Der US-Drohnenhersteller Brinc hat seine neue Lemur 2 Drohne vorgestellt, die vor allem Einsatzkräften in schwierigen Situationen helfen soll. Die Lemur 2 verfügt über mehrere Kameras und kommt mit hochsensiblen Mikrofonen und Lautsprechern für die Kommunikation an Bord.
Brinc machte bereits im Frühjahr 2021 auf sich aufmerksam, als die Lemur S Drohne des Unternehmens auf den Markt kam. Eine der Besonderheiten der Lemur S: Die Drohne kann mit einem speziellen Tool auch zum Zerschlagen von Scheiben verwendet werden, um so bei einem Polizeieinsatz beispielsweise durch Fenster in Gebäude zu gelangen. Spoiler: Dieses Feature ist auch bei dem neuen Modell wieder an Bord.
Mit der Lemur 2 steht nun die neuste Generation von Brincs UAV-Plattform bereit, die sich weiterhin auf den Einsatz im Bereich von Sicherheits- und Einsatzkräften fokussiert.
Brinc Lemur 2 kommt mit drei Kameras und ordentlich Beleuchtung
Äußerlich sieht man der neuen Lemur 2 die Verwandtschaft zum bisherigen Modell Lemur S doch an. Brinc setzt wieder auf eine Verbindung von Nylongewebe, welches mit Kohlefaser verstärkt ist, um die Drohne so robust gegen Stöße zu machen.
Da das UAV bei Einsätzen von Polizei und anderen Spezialeinheiten auch in Innenräumen oder nahe an Hindernissen geflogen wird, verfügt auch die Lemur 2 erneut über Mantelpropeller, die vor Berührung der Luftschrauben schützen.
Die Stirnseite der Drohne ist dabei beinahe mit Sensoren überzogen. Insgesamt hat der Hersteller drei unabhängige Kamerasensoren integriert. Eine Weitwinkelkamera mit 4K-Auflösung (12-MP-CMOS-Sensor), eine Kamera für den Nachtsichtmodus und einen IR-Sensor (160 x 120 Pixel) für Wärmebilder.
Außerdem verfügt das UAV über verschiedenen Möglichkeiten der Beleuchtung. Zum einen ist ein klassischer LED-Spot an Bord, um für generelle Ausleuchtung zu sorgen. Des Weiteren wurden IR-LEDs integriert, die der Drohne im Nachtsichtmodus eine bessere Ausleuchtung liefern, wenn das Fluggerät visuelle unauffällig unterwegs sein muss. Neu ist hier das 1-Achsen-Gimbal der eine 180°-Neigung der verschiedenen Kameras zulässt.
Ebenfalls befinden sich ein Lautsprecher sowie Mikrofone in dem Sensoren-Array, um beispielsweise akustische Informationen zu sammeln oder mit Personen zu kommunizieren. Die Drohne kann dazu auch an einen Ort geflogen und dort gelandet werden, um dann über eine längere Dauer von einer bestimmten Stelle Bild- und Ton zu übertragen. Wie auch bei der Vorgängerin ist die gesamte Datenübertragung zwischen Drohne und Controller dabei verschlüsselt.
Nur 1,1 kg schwer und 20+ Minuten Flugzeit
Die Lemur 2 bringt flugbereit inklusive Akku (95 Wh) dabei gerade einmal 1,1 kg auf die Waage und ist damit genauso leicht, wie die Lemur S. Die Flugzeit soll bei dem neuen Modell „20+ Minuten“ betragen (Lemur S: max. 31 Minuten).
Komplett neu ist, dass Brinc nun auch ein System zur Erkennung und Vermeidung von Hindernissen bietet. Dazu hat die Drohne einen LiDAR-Sensor und eine Kamera an Bord, welche die Umwelt wahrnehmen können. Die 3D-Karte, die dabei von der Drohne in Echtzeit erstellt wird, kann auch von der Einsatzleitung verwendet werden und wir dazu an den Piloten bzw. das Einsatzteam über eine App übertragen.
Gesteuert wird Lemur 2 über einen neuen Controller mit integriertem Display, welches eine Helligkeit von bis zu 2500 Nits erreichen soll. Dieser kann, zusammen mit weiteren Drohnen, in einem Netzwerk interagieren. Damit lässt sich dann das Funksignal auch innerhalb von Gebäuden, z.B. über mehrere Stockwerke, verlängern.
Preis und Verfügbarkeit
Die Brinc Lemur 2 soll ab sofort vorbestellbar sein. Interessenten können mit dem Unternehmen direkt in Kontakt treten, um weitere Informationen über die Vertriebskanäle zu erhalten. Ausgeliefert werden soll das neue UAV dann ab dem dritten Quartal 2023.
Ob und in welcher Form es die Lemur 2 auf den europäischen Markt schafft, bleibt abzuwarten. Die Lemur S wurde bisher zumindest nicht offiziell über EU-Distributoren vertrieben.
Preislich sind noch keine genauen Informationen verfügbar. Als Preiskorridor gibt die bisherige Limur S mit knapp 9000 US-$ aber eine grobe Richtung für Interessenten vor.
Quelle: Brinc Drones