Mavic 3 Pro im Flug vor einem Wald

DJI GEO-Update ist da: EU-Karten & Wegfall von Geo-Fencing

Publiziert von Nils Waldmann

am

Wie angekündigt, hat DJI begonnen, sein GEO-System mit neuem Kartenmaterial auszurollen. Für Piloten in der EU bedeutet dies, dass ab sofort die offiziellen „geografischen Gebiete“ des jeweiligen EU-Mitgliedsstaates angezeigt werden. Wir geben euch einen kurzen Überblick über die Veränderungen.

Vor wenigen Tagen berichteten wir euch bereits über die Tatsache, dass DJI sein lang bewährtes GEO-System (auch als FlySafe bekannt), an die Vorschriften der EU-Drohnenregelungen anpassen wird.

Diese verlangen von Drohnenherstellern, die Drohnen der Klassen C1, C2 und C3 auf den Markt bringen, dass ein sogenanntes „Geo Awareness System“ (Deutsch: Geo-Sensibilisierungssystem), den Piloten vor einer möglichen Luftraumverletzung warnt. Und zwar auf Basis offizieller Karten aus den EU-Mitgliedsstaaten, wie Deutschland.

DJI GEO-Update deaktiviert Geo-Fencing

Wie bereits in unseren ersten Artikel zu diesem Thema begründet dargestellt, entfällt mit dem jetzt ausgerollten Update der Sicherheitsdaten für die Drohne, das bisher bekannte Geo-Fencing.

Ab sofort halten die Drohne also nicht mehr automatisch an oder verweigern gar das Starten, wenn ihr in eine entsprechende geografische Zone einfliegt oder dort aufsteigen wollt.

Stattdessen sind Piloten einmal mehr gefordert, die Warnungen des Systems genau zu prüfen. Eine Warnung wird nämlich nach wie vor prominent angezeigt, es gibt jedoch keine harte Begrenzung mehr. Theoretisch lässt sich diese also jetzt ignorieren.

Selbstverständlich ändert dies alles nichts an den geltenden Gesetzen und Vorschriften. Rein rechtlich musste schon immer der Pilot verantworten, wo geflogen wird. Der Einflug in eine „Excluded Geo Zone“ (zum Beispiel im Gebiete eines Flughafens) hat natürlich weiterhin dieselben Konsequenzen, wie bisher das unerlaubte Fliegen in einer DJI NFZ (No Fly Zone).

Der einzige Unterschied: Es gibt nun kein Geo-Fencing mehr, das euch aktiv von einer solchen Dummheit abhält. Lediglich eine Warnung erscheint. Weniger „Fremdbestimmung“ durch ein System, stehen hier mehr Eigenverantwortung des Piloten gegenüber.

DJI NFZs werden durch „Erweiterte Warnzonen“ ersetzt

Bisweilen gab es die von DJI als No Fly Zone (NFZ) ausgeschriebenen Gebiet auf der Karte, die ohne eine vorherige Freischaltlizenz nicht befliegbar waren.

Mit dem neuen Update werden jetzt die offiziellen Kartendaten (geografische Gebiete) der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten in das GEO-System eingespielt und ersetzen die bisherigen Karten von DJI. Diese Daten stets aktuell zu halten, ist im Übrigen die Pflicht des Drohnenbetreibers. Sobald es also ein Update gibt, müsst ihr dieses einspielen. In Deutschland kommen die Karten von dem DIPUL Dienst des BMVI.

Wir haben einige Stichproben mit dem neuen Kartenmaterial durchgeführt. Im Grunde sind nun alle geografischen Zonen als Typ „Erweiterte Warnzone“ definiert. Eine Differenzierung in die bisher vorhandenen neun verschiedenen Layer (siehe Grafik), scheint damit entfallen zu sein.

DJI GEO Gebiete Legende in der DJI Fly AppBildquelle: DJI Fly App

Erweiterte Warnzonen haben die Eigenschaft, den Piloten entsprechend durch eine Meldung in der DJI Fly App zu warnen (also genau das, was die EU in ihrer Richtlinie fordert).

Einige Beispiele in Süddeutschland

Hier einige Beispiele, wie sich die Karten an drei Standorten in Deutschland verändert haben. (Hinweis: Ihr seht die Layer des GEO-Systems immer nur in einem bestimmten Umkreis rund um die aktuelle Position der Drohne. Außerdem muss die Drohne dazu mit dem Controller verbunden sein.)

Neues geografisches Gebiet (Kaserne):

Kleiner Flugplatz und Heliports:

Flughafen:

So aktualisiert ihr das GEO-System

Das neue GEO-System von DJI wird weiterhin über die sogenannte FlySafe-Datenbank mit Daten versorgt. Zunächst bringt ihr also eure DJI Fly App auf den neusten Stand (v1.12.5 oder v1.12.6).

Nachdem Verbinden mit der Drohne sollte euch ein Update für die FlySafe-Daten angezeigt werden. Dieses war bei unserem Versuch knapp 100 MB groß (DJI Mini 3 Pro). Da das Update etwas länger dauert, solltet ihr unbedingt auf einen ausreichend geladenen Akku der Drohne und des Controllers achten.

Nach dem Update können die neuen geografischen Gebiete über die Kartenansicht (unten links in der Kameraansicht) betrachtet werden. Wichtig ist, dass eure Drohne dabei mit dem Controller verbunden und ein ausreichendes GNSS-Signal zur Bestimmung des Standortes / Homepoints vorhanden ist.

Quelle: Eigene, DJI Fly App Update

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Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils. Ich bin Modellbauer seit frühen Kindertagen. Meinen ersten Multicopter habe ich bereits im Jahr 2012 gebastelt und bin FPV-Pilot der ersten Stunde. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung im Bereich Drohnen & UAVs berichte und teste ich auf Drone-Zone.de die neuesten Drohnen, Kameratechnologie sowie interessantes Drohnenzubehör.

Bildquellen

  • DJI GEO Gebiete Legende in der DJI Fly App: DJI Fly App
  • Beispiel 1 GEO 2.0: DJI Fly App
  • Beispiel 1 GEO EU: DJI Fly App
  • Beispiel 3 GEO 2.0: DJI Fly App
  • Beispiel 3 GEO EU: DJI Fly App
  • Beispiel 2 GEO 2.0: DJI Fly App
  • Beispiel 2 GEO EU: DJI Fly App

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1 Gedanke zu „DJI GEO-Update ist da: EU-Karten & Wegfall von Geo-Fencing“

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    Hallo Nils, vielen Dank für die gut aufgearbeitete und damit verständliche Erklärung!

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