Bell Nexus Drohnen Taxi in der Luft

Bell zeigt Nexus Drohnen-Taxi für fünf Personen

Publiziert von Nils Waldmann

am

Der für Helikopter bekannte Luftfahrzeughersteller Bell hat auf der Messe AUVSI XPonential 2019 in Chicago seine neues Drohnen-Taxi Bell Nexus vorgestellt. Das Fahrzeug soll bis zu fünf Personen transportieren können und wird durch ein Hybridsystem angetrieben.

Bell stellt sich mit der Nexus Drohne in einem völlig neuen Produktsegment der sogenannten „On Demand Mobility“ auf. Darunter versteht man den Personentransport durch die Luft auf Abruf.

Bell ist nicht das einzige Unternehmen, das bereits kräftig in Drohnentechnologie für den noch sehr jungen Lufttaximarkt investiert. Beispiele sind das Hoverbike, die Ehang 184 Taxi-Drohne oder der Volocopter VC200 2X.

Sechs Rotoren und Hybridantrieb

Im Vergleich zu den anderen Modellen im Drohnen-Taxi-Segment ist die Bell Nexus Drohne deutlich größer. Sie bietet Platz für bis zu fünf Personen, die durch zwei Schiebetüren an den Seiten einsteigen können.

Bell Nexus Drohnen Taxi in der LuftBildquelle: Bell Helicopter Textron | ©
Die Bell Nexus in der Luft (noch ist das Zukunft).

In der Luft gehalten wir die Bell Nexus von sechs Rotoren, die in formschönen Propellerkästen untergebracht ist. Das macht die Nexus Drohne zu einem Hexacopter. Die Propeller sind dabei jedoch nicht fix in horizontaler Lage ausgerichtet, sondern können im Flug gedreht werden.

Somit kann das Nexus Lufttaxi senkrecht starten und laden und dreht die Propeller im Flug dann in Flugrichtung, um die Effizienz des Systems zu verbessern. Die bekannte Militärmaschine Bell-Boeing V-22 Osprey nutzt beispielsweise dasselbe Prinzip. Man spricht bei dieser Art im Fachjargon von einem „Kipprotor-Wandelflugzeug“.

Die sechs einzeln angesteuerten Propeller werden von Elektromotoren angetrieben. Damit die Reichweite und Leistung des Bell Nexus attraktiv für möglichst viele Kunden ist, wird das Drohnen-Taxi von einem gas-elektrischem Hybridantrieb (HEPS) mit Energie versorgt. Eine Gasturbine treibt dazu einen Generator an, der den Strom für den Elektroantrieb zur Verfügung stellt. Als Puffer kommen Akkus zum Einsatz. Insgesamt soll das System eine Eintriebsleistung von knapp 600 kW bereitstellen können.

Die Reichweite gibt Bell mit bis zu 150 Meilen an. Die Höchstgeschwindigkeit im Cruise-Mode beträgt 150 Meilen pro Stunde (circa 240 km/h).

Steuerung durch Menschen möglich

Da die Lufttaxi-Branche gerade erst entsteht, hat Bell die Nexus mit der optionalen Möglichkeit einer manuellen Steuerung ausgestattet. Somit kann das Luftfahrzeug vier Passagier und einen Pilot in der Front aufnehmen.

Der Hersteller geht diesen Schritt, um Nexus schon vor wichtigen Gesetzesentscheidungen rund um den autonomen Flug nutzbar zu machen. Außerdem ist man sich bewusst, dass Kunden sich zunächst an den Gedanken gewöhnen müssen, von einem Roboter durch die Luft geflogen zu werden.

Langfristig soll die Bell Nexus jedoch alleine fliegen und Passagiere einsammeln können.

Futuristisches Aussehen, um für 2025+ fit zu sein

Das die Entwicklung neuer, kommerzielle Fluggeräte oft Jahre dauert, ist hinlänglich bekannt. Mit einem Auge auf die ausstehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen (besonders in Bezug auf die USA) und der gesellschaftlichen Akzeptant, wird die Nexus nicht vor Mitte der 2020er in den Einsatz kommen – zumindest nicht autonom.

Nell Nexus Blick auf den PilotensitzBildquelle: Bell Helicopter Textron | ©
Innen mindestens zu futuristisch wie außen – LEDs gibt es bei der Bell Nexus an jeder Ecke!

Das Aussehen der Lieferwagen-großen Nexus Drohne ist jedenfalls schon für die Zukunft vorbereitet. Komplett in Schwarz mit einer Hochglanzoberfläche sieht der Hexacopter mit seinen blauen LED-Elementen aus, als käme er direkt aus einem Sci-Fi-Film. Die Zukunft bleibt spannend!

Quelle: DroneDJ, Bell

Bleibt in Kontakt!

Wenn ihr über die neuesten Drohnen-News, Drohnen-Leaks, Drohnen-Gerüchte, Drohnen-Guides und Drohnen-Testberichte auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt uns gerne auf unseren Social-Media-Kanälen!

Außerdem freuen wir uns natürlich über eure Nachrichten oder Fragen in den Kommentaren!


Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links / Partnerlinks. Mit einem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision. So kannst du Drone-Zone.de ganz einfach unterstützen. Bitte beachtet, dass es sich bei Drone-Zone um eine reine Website zur Information und keinen Online-Shop handelt. Ihr könnt über unsere Seite keine Kaufverträge über die dargestellten Artikel abschließen und auch keine persönliche Beratung hierzu in Anspruch nehmen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Avatar-Foto

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

Bildquellen

Schon gesehen?

EHang 216 AAV in Japan

EHang 216 absolviert ersten autonomen Flug in Japan

Der Drohnenhersteller EHang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Die EHang 216 Taxi-Drohne absolvierte erstmals einen vollständig autonomen Flug in Japan. Das Land treibt die Entwicklung einer übergreifenden UAM-Infrastruktur aktuell aktiv ... jetzt lesen!

Ehang AAV Pilotprojekt in der Greater Bay Area

EHang bereitet autonome Testflüge in China vor

EHang hat als einer der führenden chinesischen Hersteller von Taxidrohnen die Teilnahmen an einem neuen Pilotprojekt in China verkündet. Hier sollen die Passagierdrohnen zusammen mit anderen bemannten Luftfahrtzeugen die Integration ... jetzt lesen!

DJI Zenmuse L1 mit M300 RTK Drohne

Drohne enteist Hochspannungsleitung mit einem Stahlstab

Wenn in Teilen Chinas winterliche Verhältnisse einkehren, sind die Netzbetreiber gefordert, die Überlandleitungen vor Beschädigungen durch zu hohe Eis- und Schneelasten zu schützen. Ein Notfallteam nutzt dafür jetzt Drohnen. Bei ... jetzt lesen!

Kelekona Cargo Drohne

Kelekona will eVTOL für 40 Passagiere bauen

Auch in der Luft könnte sich irgendwann die Frage stellen: Individualtransport oder teilen und mit vielen anderen Passagieren gemeinsam fliegen? Wenn es nach dem Startup Kelekona aus New York geht, ... jetzt lesen!

Schreibe einen Kommentar