer Entfernung zu Hali-Pads befindest.
  • keine Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung oder Funkstationen in der Nähe sind.
  • der Untergrund flach genug ist, um davon sicher abheben und landen zu können.
  • keine Hindernisse im Weg sind, die den Sichtkontakte zur Drohne stören.
CAD Hongkong Drohnen Regeln FlyerBildquelle: Civil Aviation Department | ©
Das CAD hat einen Flyer mit den wichtigsten Regeln herausgegeben.

Weitere Informationen finden sich in der folgenden Broschüre zum sicheren Betrieb von Drohnen in Hongkong.

Die No-Fly-Zones

Hongkong ist ein extrem dicht besiedeltes Gebiet. Für diese Tatsache gibt es erstaunlich wenige Sperrgebiete. Folgende Zonen sind aber in jedem Fall tabu für einen Drohnenflug:

  • Gebiete innerhalb eines Radius von 5 km um den Honkong International Airport
  •  Nördlicher Lantau Küstengebiet (Einflugschneise des Flughafens)
  • Küstengebiete von Tai Lam Chung bis Tsuen Wan und Tsing Yi Island (Einflugschneise des Flughafens)
  • Victoria Harbou und Küstengebiete (hier herrscht auch starker Verkehr auf dem Wasser und teilweise in der Luft)
  • Shek Kong Arial (Militärflughafen)
  • Sonderflugverbotszone rund um das Disney Land Hongkong auf Lantau Island
  • Besiedelte oder stark besuchte Gebiete
  • Über und/oder in der Nähe von Objekten und Gebäuden, die durch den Einschlag einer Drohne im Falle einer Fehlfunktion kritisch in ihrer Sicherheit beeinträchtigt werden könnten.

In jedem Fall zu beachten!

Auch wenn die Drohnenregeln in Hongkong relativ klar und leicht verständlich sind, gibt es unabhängig von dem großen Freiraum für Drohnenpiloten noch einige Dinge, die du in jedem Fall im Hinterkopf haben solltest.

Extrem hohe Bevölkerungsdichte: In Hongkong leben mehr als 16.000 Menschen pro km² (!). Ein Fehler kann hier extreme Konsequenzen nach sich ziehen. Immer dran denken: Du fliegst hier in eigentlich an jeder Stelle in Mitten einer Metropole.

Elektromagnetische Interferenzen: Viele der großen Gebäude tragen leistungsstarke Antennenanlagen auf dem Dach, es gibt ordentlich Multi-Pathing durch Häuserschluchten und das 2,4- und 5-GHz-Band sind zugeballert mit Wifi und Bluetooth. Kein einfaches Terrain für eine Drohne. Es funktioniert, aber die Reichweite ist teils deutlich geringer, als man es vielleicht gewohnt ist und es kommt schnell zu Signalverlusten.

RTH-Flughöhe: Hongkong hat extrem hohe Gebäude. Das Einstellen der RTH-Flughöhe für die automatische Rückkehr ist daher super schwierig. Zudem beträgt die maximal erlaubte Flughöhe nur 90 m AGL. Wer große Gebäude um sich hat, muss sich bewusst sein, dass RTH im schlimmsten Fall zu einer Kollision mit einem Gebäude führt.

Wir empfehlen daher: Immer von einer exponierten Lage aus zu starten. Hongkong ist sehr bergig. Einen der vielen Berge aussuchen und von dort aus loslegen, eliminiert zumindest das RTH-Problem weitestgehend.

Wind: Durch die dichte Bebauung kommt es einem in der Stadt meist windstill vor. Aufgrund der Nähe zum Meer ist es aber eigentlich immer windig, teilweise stürmisch. Ein Aufstieg ohne auf den Wind zu achten (für so etwas gibt es auch praktische Drohnen Apps), kann dazu führen, dass die Drohne aus dem Windschatten von der Luft erfasst und im schlimmsten Fall temporär weggetragen wird.

