Segelflugzeug am Himmel mit Drohne im Vordergrund

Lettland: Drohne außer Kontrolle – Gesamter Luftraum gesperrt

Publiziert von Nils Waldmann

am

In Lettland kam es am Wochenende zu einem Zwischenfall mit einer Drohne. Ein Testflug eines Herstellers von Zivil- und Militärdrohnen schlug fehl und der gesamte Luftraum musste daraufhin gesperrt werden.

Das Drohne immer mal wieder die Sperrung einzelner Luftraumbereich veranlassen, weil sich Piloten nicht an die lokalen Regeln halten oder es zu einer unbestätigten Sichtung einer Drohne kommt, sind wir mittlerweile gewohnt.

In Lettland kam es am Wochenende jedoch zu einem Zwischenfall, der direkt den gesamten Luftverkehr lahmlegte. Zum Glück wurde nach bisherigen Berichten niemand verletzt.

Drohne gerät außer Kontrolle

In diesem Fall sind es keine Privatleute die den Luftraum über einem ganzen Land aufgrund eines Drohnenfluges schließen. Solche Dinge passieren auch Profis, das zeigt nun der jüngste Fall in Lettland.

Segelflugzeug am Himmel mit Drohne im Vordergrund
Eine Gleiterdrohne gerät außer Kontrolle.

Das Unternehmen SIA UAVFactory hatte am vergangenen Samstag einen Testflug seiner VTOL-Drohne geplant. Das Modell kann beispielsweise zur militärischen Aufklärung verwendet werden.

Selbstverständlich war der Testflug genehmigt und stellt in der Regel auch keine Besonderheit dar. Das sollte sich für diesen Flug jedoch ändern.

Die Drohne verlor aufgrund bisher unbekannter Tatsachen die Verbindung zur Kontrollstation. In der Regel kein Problem, denn irgendwann geht der Treibstoff aus und das Luftfahrzeug muss zur Landung ansetzen.

Im Falle der SIA UAVFactory Drohne gestaltet sich dies jedoch etwas anders. Das Unternehmen entwickelt Gleiterdrohnen. Diese können zwar senkrecht starten und landen, werden dann aber durch Tragflächen wie ein Segelflieger am Himmel gehalten. Die Drohne war somit mit Treibstoff für bis zu 90 Stunden ausgestattet.

Betreiber verlieren Sichtkontakt

Zu letzt gesehen wurde die Drohne dann in einer Höhe von gut 600 Fuß (ca. 200 m). Die Verantwortlichen informierten die Luftfahrtbehörde umgehen. Da die Drohne sich nicht orten ließ und es mittlerweile keine Anhaltspunkt mehr über die Position des Luftfahrzeuges gab, blieb nur noch die Sperrung des Luftraums.

Die lettische Luftfahrtbehörde FIR gab daraufhin eine NOTAM (Notice to Airmen) heraus, die alle Flüge unter 19.500 Fuß temporär untersagte. Nur Flüge die ohnehin auf Sicht stattfinden waren weiterhin erlaubt.

Daraufhin musste unter anderem ein Verkehrsflug aus China auf dem Weg nach Riga an den Flughafen Tallinn umgeleitet werden.

Glück im Unglück ist in diesem Fall der ohnehin extrem eingeschränkte EU-Flugverkehr aufgrund der Corona-Pandemie. Die Folgen an einem normalen Wochenende ohne die bestehenden Einschränkungen wären sicherlich extrem gewesen.

Die Bevölkerung und andere Piloten waren daraufhin angehalten Ausschau nach der 5,5 x 3,5 Meter großen Drohne zu halten. Das UAV wiegt knapp 26 kg und ist mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h unterwegs.

Da mittlerweile wieder Flüge vom Flughafen in Riga gestartet sind, ist wohl davon auszugehen, dass die Drohne mittlerweile eingefangen werden konnte.

Einmal mehr zeigt dieser Fall, dass Remote ID Maßnahmen für kommerzielle Drohnenflüge durchaus sinnvoll sind, um in einem solchen Fall nicht den Luftraum über einem ganzen Land sperren zu müssen.

