Solar-Drohne sorgt erstmals für LTE-Empfang aus der Stratosphäre

Die Solar-Drohne „Sunglider„, welche gemeinsam von den Unternehmen HAPSMobile und Loon entwickelt worden ist, hat ihren ersten Testflug bestanden und dabei für LTE-Empfang und Internetzugang auf der Erdoberfläche gesorgt.

Das Projekt der High Altitude Platform Station (kurz HAPS) zielt auf eines der größten Probleme in der aktuellen Kommunikationsgesellschaft ab: Die Versorgung von entfernten und ländlichen Gebieten mit schnellem Internet. Dazu gibt es bereits diverse Lösungsansätze. Für die Solar-Drohne haben sich das zu SoftBank gehörende Unternehmen HAPSMobile sowie das Alphabet (Google)-Tochterunternehmen Loon (ehem. Project Loon) zusammengeschlossen.

Dabei setzt das Projekt auf einen so genannten Solargleiter. Eine Drohne in Form eines Flugzeuges, das zum größten Teil aus Tragflächen besteht und mit Sonnenenergie in großer Höhe betrieben werden kann.

Solar-Drohne kreist für Stunden in der Stratosphäre

Die Solar-Drohne Sunglider ist ohne Frage ein UAV der größeren Kategorie. Das Luftfahrzeug hat eine Spannweite von 78 m und besteht fast ausschließlich aus Tragfläche. Insgesamt drei über die Spannweite verteilte Module beinhalten das Fahrgestellt für Start und Landung sowie weitere Komponenten, die die Drohne auf ihrer Mission verwenden soll (Payload).

HAPSMobile Sunglider Solar-Drohne im HangarBildquelle: HAPSMobile | ©
Eines der Fahrgestelle des Sungliders mit vier sichtbaren Antrieben.

Die gesamte Oberfläche des HAPSMobile Sungliders ist mit Photovoltaikmodulen („Solarzellen“) bedeckt. Über den Tag werden damit Lithium-Akkus geladen, die im Inneren des Rumpfes / der Tragfläche verstaut sind. Mit dieser Energie wird die Drohne versorgt, wenn die Sonne untergegangen ist.

Die Fluggeschwindigkeit des Sungliders beträgt 110 km/h. Durch das solare Antriebskonzept bestehend aus PV, Akkus und insgesamt zehn unabhängigen Motoren und Propellern, kann die Drohne mehrere Monate in der Luft bleiben.

Die Akkus reichen laut HAPSMobile für 24 Stunden ohne Aufladung durch die Sonne aus. Dazu kommt es in der Praxis aber nicht. Denn der Sunglider wird in der Stratosphäre in einer Höhe von 62.500 Fuß (circa 19 km) eingesetzt. Weit oberhalb von jeglichen Wettergeschehen und Wolkenbildung, sodass die Sonne jeden Tag zuverlässig aufgeht.

Der Testflug des Sungliders fand Ende September statt, wie die beiden Unternehmen nun bekannt gaben und startet vom Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico. Insgesamt war die Solar-Drohne von Start bis Landung 20 Stunden und 16 Minuten in der Luft. Davon verbrachte sie 5 Stunden und 38 Minuten in der Stratosphäre.

Sunglider ermöglicht Videoanruf nach Tokyo

Natürlich wurde der Sunglider nicht zum Selbstzweck auf die lange Reise geschickt. Mit an Bord war Kommunikationsausrüstung von Loon, die ein Gebiet am Boden mit LTE versorgen sollte.

Dazu wird das Internetsignal von einer Bodenstation mit einer Frequenz zwischen 70 und 80 GHz an die Drohne gesendet. Diese dient als Relay-Station und verteilt den Internetzugang über Standard-LTE an Endgeräte, wie Smartphones, Tablets und Computer am Boden. Dazu verwendete Loon in diesem Fall das LTE Band 28 im 700 MHz Spektrum.

Als Demonstration wurde das Signal dazu verwendet, einen Videokonferenz zwischen verschiedenen am Projekt beteiligten Personen abzuhalten. Die Projektteilnehmer vor Ort, waren dabei direkt mit ihrem normalen Endgerät über das LTE-Netz der Sunglider Drohne unter anderem mit ihren Kollegen in Tokyo verbunden.

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Quelle: HAPSMobile

Das Netz stand bei für 15 Stunde der gesamten Flugdauer bereit und konnte ganz normal verwendet werden. Im Übrigen ist die Solar-Drohne in der Stratosphäre nicht unbedingt angenehmen Umstände ausgesetzt. Das UAV muss Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 m/s widerstehen und war Temperaturen von bis zu -78°C ausgesetzt. Der gesamte Flug erfolgt dabei autonom und wird zentral überwacht.

Quelle: HAPSMobile

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  • HAPSMobile Sunglider Solar-Drohne im Hangar: HAPSMobile | ©
Nils Waldmann

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils! Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, Hobby-Fotograf, Akku-Liebhaber und RC-Pilot. Ich berichte hier über die neusten Entwicklungen in der Drohnen-Branche und kümmere mich um detaillierte Anleitungen, Guides und Testberichte.

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