Dann greifen schnell die Interferenzen oder im schlimmsten Fall eine falsche RTH-Höhe und führen zu einem Chrash oder Verlust der Drohne. Wenn Wolken am Himmel sind ab besten direkt auf die Zuggeschwindigkeit und Richtung achtgeben, bevor du startest.

Helis: Wer einen Platz außerhalb der No-Fly-Zones rund um den Victoria Harbour findet, der sollte sich dem relativ dichten Flugverkehr zwischen Kowloon und Hongkong Island bewusst sein. Hier gibt es mehrere Heli-Shuttle-Services und teilweise fliegen kleine Sportflugzeuge in relativ niedriger Höhe.

Hier in jedem Fall die Flugpfade der passagiertragenden Luftfahrzeuge zuerst genau beobachten und ggf. auf einen Flug verzichten. Außerdem ist es eine gute Idee, in so einem Fall seine maximale Flughöhe vielleicht nicht unbedingt voll auszureizen.

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Lokale Verbote und Strafen

Auch in Hongkong gibt es offensichtlich lokale Verbote. Wir haben auf unserer Reise* drei Schilder entdeckt, die den Aufstieg von Drohnen (und RC-Flugzeugen) verboten haben. Auf so etwas sollte man also auch Acht geben. In der Regel stehen diese Schilder aber an Orten, wo ein vernünftiger Drohnenpilot ohnehin auf einen Aufstieg verzichten würde.

Am Flughafen sind wir noch einem Schild begegnet, dass erstmalig eine Strafe genannt hat. Wer innerhalb des Flughafengebietes eine Drohne starten lässt und erwischt wird, dem drohen bis zu 6 Monate Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 HKD (5.800 Euro). Dieses Strafmaß basiert auf Sec 35 des CAP 483A (Airport Authority Bylaw).

Der Hongkong International Airport ist eine No Fly Zone für UAVs
Wer ein UAV am Flughafen startet bekommt arge Probleme.

Genehmigungen für kommerzielle Flüge

Wer seine Drohne zu kommerziellen Zwecken in Hongkong einsetzen will, der muss sich vorher eine entsprechenden Genehmigung einholen.

Die Beantragung einer solchen Genehmigung muss mindestens 28 Werktage vor dem geplanten Flugdatum bei der CAD eingehen. Für besonders komplexe Mission sollte mehr Zeit für eine eventuelle Risikobewertung eingeplant werden.

Die Bewerbung wird an uas@cad.gov.hk versandt. Das entsprechende Formular (e-DCA255) findet ihr hier.

Mit dem Prozess für kommerzielle Flüge haben wir keine Erfahrung gemacht, da unsere Flüge rein aus privaten Zwecken im Urlaub stattgefunden haben. Ob für die Genehmigung Kosten entstehen, haben wir nicht herausfinden können.

Die Sache mit der Versicherung

In den meisten Ländern ist im Vergleich zu Deutschland eine Haftpflichtversicherung für Flugmodelle nicht vorgeschrieben. Das gilt nach unserem Wissen auch für Hongkong. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, eine Versicherung für Schäden an Leib und Eigentum Dritter abzuschließen.

Die meisten Modellbauversicherungen sind grundsätzlich auch im Ausland gültig (oft sind USA und Kanada ausgenommen). Prüfe also in jedem Fall, ob deine deutsche Versicherung auch in Hongkong Schutz bietet. In einem Schadensfall kann es sonst sehr unangenehm und teuer werden.

Wir wahren in Übrigen mit einer Mavic 2 Pro Drohne von DJI unterwegs. Das Modell ist super kompakt und macht mit seinem 1-Zoll-Kamerasensor hochwertige Aufnahmen.

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Schlusswort

Hongkong ist ein tolles Reiseziel – auch mit der Drohne im Gepäck. Wir hoffen, dir haben unsere ausführlichen Informationen zu Drohnen-Gesetzen und Drohnen-Regeln in Hongkong geholfen und du hast nun eine bessere Ahnung, ob du deine Drohne mitnehmen solltest.

Apropos mitnehmen: Wer noch ein passendes Hotel für seinen Aufenthalt in Hongkong sucht, der wird bei Booking.com fündig*.

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Bildquellen

Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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