Quelle: Leta TV, The Register

Update 22 Mai. 2020: Drohne wird in Baum gefunden

Die am 2. Mai 2020 verschollene Drohne, die für die fast vollständige Sperrung des Luftraums über Lettland sorgte, ist wieder aufgetaucht.

Ein Passant entdeckte das Luftfahrzeug auf einem Spaziergang in einem Baum. Die lokale Feuerwehr befreite die Drohne daraufhin aus ihrem Gefängnis in der Natur. Dort saß das Flugzeug in einer Astgabel eines Nadelbaumes fest. Auf den ersten Blick scheint das Gerät jedoch äußerlich relativ unversehrt zu sein.

Aktuell wird der Speicher der Test-UAVs geprüft, welches für viel Aufregung gesorgt hat. Mit einer Flugzeit von bis zu 90 Stunde pro Akkuladung, war zunächst vermutet worden, dass die Drohen mitunter eine große Strecke zurücklegen würde.

Bisher steht offenbar schon fest, dass die Drohne noch am 2. Mai um 19:48 Uhr gelandet ist. Damit war das UAS tatsächlich nur einige Zeit lang alleine unterwegs, bis der Testflug in einem Baum landete. Nach aktuellen Informationen wurde also niemand bei dem fehlgeschlagenen Testflug verletzt.

Quelle: The Register

Bleibt in Kontakt!

Wenn ihr über die neuesten Drohnen-News, Drohnen-Leaks, Drohnen-Gerüchte, Drohnen-Guides und Drohnen-Testberichte auf dem Laufenden bleiben möchtet, dann folgt gerne unserem RSS-Feed.

Außerdem freuen wir uns natürlich über eure Kommentare!


Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Affiliate-Links / Partnerlinks. Mit einem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision von dem verlinkten Händler / Partner. So kannst du Drone-Zone.de ganz einfach unterstützen. Bitte beachtet, dass es sich bei Drone-Zone.de um eine reine Website zu Informationszwecken und keinen Online-Shop handelt. Ihr könnt über unsere Seite keine Kaufverträge über die dargestellten Artikel abschließen und auch keine persönliche Beratung hierzu in Anspruch nehmen. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Avatar-Foto

Nils Waldmann

Hi, ich bin Nils. Ich bin Modellbauer seit frühen Kindertagen. Meinen ersten Multicopter habe ich bereits im Jahr 2012 gebastelt und bin FPV-Pilot der ersten Stunde. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung im Bereich Drohnen & UAVs berichte und teste ich auf Drone-Zone.de die neuesten Drohnen, Kameratechnologie sowie interessantes Drohnenzubehör.

Schon gesehen?

Perimeter 8 Drohne von Skyfront mit Hybridantrieb

Erste Drohne beliefert U-Boot der US Navy

Die Lieferung von Waren und Gegenständen mit Drohnen ist nicht nur auf dem Festland eine attraktive Alternative zum Transport mit dem Auto, LKW oder Helikopter. In einem Experiment hat die ... jetzt lesen!

Freefly Systems Astro Drohne

Absturzgefahr: Freefly veröffentlicht kritisches Firmware-Update für Astro UAVs

Der Drohnenhersteller Freefly System hat einen kritischen Fehler in der Software seiner Astro Drohnen gefunden und bitte alle Piloten entsprechender UAVs eindringlich am Boden zu bleiben, bis ein neues Update ... jetzt lesen!

Abgefangene Drohnen des Smart Shoot Smash Testbetriebs in den Niederlanden

Smart Shooter: Niederländisches Militär schießt Drohnen vom Himmel

Das isralische Unternehmens Smart Shooter entwickelt und verkauft so genannte „Fire Control Solutions“, also Technologie, die die Zielgenauigkeit von Schusswaffen erhöhen soll. Die niederländischen Streitkräfte haben nun in einem Test ... jetzt lesen!

Dronavia Fly ID Light DRI-Sender in der Hand einer Person

Fly ID: Dronavia stellt drei neue Remote ID-Sender vor

Der französische Drohnenspezialist Dronavia hat seine neue Fly ID Familie vorgestellt. Dabei handelt es sich um verschiedene Remote ID-Sender, die ältere Drohnenmodelle oder Selbstbauten mit den neuen Remote ID-Anforderungen kompatibel ... jetzt lesen!

Schreibe einen Kommentar